Mutterschaft – Ein Jahr

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Schon seit einiger Zeit ist der Minimensch ein Jahr alt. Zahlreiche real life- Verpflichtungen haben mich daran gehindert, das adäquat würdigen zu können.

Dieses eine Jahr hat mein und unser Leben unglaublich durcheinander gewirbelt. Ähnlich dramatische Änderungen bringen wohl nur der Auszug von zuhause und Auslandsaufenthalte mit sich. Ich bin anders, der Mann ist anders, das Leben ist anders, alles anders und gleichzeitig, und das ist schwer zu begreifen, wenn man selbst (noch) keine Kinder hat, enorm vertraut.

Ich neige nicht dazu, Mutterschaft/Elternschaft zu mystifizieren. Das gilt für schwanger sein, stillen und leben mit Baby gleichermaßen. Es ist nun wirklich nicht immer eitel Sonnenschein und da kann auch das strahlendste Kinderlächeln nix dran rütteln. Ich kann der Überhöhung von Mutterschaft, die aus vielen Mütterblogs spricht, der geradezu Verehrung des Bauches, der Glorifizierung des Stillens, der übermäßigen Aufopferungsmentalität, die man im “Mami-Netz” finden kann überhaupt nichts abgewinnen. Da finde ich mich nicht wieder. Dennoch, ich bin gern Mutter und würde um nichts in der Welt tauschen wollen.

Man hat ja im Vorfeld Erwartungen, positive und negative. Man stellt sich schon vor, dass man so einen Minimensch ziemlich ins Herz schließt. Dass es cool ist, Entwicklung zu beobachten. Dass Kinder manchmal echt witzig sind. Und natürlich auch, dass man wenig Schlaf bekommt. Dass es ganz ganz schlimm ist, das Kind krank zu sehen, dass das Leben irgendwie unflexibler wird. So Sachen. Dennoch für mich war dieses Jahr auch voller Überraschungen.

Es ist Wahnsinn, wie rasant schnell so ein Baby wächst und sich verändert. Wie schnell es Dinge lernt. Und gleichzeitig aber auch, wie vollkommen hilflos und auf einen angewiesen es ist. Ich war vollkommen platt von dem Gefühl, wie sehr ich mit diesem kleinen Wesen verwoben bin, wie sehr ich es als Teil von mir sehe und sehen muss. Und auch erleichtert in gewisser Form, als sich das langsam etwas löste. Als zumindest die Ernährung des Kindes nicht mehr von mir abhing, als auch andere auf es aufpassen konnten. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so eingeschränkt fühlen würde. Aber man macht sich das Ausmaß der Einschränkung ja nicht bewusst, dass man als HauptbetreuerIn immer zu zweit ist, im Bad, auf dem Klo, beim einkaufen, bei der Hausarbeit, immer.

Was ich in diesem kleinen Alter überhaupt noch nicht erwartet hätte, ist, wie deutlich der Minimensch seine Gefühle ausdrücken kann. Diese unbändige Freude, wenn man nach Hause oder auch nur aus dem Keller kommt. Die freudige Umarmung morgens im Bett. Das flasht mich jeden Tag aufs Neue und – ein bisschen stimmt es ja schon – kompensiert auch so manchen Wutanfall. Überhaupt Wut. Was für ein kleines Rumpelstilzchen das Kind sein kann. Unglaublich.

Vollkommen unerwartet hat uns auch dieses Gefühl getroffen, eine Familie zu sein. Ein bisschen als sei es schon immer so gewesen. So als hätte dieser kleine Mensch schon immer am Tisch zwischen uns gesessen und fröhlich Kartoffeln auf seine Gabel gepiekst oder Käsebrot in den Mund geschoben.

Und dann ist so ein Minimensch ja tatsächlich schon recht bald eine Person. Mit Eigenheiten, Vorlieben und Gewohnheiten. Das ist echt erstaunlich. Wie distinkt Kinder sind, wie wenig sie einander eigentlich gleichen. Man kennt die Stimme, die speziellen Gesichtsausdrücke, die Anzeichen für Müdigkeit und Zahnschmerzen. Und eben den Charakter und sei er noch so unfertig.

Die Liste der Überraschungen ließe sich natürlich noch lang fortsetzen. Aber natürlich gibt es auch die Gegenseite, das woran man sich eher mühsam gewöhnt. Gar nicht so sehr Schlafmangel und Schreien, da rechnet man ja mit und weiß auch, dass es vorbei geht. In erster Linie fehlen mir tatsächlich eher kleine Dinge, die Teil von persönlicher Freiheit sind. Im Auto laut Musik hören. Spontane Verabredungen. Essen, wann man Lust hat, nicht wann Essenszeit ist (& fast food). Wenn ich gerade gut drin bin, auch weiterarbeiten zu können. In Ruhe duschen. Ganz allein sein. Sowas. Zeit-Autonomie könnte man das ganze wohl zusammenfassend nennen.

Was keine echte Überraschung für mich war: ich tauge nicht zur Hausfrau. Die ersten Monate hat das noch nicht so gestört, da waren die Tage noch recht flexibel, der Minimensch schlief noch viel, da hab ich erstmal viel genäht und mich in den Alltag mit Kind eingefunden. Aber ich war auch immens froh, als ich nach 9 Monaten wieder einen Nachmittag arbeiten ging, als ich nach 11 Monaten wieder in meinen Job zurück konnte. Es ist unglaublich anstrengend zu arbeiten mit Kind. Aber ich liebe meinen Job und brauche ihn. Ich brauche Kontakt mit anderen Erwachsenen als meinem Mann. Ich bin ein zutiefst sozialer Mensch, ich bin mir selbst einfach nicht genug. Ich würde umgekehrt nicht Vollzeit arbeiten wollen zur Zeit. Ich hätte das Gefühl zu viel zu verpassen und ich fände es auch organisatorisch schwierig. Minimensch und Arbeit brauchen und bekommen beide ihren Raum, das ist so schon OK.

Auf die Frage, wie das Elternsein so ist, antworten wir gern: “Toll aber müde” und letztlich ist es genau das.

Sonntagskuchen: Profiteroles

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In einem Anflug von akuter Frankreich-Sehnsucht, beschloss ich, für Gäste am letzten Sonntag etwas französisches zu backen. Nach stundenlangem lustvollen Dahinschmelzen eingehender Recherche entschied ich mich für Profiteroles. Also Mini-Windbeutel. Allerdings nicht mit Eis sondern mit Vanillecreme. Und aus mehreren Rezepten zusammengestückelt.
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Zutaten für etwa 30 Stück (reicht für 4-6 Kaffeetrinker)

30 g Butter
75 g Mehl
125ml Wasser
1 Prise Salz
2 Eier

1/2 Packung Vanillepuddingpulver
250ml Milch
200ml Sahne
1 Paket Sahnesteif
6EL Zucker

200g Schwarze Herren-Schokolade
250ml Milch
1 MS Zimt
1 Päckchen Vanillezucker
1 Stich Butter
2 EL Zucker

Brandteig:
Wasser, Butter und Salz in einem Topf aufkochen. Mehl in einem Schwung zugeben und rühren was das Zeug hält, bis sich ein dicker Klumpatsch gebildet hat und am Topfboden eine milchige Schicht absetzt. Den Teigkloß in eine Rührschüssel geben und abkühlen lassen.

Derweil den Ofen auf 200 Grad vorheizen und ein Backblech mit Backpapier vorbereiten.

Wenn der Teig nur noch maximal handwarm ist (ist man zu ungeduldig mit dem abkühlen gerinnen die Eier und der Teig wird viel zu flüssig. Ich hab das getestet.), die Eier unterkneten (mit den Knethaken der Küchenmaschine), den Teig dann in eine Spritztüte geben und kleine Rosetten auf das Backblech spritzen, Abstand ca. 2 cm.

Die Windbeutelchen für 30 Minuten backen, kurz im ausgestellten Ofen entspannen lassen, dann rausholen und auskühlen lassen.

 

Füllung:

Pudding nach Packungsanweisung kochen, allerdings mit den gesamten 6 EL Zucker. In eine Schüssel füllen und vollständig abkühlen lassen. Die Sahne mit dem Sahnesteif mischen, schlagen und unter den erkalteten Pudding heben.

Die Windbeutel entweder aufschneiden und mit je einem TL Creme füllen oder anstechen und mit einer Spritztülle füllen.

Für min. 1 Stunde kalt stellen.

 

Schokosauce:

Die Schokolade grob hacken, in die Milch geben und beides zusammen in einem Topf erwärmen, unter ständigem Rühren die Schokolade schmelzen. Die Gewürze, die Butter und den Zucker unterrühren. Abfüllen und kalt stellen.

 

Me made Mittwoch: Urlaubskoffer

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Heute ist der letzte MMM vor der Sommerpause – auch wenn der Blick aus dem Fenster, zumindest hier im Westen, absolut nichts von Sommer erahnen lässt. Zum Glück kann ich mir einfach meine Fotos angucken, die ich letzte Woche gemacht habe und mich direkt etwas sommerlicher fühlen.
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Ich werde dieses Jahr zwar wieder nur ins Mittelgebirge fahren, hoffe aber, dass auch dort im August etwas Sonne zu erwarten ist, so dass ich dieses sehr geliebte Kleid werde einpacken können. Es handelt sich um New Look 6069, bzw. Modell 34 aus Meine Nähmode 2/2012. Genäht habe ich das Kleid im Sommer 2012 aus einem sehr sehr dünnen Baumwollbatist, den ich beim Essener Stoffhaus (Rottstr.) im Sommerschlussverkauf für 3,-/m gekauft habe.
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Das Kleid ist so sommerlich, dass ich bisher nur eine Handvoll Gelegenheiten hatte, es zu tragen. Letzte Woche war mir aber sehr danach, es zur Arbeit anzuziehen. Ich habe es deshalb mit einem Shirt und einem Unterrock kombiniert, damit es in der Vorlesung keine ungewollten Einblicke gewährt.
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Weil es morgens -vor allem auf dem Fahrrad- noch recht kühl war (nachmittags dann aber um so wärmer) habe ich das ganze mit einer Jacke und einem ewig nicht getragenen Loop kombiniert. Eigentlich ist der mir viel zu bunt, aber zu den Punkten passt er ganz gut und schafft so das Sommer-Fähnchen etwas bürotauglicher zu machen.
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Catherine fährt – oh wie ich vor Neid noch blasser werde – nach Süditalien und hat dazu einen Schnitt vernäht, der auch bei mir noch weit oben auf der Liste steht: Cambie. Einmal hier entlang bitte zum letzten MMM vor dem langen Sommer (der dann bitte auch kommt, ok?).

Stoffwechsel: Die große Abschlusspräsentation

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Heute zeigen wir, endlich, was aus unseren Stoffen geworden ist und enthüllen, wer hinter den tollen Stoffen steckte. Ich freu mich schon wie verrückt.

Ich weiß nicht, wie es euch ging, aber trotz recht großzügigen Zeitplans, bekannten Schnittes und früh eingetroffenen Stoffes wurde es bei mir ganz schön knapp. Fertig wurde mein Kleid Donnerstagabend, Freitagmorgen drehte es eine Runde im Kurzwaschgang und am Abend führte ich es, frisch von der Leine, zu einem Sommerfest aus, sah darin das wenig schöne aber doch packende Viertelfinale. Jubelte für Mats Hummels. Und schoss danach im schwindenden Abendlicht unseres Wohnzimmers noch schnell verknitterte Fotos.  Ziemliche Punktlandung also. Neben mangelnder Nähzeit, Ablenkung durch hoch brisante Fußballbegegnungen und dem Schmetterlingskleid, dass den Nähfluss blockierte, war daran sicher auch großer Respekt schuld. Die Tatsache, dass der Stoff eben einmalig und besonders ist, weil eine andere ihn sorgfältig ausgesucht hat, führte bei mir zu einer gewissen Anschnitthemmung, die ich sonst auch bei teuren Stoffen nicht hab und zu relativ akribischer Verarbeitung (also für meine Nähschlampenverhältnisse).
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Aber nun zum Kleid: Genäht habe ich eine weitere Variante von New Look 6069, einem Schnitt, den nicht nur ich sehr als Sommerkleid schätze, sondern z.B. auch Eben Julia, Frau Knopf und Melleni/talentfreischön. Der Schnitt war als Modell 33-35 im Meine Nähmode-Heft 2/2012 und ich nähte quasi direkt nach erscheinen schon zwei Varianten mit Punkten davon, die ich gern und viel trage. Gerade weil ich den Schnitt kenne und sehr mag, schon länger den Wunsch nach einer weiteren Variante verspürte, erschien er mir gut für das Stoffwechsel-Kleid geeignet. Ich wollte es nicht mit einem neuen Schnitt versauen und sichergehen, dass ich das fertige Kleid auch gern tragen würde. Ich bin eigentlich keine große Seriennäherin, zu neugierig bin ich, neues auszuprobieren. Aber manche Schnitte bewähren sich einfach. In meinem Fall neben NL 6069, der Rock Simplicity 2451, das Kleid Simplicity 7275, die beiden Knip-JerseyJurks aus 3/2012 und 12/2011 und der Kniprock aus der 1/2013.
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Nun ist es ja schon 2 Jahre her, dass ich den Schnitt zuletzt nähte. Ich hatte damals ein FBA am Oberteil vorgenommen und mir leider nur recht kryptische Notizen auf der Klarsichthülle gemacht, was ich sonst noch geändert hatte. Ich glaubte also, ich hätte Routine mit dem Schnitt, in Wirklichkeit musste ich aber einiges doch nochmal an Hand der vorhandenen Kleider, der Blogbeiträge und der kryptischen Notizen rekonstruieren. Dabei unterlief mir ein Fehler, aber dazu später  mehr.
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Es war eine Wonne, den schönen Baumwollstoff zuzuschneiden und zu vernähen, nach dem Krampf mit den Schmetterlingen. Er verrutschte nicht, behielt brav alle Markierungen und löste sich nicht beim anschauen direkt auf. Traumhaft. Ich hatte außerdem dicke genug, um den Rock etwas weiter auszustellen und eine Handbreit zu verlängern und habe noch ein Stück über, aus dem ich mit etwas Zuschnitttetris vielleicht noch eine kurzärmelige Bluse gequetscht bekomme. Vor dem Zuschnitt habe ich die Oberteil-Teile mit meinem Grundschnitt abgeglichen, für hinten habe ich daraufhin einfach direkt das Grundschnitt-Teil zugeschnitten und am vorderen die Armlöcher angepasst und die Brust-Taillendiskrepanz etwas erhöht. Aus meinem Notizen schloss ich, dass ich das vordere Oberteil um weitere 2cm verlängern sollte und schnitt dies entsprechend zu (ihr ahnt es schon, oder?).
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Das nähen ging in der Tat sehr flüssig, da zeigte sich dann doch die Routine. Einzig die Hinzunahme von Paspeln verkomplizierte es etwas. Und natürlich meine sonst ungekannte Akribie im Umgang mit Markierungen. Bei der ersten Anprobe des Oberteils wurde dann aber schnell klar, dass ich das Schnittteil wohl bereits verlängert hatte und somit nun 2cm zu viel unter der Brust herumbeulten. Schön. Also Naht mitsamt Paspel wieder getrennt, Oberteil gekürzt, neu genäht. Ich hatte mir außerdem überlegt, mal den etwas längeren Ärmel zu nehmen, denn mit den kleinen Ärmelchen meines roten Kleides war ich nie recht glücklich. Aber herrjeminee. Wie unglaublich schlimm sahen diese Puffärmel aus. Sehr seltsam unproportional und fürchterlich altbacken. Also Ärmel wieder raus und andere zugeschnitten – die vom Schmetterlingskleid, die sind nämlich super. (Obwohl ich unbedingt auch mal Tulpenärmel wie Lotti ausprobieren möchte). Neben diesen unnötigen Umwegen vermurkste ich auch noch den Reißverschluss, ist mir ewig nicht passiert, aber gut. Schlussendlich ist das Kleid fertig und gefällt mir überragend gut. Ich bin sicher, es wird viel getragen. (und ich nähe ihm auch noch Knöpfe auf und ein Label ein – das hab ich nämlich im Eifer des Gefechts vergessen. ) Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Länge mag. Meine anderes beiden NL6069 enden, so wie der Schnitt vorsieht, knapp über dem Knie. Das fand ich immer etwas kurz. Nun finde ich dieses aber vielleicht doch zu lang. Was meint ihr?
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Und hier nun erstmal ein riesiges Danke an meine Stoffaussucherin Frau Crafteln. Ich habe mich sehr über den Stoff gefreut, er passt toll zu mir und dein Brief war richtig super! Danke auch für deine Umsicht Paspeln, Knöpfe, Spitze und Reißverschluss gleich dazu zu packen, dadurch ist das Kleid nun wirklich toll geworden! Ich wusste, dass das Paket von ihr ist, obwohl ich extra meinen Mann den Zettel habe ziehen und sie benachrichtigen lassen. Ich erkannte Schrift und Adresse auf dem Paket noch bevor ich den Inhalt in Augenschein genommen hatte. Ich bin da etwas spleenig mit Schriften und Frau Crafteln zeigte ja Notizen vom Konstruktionsunterricht in ihrem Blog- daher. Hat jemand auf sie als Absenderin getippt?

Zeit auch, die ganze Aktion noch einmal Revue passieren zu lassen. Kinder, hat das ein Spaß gemacht. Zwar war es etwas aufwändig, das ganze zu organisieren, aber das war es 20890183126398 Mal wert. Es ist so schön zu sehen, wie viel Spannung und Spaß für alle darin steckte den Stoff auszusuchen, mitzuraten wer wen bewichtelt hatte und den empfangenen Stoff zu etwas besonderem werden zu lassen. Ich finde es sehr schön zu sehen, wieviel Gedanken und Sorgfalt in die Stoffwahl gesteckt wurde, wie toll alle Stoffe zu ihren Empfängerinnen passten, wie genau auch auf individuelle Belange und Wünsche eingegangen wurde, wie mitgefiebert, beraten und Anteil genommen wurde. Einfach großartig diese Nähnerdcommunity, toll dass ich da dazu gehöre! Ich hoffe, es hat euch anderen auch nur in etwa genauso viel Spaß gemacht, wie mir, und ihr seid nicht auf die letzten Meter im Stress versunken!

Und nun: Bühne frei! Defiliert mit euren neuen Kleidern hierhin und verratet uns auch, auf wen ihr als Absenderin eures Stoffes tippt. Möge das Bewundern und wilde Rumraten beginnen! Und bitte vergesst nicht, euch eurer Empfängerin im Kommentar zu erkennen zu geben – wir sind doch nun alle gespannt wie die Flitzebogen, oder etwa nicht?

Das Linkup ist eine Woche geöffnet. Bitte stresst euch nicht mit der Fertigstellung, zeigt zur Not auch unfertiges, Hauptsache, wir sehen oder erahnen, was aus unseren Stoffen wurde!

Das Schmetterlingskleid

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Nach ewig langer Verzögerung ist das Schmetterlingskleid tatsächlich letzte Woche fertig geworden. Zunächst als Hochzeitsgastkleid für Anfang Juni geplant, dann rausgeschoben für die Taufe des Minimensch Mitte Juni, dann noch weiter rausgeschoben, wurde es jetzt ganz anlasslos fertig und letzte Woche profan im Büro probegetragen.

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Der Schnitt Vogue 8787 lag schon seit ca. 2 Jahren bei mir herum und lagerte ab. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich drauf kam ihn zu bestellen, vielleicht ist er einfach beim Sale mit in den Korb gewandert oder ich hatte eine Inspiration, die ich schon vergessen habe. Ich hatte ihn jedenfalls schonmal für ein Hochzeitsgastkleid im Herbst 2012 auf meiner SWAP-Liste. Ich glaube, ich habe eine fatale Hochzeitsgastkleid-Abschlussschwäche und werde für immer nur in gekauften Kleidern auf Hochzeiten gehen können.
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Als ich im Mai bei Alfatex war, um den Stoff für meine Stoffwechselpartnerin auszusuchen, habe ich diesen wirklich traumschönen Schmetterlingssatin aus 100% Viskose gefunden. Vom Fall her ist der Stoff perfekt für den Schnitt. Schwer genug, dass der Wasserfall gut runterfällt und gleichzeitig überhaupt nicht steif. Er trägt sich auch sehr sehr angenehm. Leider vernäht er sich aber eher zickig. Schon beim Zuschnitt wollte er keine 2 Minuten da bleiben, wo ich ihn hingelegt hatte, was inbesondere beim riesigen und sehr abstrus geformten oberen Vorderteil fast alle meine Nerven gekostet hat (die restlichen hat dann das Spiel Deutschland-Algerien aufgefressen – also wenn demnächst irgendwo steht “Nähbloggerin amok gelaufen – das war ich). Beim nähen habe ich gefühlt sehr viel gründlicher gesteckt als es sonst meine Art ist, dennoch sind einige Nähte schief geworden , weil das flutschige Mistding ständig die Nadeln abwarf. Er warf auch die Püsterkreide ab – ich musste den Saum zweimal neu püstern und durfte mich dann nicht bewegen, sonst war sofort alle Kreide weg. Schlimm.

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Insbesondere wegen der Zickigkeit des Stoffes aber wohl auch weil ich abends einfach sehr müde und unkonzentriert bin, hat es gefühlt ewig gedauert, das Kleid zu nähen. Dafür ist es allerdings jetzt auch ziemlich gut. Es hat noch eine verzogene Naht (die hintere Mittelnaht) – das kann ich aber nicht sehen, weil es hinten ist, und wurde mir erst von J. im Büro mitgeteilt und bleibt jetzt so. Ansonsten sitzt es gut und trägt sich noch besser.  Natürlich ist es durch die Kombi aus Satin und Wasserfall eigentlich zu dramatisch für’s Büro, aber ich hab ja grad keinen Anlass – ich werde es aber wohl vor allem zu Gartenfesten und sowas tragen, dafür finde ich es schön.

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Der Schnitt gefällt mir außerordentlich, einmal weil er figurtechnisch sehr nett ist, aber auch weil er sehr schöne große Nahttaschen vorsieht- ein Anlasskleid mit Taschen, wie gemacht für Kleinkindmütter also. Ich hatte vor dem Wasserfall Respekt, vor allem auch weil das Schnittteil so merkwürdig aussah, letztendlich war das Kleid aber leicht zu nähen. Ich habe die notwendigen Änderungen größtenteils am Schnitt durchgeführt, mit Hilfe meines (noch nicht verbloggten) neuen Oberteilgrundschnitts und dann hatte ich das Glück, meine nähkundige Schwiegermutter zu Besuch zu haben, die mir das vordere Oberteil nochmal sauber stecken konnte, so dass es jetzt wirklich gut sitzt. Ich würde jederzeit noch so ein Kleid nähen, allerdings ist es, glaube ich, etwas speziell in den Anforderungen an den Stoff, es muss ein fließender aber schwerer Stoff sein. Viskose ist wirklich ideal.

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Ein bisschen was habe ich geändert:

- Das vordere Oberteil habe ich, nach Abgleich mit meinem Grundschnitt im Brustbereich etwa 2 cm weiter zugeschnitten, das ist eine bei Gr.12 für mich noch recht kleine Brustanpassung. Das rückwärtige Oberteil habe ich komplett von meinem Grundschnitt genommen. Das vordere Oberteil ist gedoppelt, als Futter für das hintere Oberteil habe ich Baumwollbatist verwandt, weil ich mir das angenehme Tragegefühl nicht mit klebrigem Futter zunichte machen wollte.

- Das Oberteil habe ich außerdem etwas verlängert, zuerst zuviel, am Ende wird es nur 1cm gewesen sein.

- Ich habe insgesamt den Umfang des Rockteils reduziert, der Schnitt sieht einen vollen Teller in 7 Bahnen vor, das habe ich auf einen 3/4-Teller reduziert, für ein Sommerkleid und dann noch mit Rockfutter war mir das einfach zu viel Stoff. Ich habe dafür die Rockteile mit denen des Herzchenrocks verglichen und entsprechend angepasst. Das vordere mittlere Rockteil habe ich zudem im schrägen Fadenlauf zugeschnitten – ein Trick den ich mir bei Knip-Röcken abgeschaut habe, dadurch fällt der Rock vorne etwas mehr zur Mitte und steht zur Seite hin nicht ganz so ab. Außerdem finde ich es bei Musterstoffen fast immer schöner wenn der schräge Musterverlauf mittig und nicht an der Seitennaht ist.

- Der Rock wird gefüttert und hier habe ich als “Pseudo-Gerät” einen Crash-Taft genommen, der gibt dem Rock etwas Volumen ohne aber gleich so dramatisch zu sein, wie ein Petticoat. Allerdings raschelt er erheblich, was mich am Anfang etwas irritiert hat. Was ich nicht nochmal so machen würde ist die Taschen, wie im Schnitt vorgesehen halb aus dem Futter zuzuschneiden – ich mag am liebsten Taschen aus schnöder Baumwolle und die würden auch weniger auftragen und sich  nicht dauernd verwurschteln.

- Ich musste das Rockteil außerdem im etwa eine Handbreit kürzen. Den Saum habe ich mit hellblauem Satin-Schrägband verstürzt anstatt den angegebenen kilometerlangen Handblindsaum zu nähen.

- Die Ärmel sind von der schmalen Variante des Schnittes und passen aber auch ganz gut zu dieser, finde ich. Sie sitzen gut und ich habe sie nun auch meinem Stoffwechsel-Kleid transplantiert, das von Haus aus dumme Ärmel hatte. Die Ärmel sind gefüttert, das hatte ich, glaub ich, bisher noch nie – dadurch haben sie Stand und tragen sich nett und der Saum krumpelt nicht rum. Daumen hoch dafür.

Also, alles in allem eine Empfehlung für Vogue 8787. Und große Liebe für die Schmetterlinge, jetzt wo sie einmal bezwungen sind.

Griechische Weißkohlpfanne

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Ein absolut großartiges Rezept! Wurde hier von allen für extrem lecker befunden:
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Für 3-4 Personen
500g Spitzkohl (netto ohne Strunk , das sind ca 1,5 kleine Kohlköpfe)
1 Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
200g Tofugehacktes (alternativ Soja Schnetzel fein, vorher eingeweicht)
2 EL Schmand oder Soja Cuisine
1 Tasse Gemüsebrühe
1  TL Paprika edelsüß
1 TL Thymian getrocknet
Salz, Pfeffer, Chiliflocken
100g Feta

Den Kohl in feine Streifen schneiden, die Zwiebel würfeln, den Knoblauch fein hacken. Zusammen mit dem Hack in ordentlich Olivenöl scharf anbraten.

Wenn das Gemüse gut Farbe bekommen hat, die Gewürze und 1 Tasse Gemüsebrühe zugeben. Mit Deckel köcheln lassen, bis der Kohl weich ist. Mit Salz und Chiliflocken nach Geschmack abschmecken.

Mit Feta bestreut servieren.

Dazu passen Ofenkartoffeln, Brot oder Tomatenreis.

Me made Mittwoch: Afrika Afrika

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Heute schaffe ich mal wieder einen kleinen Alltagsoutfit-Beitrag. In letzter Zeit war oft die Zeit zum schreiben zu knapp oder die Kleidung nun wirklich schon 20mal gezeigt.
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Heute trage ich afrikanisch-schwarz. Der Rock ist das zweitälteste selbst genähte Kleidungsstück, das ich noch im aktiven Gebrauch habe. Genäht habe ich diesen Rock 2008 (was so lang ist das schon her ???) als ich mit einem Paket Stoffe von meiner ersten SambiaReise zurückkam und dies zum Anlass nahm, mich an das Nähen von Kleidung zu wagen. Mit Hilfe meiner Schwiegermutter nahm ich den Schnitt – ein einfacher A-Linien-Rock, nur Vorder- & Rückteil, je zwei Abnäher, Reißverschluss in der Seite, kein Bund – von einem Kaufrock ab, nähte einen Proberock aus hochqualitativen Bettlaken und dann diesen Rock.
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Er sitzt heute zugegebermaßen etwas weniger hüftig als 2008 (ähem, Mensa sei Dank) aber wird sehr geschätzt und hält nun schon 6 Jahre tapfer durch. Natürlich weiß ich heute, dass bei mir Röcke ohne Form Bund hoch rutschen und auch meine Reißverschlüsse sehen heute besser aus, aber es ist toll ein Kleidungsstück mit Geschichte zu tragen.
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Und mein Herz schlägt ja auch bei der WM immer ein wenig für die afrikanischen Mannschaften. Und die sind ja nun leider zum Großteil schon raus. Da ist afrikanisches Schwarz doch sehr angemessen.

Meike zeigt heute ein tolles Outfit mit Rot und bunt und einen von mir auch sehr heiß begehrten Unterrock. Hier.

Stoffwechsel: Was mach ich denn?

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Lange nichts passiert hier. Also im Blog nicht im Reallife. Da hatten wir Bronchitis, Sturm, Baum fällen, Taufe und Backenzähne. Über nix zu tun kann ich mich nicht beklagen. Aber Zeit zum Bloggen fehlt ganz erheblich. Nun ja, das ist so. Aber ich möchte trotzdem von meinen Plänen mit meinem wunderschönen Stoffwechselstoff berichten:

Nachdem ich mit V8787 sehr geteilte Erfahrungen gemacht habe und noch nicht sicher bin, ob ich den mag und gern trage (Probekleid zu eng, endgültiges Kleid wartet noch auf Saum), fällt der auf jeden Fall raus. Außerdem habe ich dafür auch zu wenig Stoff.

Ich hatte kurz überlegt, ein anderes der Schnittmuster auf meiner to-sew-Liste zu nehmen, nämlich das Anna Dress oder Cambie. Allerdings habe ich keine Zeit für ein Probekleid und will keine Experimente mit dem schönen Stoff machen – das scheint einigen so zu gehen, dass sie vor dem Stoffwechsel-Stoff Respekt haben. Ist ja auch verständlich, da hat sich eine liebe Bloggerin viel Mühe gemacht und etwas ganz besonderes für mich ausgegraben, das will ich nicht in den Sand setzen. Zwar wäre das natürlich auch ein Grund, einen besonders gern gewollten Schnitt aus dem Stoff zu nähen, aber das Risiko ist eben doch hoch.
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Meine Stoffpatin hatte ein Hemdblusenkleid im Kopf und viele Kommentatorinnen stimmten ihr zu. Ich war auch schon fast so weit, den Schnitt meines lila Leinenkleides noch einmal zu nehmen, denn das trage ich gern. Aber dann fiel mir auf, dass meine beiden Varianten von New Look 6069 einfach meine allerliebsten Sommerkleider sind,

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Frau Knopf zeigte erst letzten Mittwoch auch wieder eine schöne Variante und da machte es Klick und die Entscheidung war gefallen. Es wird ein New Look 6069. Evtl mit etwas weiterem Rock, falls der Stoff reicht und mit Paspeln und Spitzensaum, das wird sehr sehr schön.
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Da das Schmetterlinge-Kleid noch aushängt, hatte ich heute während des Minimenschen Mittagsschlaf Kapazitäten frei uns habe schonmal zugeschnitten. Ich bin ganz glücklich, war aber auch sehr aufgeregt, den ersten Schnitt zu tun .

Geldgeschenk: Reisekasse

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Zu einer Hochzeit, auf der wir kürzlich waren, wünschte das Paar sich einen Beitrag zur Hochzeitsreise. Einfach nur Geld in eine Karte stecken wollten wir natürlich nicht, aber viel Kapazitäten für aufwändige Basteleien hatte ich auch nicht. Zudem bin ich auch nicht die geduldigste Bastlerin der Welt. Nähen war also die Gestaltungsmöglichkeit der Wahl.

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Entschieden habe ich mich für ein kleines Geldtäschchen, das, dem Verwendungszweck gemäß, reisemäßig gestaltet wurde. Das Täschchen ist aus festem Dekostoff mit Landkartendruck (Grenzen von ca 1914 übrigens) von Stoffe Hemmers, gefüttert mit beschichteter Baumwolle mit Serviettenmuster von Stoff und Stil. Da beide Stoffe ordentlich Stand haben, konnte ich mir die Einlage sparen. Der 20cm Reißverschluss war noch im Vorrat, genäht war das ganze in 15 Minuten. Und ich hoffe, ein wasserabweisendes Täschchen ist auf einer Fernreise per se eine nützliche Sache.

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Neben dem Geld fand auch noch die Karte Platz im Täschchen.

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Das war der Mai

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Ja also Wochenrückblicke sind hier gerade eher schwierig zu realisieren. Denn zackizacki ist ein ganzer Monat rum und man kommt ja zu nix. Also zumindest mal der Monatsrückblick.
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Der Mai war bei uns davon geprägt, dass der Mann nun auch wieder arbeitet und wir uns also in unseren Arbeit+Betreuen-Rhythmus einfinden müssen. Wir haben uns schon früh entschieden, zu versuchen, den Minimensch bis 2 zuhause zu betreuen, was konkret bedeutet, dass wir beide einen Teil unserer Arbeit zuhause machen , normalerweise wenn der Minimensch schläft oder wir beide zuhause sind. Das ganze ist gelinde gesagt stressig und erfordert vor allem eiserne Disziplin. Schlendrian im Home office, schlafen wenn das Kind schläft oder lieber mal in Ruhe statt mit Kind auf dem Boden den Haushalt machen ist einfach verboten.

Positiv ist allerdings neben der Freude daran, das Kind zu erleben, dass wir die alltäglichen Sachen wie Haushalt, einkaufen aber auch schönes wie Gartenaufenthalte besser unterkriegen als würden wir im Büro arbeiten und hätten zusätzlich noch die Pendelwege und Wege zur Kita.
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Trotzdem merke ich erheblich, wie mir die Freizeit am Abend abgeht und wie entspannt im Verhältnis mein Vollzeit-Büro Tag ist. Das Gefühl am Abend praktisch vom Schreibtisch ins Bett zu gehen mag ich nicht so, mal ganz abgesehen davon, dass die Nähzeit erheblich einkondensiert ist. Ab nächster Woche haben wir aber teilweise ein Kindermädchen, das wird es hoffentlich besser machen.
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Im Mai hatten sowohl der Minimensch als auch Herr Siebenhundertsachen, mein Opa und die beste und älteste Freundin L. Geburtstag. Viel Feierei aber verhältnismäßig wenig selbst gemachte Geschenke. Ein Geburtstagsshirt gab es natürlich. Und eine verunglückte Lederhülle für die Kompaktkamera des Mannes.
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Ansonsten nähte ich endlich meinen Blazer fertig, vollendete meinen Grundschnitt nach der Schlampenmethode und nähte ein zu enges Probekleid.
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Im Garten sprießt das Unkraut dank reichlich Regen und entsprechend wenig Tage an denen man mit Minimensch im Garten werkeln konnte. Doof, denn der Minimensch hat doch jetzt einen Sandkasten und sehr großen Spaß daran.
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Immerhin konnten wir trotzdem einmal grillen, die Laube ist aufgeräumt und alles Gemüse eingepflanzt.

Im Mai war auch der Dropssale, ich habe mich, nach Durchsicht meines Wolllagers, ganz gut zurückgehalten, finde ich. Aber immer wieder schön, so ein Wollpaket auszupacken.
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Und das bestimmende Element im Mai war natürlich der Stoffwechsel. Ich werde schon ganz rührseelig, wenn ich daran denke. Anfang Mai gab es die Steckbriefe und die Zulosung der Stoffpartnerinnen. Ende Mai kamen fast alle Stoffe an. Dazwischen lagen warten, suchen, gespanntes Rätseln. Ich habe mich sehr gefreut, dass es für die allerallermeisten so toll geklappt hat, dass alle sich so viel Mühe und Gedanken bei der Stoffwahl gemacht haben, es ist schön, Teil einer so wohlwollenden Gemeinschaft zu sein.
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Wo ich eh schon bei alfatex war, hab ich auch ein paar Stoffe für mich gekauft und außerdem noch ein paar andere Stoffe durch die Republik geschickt.
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