Winterkaro mit extra Nähnerdflausch

Standard

Heute trage ich ein Hommage-an-Lotti-Outfit. Es war gestern zum MMM noch nicht fertig aber kann auf keinen Fall bis nächste Woche warten. Denn es ist mal wieder ein Beweis, wie toll Internet-Freundinnen sind.
image

Der Rock, aus den Resten meines letztjährigen Weihnachtskleides, lag schon eine Weile zugeschnitten und gekettelt auf meinem Nähtisch. Ich hatte aber nicht mehr genug Stoff für den Bundbeleg und wollte auch keinen kratzigen Wollstoff für innen, so scheiterte das nähen daran, dass ich keine Muße fand, nach einem passenden Rest Baumwollstoffs für Belege zu suchen. Ich hatte auch anderes zu tun und dachte nicht so viel daran, bis letzte Woche dieses Päckchen bei mir ankam.
image

Lotti sortiert aus (sie verkauft auch tolle Schuhe, schon gesehen?) und schickte mir, einfach so, aus heiterem Himmel eine kleine Kollektion petrolfarbiges. Nicht nur fand ich in ihrem Päckchen einen Köperrest, der perfekt als Bundbeleg für diesen Rock geeignet war, auch eine passende Strumpfhose von beeindruckend toller Qualität und – der Oberhammer – ein Vögeltuch in tollsten Petrol waren dabei. Ich war total gerührt, hab mich irre gefreut und dann den Rock in Angriff genommen.
image
image

Beim Schnitt nix neues, halber Teller, Bund von Simplicity 2451, Tasche rechts, Reißverschluss links. Der Stoff ist Wolle mit Elasthan von alfatex und ziemlich warm (das Weihnachtskleid geht erst bei Temperaturen unter 5 Grad), das Schrägband von höchst schlechter Qualität ist auch vom Weihnachtskleid über und wurde – natürlich – eine Lotti-Gedächtnis-Paspel. Dass ich den Rock liebe, brauche ich nicht betonen, Karo, Teller, Paspel, petrol – was soll da schief gehen?
image
image

Das Oberteil ist schon was länger fertig, aber ich bin nicht recht zufrieden. Der Schnitt ist Plaintain von Deer&Doe, wie üblich. Die Idee mit dem Spitzeneinsatz am Rücken hab ich von einem Kaufshirt. Während ich seinen Spitzeneinsatz sehr sehr schön finde, ist es mir unter der Brust zu weit und wirft komische Falten, ich muss den Schnitt nochmal anpassen, die Taille schlanker und das ganze Shirt kürzer machen. In den Rock gesteckt wirft es noch schlimmere Falten. Insgesamt ist es einfach ab unter der Brust zu weit. Ich fühle mich aber generell in grau auch irgendwie komisch, zu farblos, schätze ich. Ich hatte aber nur Baumwollspitze in grau und wollte das mit der Spitze unbedingt machen. Mit Lottis Tuch ist es aber jetzt nicht mehr zu grau.
image
image

Insgesamt ist das Outfit ein Gewinner und ich denke außerdem den ganzen Tag an die tolle Lotti. Super, oder?
image

Tagebuchbloggen am 28.10.2014

Standard

Der Tag beginnt um 5.00 mit fröhlichem Gebrabbel aus dem Babyfon. Aus unerklärlichen Gründen hat der Minimensch mit der Zeitumstellung seinen Rhythmus in die falsche Richtung verschoben. Statt bisher um sieben erwacht er nun nach neuer Zeit schon den dritten Tag in Folge um fünf. Und das obwohl er zur passenden Zeit am Abend einschlief. Ich war am Abend auch nicht ganz pünktlich im Bett und bin wenig begeistert nach knapp 6 Stunden geweckt zu werden. Ca 40 Minuten lang dösen wir also noch vor uns hin, während der Minimensch offenbar seinen Stofftieren Geschichten aus 1001 Nacht erzählt. Um 5.40 wird er allerdings ungehalten und ich gehe zu ihm rauf , gebe ihm Wasser und einen Beißring und erkläre ihm, dass es noch dunkel ist und alle noch schlafen. Er akzeptiert, sich nochmal mit mir ins Bett zu kuscheln, schläft aber nicht mehr. Um kurz nach 6 wird er endgültig lebhaft. Wir machen also das Licht an, gucken 2 Bilderbücher an. Man merkt ihm die inzwischen 3 Nächte mit zu wenig Schlaf langsam an. Er ist quengelig, tollpatschig und sehr ungeduldig. Heute fahren wir in die Arbeitsstadt und ich frage mich, wie ich ihn auf der Fahrt wachgehalten bekomme . aber erstmal suchen wir Klamotten aus und begeben uns um 6.30 ins Badezimmer.
Wie das immer so ist wenn man müde ist dauert alles ewig. Schwupp ist eine Stunde rum bis Familie Siebenhundertsachen komplett am Frühstückstisch sitzt, die Sachen für den Tag sind auch noch nicht gepackt und der Minimensch hat einen Anfall von spontanverhungern. Das erste Stück vom frischen Brot wird ohne Belag verschlungen derweil ich Kaffee zum mitnehmen koche, Snacks und Mittagessen in Dosen verpacke und ein Brot schmiere. Der Mann über nimmt die Fütterung und anschließende Bespaßung des Raubtiers, ich packe Schlaf- und Spielsachen ein und schminke mich. Wir sind jetzt alle 3 Stunden wach und der Tag hat noch nicht mal angefangen. Ein paar Lagen Klamotten anziehen und den halben Hausstand verpacken. Um 8.20 sitzen wir, später als geplant, im Auto. Auf der Fahrt ist zum Glück eher wenig Verkehr, nur 3 km Stau (von 25) und unter Aufbietung von vielerlei Spielzeug, Grimassen, lustigen Geräuschen und Musik kann der Minimensch wach durchhalten bis wir um 8.50 bei meiner Schwester sind. Hier ist der Zwerg sozusagen zuhause, er marschiert gleich mal rein, lässt sich seine Sachen ausziehen und beginnt sein Spielzeug auszupacken. Ich Briefe meine Schwester zu essen und schlafen, knuddel das Kind kurz und Sitze um 9.05 wieder im Auto. Der Verkehr ist nicht nett und das Parkhaus schon fast voll, aber um 9.20 Sitze ich schließlich am Schreibtisch und merke eine Migräne kommen.

Ich habe keine Veranstaltung aber eine Reihe kleiner und großer Dinge zu erledigen. Ich beginne mit Mails checken und beantworten, das Protokoll der gestrigen Besprechung anfertigen und verschicken, und Schreibtisch aufräumen. Als ich damit durch bin, nehme ich eine Masterarbeit zur Hand, die ich schon seit Tagen korrigiere und … da kommt Kollege J. Also unterbreche ich, schütte Kaffee in Tassen und Milch dazu und wir halten erstmal ein Schwätzchen. Mit der zweiten Tasse Kaffee nehme ich erneut die Arbeit zur Hand, mein Kopf schmerzt und die Arbeit ist eher schlecht. Ich bin daher nicht ungeneigt, mich ablenken zu lassen, z.B. von Kollegin Z. die bei uns rein schaut, Mails, die ich sofort beantworte und anderen Dingen, die es zu besprechen gilt, ich putze auch noch mein Whiteboard, google einige nur am Rande wichtige Sinne und schreibe mir Termine auf. Gegen 11 esse ich einen Schokoriegel, der wie erhofft die Kopfschmerzen etwas lindert. Ich bin unkonzentriert aber beginne mit dem Gutachten zu der Arbeit. Daran schreibe ich, wutschnaubend, bis gegen 12 Kollegin Z. zum Aufbruch zur Mensa bläst. Nach Essen, reden und Kaffee mache ich mit dem Gutachten weiter bis gegen 14 Uhr die studentische Hilfskraft kommt und Kollege J zu seiner Vorlesung verschwindet. Die Hilfskraft ist neu und lernt gerade den Umgang mit LaTeX, so dass ich mich in den folgenden Stunden zahlreich unterbrochen sehe um ihr Dinge zu erklären. Ist aber nicht so schlimm, ich habe nämlich das Gutachten fertig und beginne mit Kleinkram. Unterlagen Korrektur lesen, mir eine ToDo-Liste schreiben, einige Mappen mit Notizen durchsehen und wegsortieren, Dinge ausdrucken, die ich im home office brauchen werde, neue Mappen suchen und nicht finden, dafür einen Schwatz mit unserer Sekretärin halten, meinen Semesterapparat kontrollieren, Unterlagen online stellen. Zackbumm sind 2 Std vorbei, Kollege J kehrt aus der Vorlesung zurück und ich muss eigentlich schon zusammen packen und den Minimensch abholen fahren. Aber da ich den Rest der Woche im home office sein werde, gibt es eben doch noch 2-3 Dinge zu besprechen und vor 16.15 bin ich dann doch nicht unterwegs. Ich halte noch bei der Drogerie an, kaufe Windeln und dies und das und bin gegen 16.45 bei meiner Schwester. Der Minimensch ist bester Laune, hat aber früh und wenig geschlafen und wenig gegessen. Wir bleiben noch auf einen Kaffee dann wird der Zwerg aber schon ziemlich nörgelig und wir packen mal lieber und sind gegen halb sechs auf dem Heimweg. Drei Kilometer Stau. Der Standard. Der Minimensch mag offenbar nicht, dass es dunkel ist und weint. Ich habe Kopfschmerzen und bin unzufrieden mit meinem Arbeitstag. Ich muss nächste Woche einen sehr wichtigen Vortrag halten und bin aber seit Tagen so müde und unkonzentriert, dass ich beim besten Willen nicht inspiriert und motiviert daran arbeiten kann.
Zuhause, wo wir um 18.15 sind, wartet erstaunlicherweise schon der Mann. Das ist dieser Tage selten. Das Essen habe ich auch schon teilweise vorgekocht, so dass der Abend entspannt eingeläutet werden kann. Der Minimensch ist nun schon wirklich müde und als wir gegen halb acht mit Zähneputzen beginnen, kuschelt er sich schon nur noch an uns an. Der Mann verschwindet mit ihm ins Kinderzimmer und ich räume die Küche auf. Danach gönne ich mir erstmal eine halbe Stunde Internet. Twitter, Blogs, Nachrichten. Gott, bin ich müde. Ich beginne halb motiviert an einem Rock zu nähen, der eigentlich nur noch Beleg und Saum braucht. Aber mein Vortrag, der unfertig und unschön ist, lässt mir keine Ruhe. Ich bitte den Mann gegen 21 Uhr, ihn sich einmal anzuhören. Danach diskutieren wir ca. 2 Stunden darüber, wie man es besser machen könnte, entwickeln Ideen für Story und Folien und sind plötzlich etwas erstaunt, als 23 Uhr und schon lang Schlafenszeit ist. Also gehen wir ins Bett, die restlichen Arbeiten am Vortrag müssen bis morgen warten.

Pendeln und Vereinbarkeit

Standard

Ich erwähnte hin und wieder, dass ich im letzten Monat sehr viel arbeitete. Genau genommen arbeitete ich etwa 45Std/Woche auf meiner 20Std-Stelle. Das war nur eine vorübergehende Geschichte, aber da zeitgleich der Mann derzeit auch mehr als rund um die Uhr arbeitet, eine ganz “gute” Gelegenheit, den Betreuungsernstfall zu proben. Dieser Ernstfall wird eintreten, sobald der Minimensch in die Kita geht. Denn dass die Umstellung von sehr flexibler Babysitter-home office-Teilzeit-Lösung auf sehr rigide Kitazeiten-mehr Bürotage-mehr Arbeitszeit ein kleines Problemchen sein würde, schwante uns schon länger. Denn: Mind the Pendelzeiten.

Unsere unfreiwillige Testphase sah so aus: Ich war 3 Tage Vollzeit im Büro, einen vierten Tag hatte ich zuhause Betreuung da. Meine Schwester und die beiden Omas des Minimenschen wechselten sich ab. Was dann noch an Arbeit blieb machte ich abends und am Wochenende in den Mittagsschlafzeiten. Das war ziemlich stressig, denn jeden Tag passte jemand anderes auf den Minimensch auf, obwohl alles vertraute Personen, dann doch ganz schön viel Gewusel. Außerdem waren alle Beteiligten recht übermüdet und von der vielen Arbeit recht geschlaucht, das macht es nun auch nicht gerade besser.

Einmal pro Woche kam der Minimensch z.B. mit in die Arbeitsstadt zu meiner Schwester. Für die 20km Weg brauche ich morgens oft fast 1 Std, nie unter 45 Min, abends das gleiche. Die ewigen Staus sind mit Kind im Auto noch mehr eine Zumutung als ohnehin schon. Für 6 Std Arbeitszeit waren wir oft 9 Std unterwegs. Dies also der Test: Betreuung in der Nähe des Arbeitsplatzes. Mein Verdikt: Stress. Stress um sehr früh mit Kind im Auto zu sitzen, das Kind im Stau bei Laune zu halten, am Abend zur besten Quengelzeit am Einschlafen zu hindern, das Abendessen auch noch pünktlich auf dem Tisch zu haben uswusf.

Die Omatage waren für den Minimensch entspannter, er blieb ja einfach zuhause und wurde liebevollst bespaßt, ganz ohne nervige Autofahrt. Dafür war er natürlich 9-10 Std von mir getrennt. Vor allem aber war das dann für die jeweilige Oma recht anstrengend. Die eine hat nämlich am gleichen Tage noch je 1,5 Std Anreise, die andere muss so weit reisen, dass sie übernachten muss. Den vollen Omaservice wird es also auch in Zukunft nur in Ausnahmefällen geben. Wohnort-nahe Betreuung ist also für den Minimensch prinzipiell weniger stressig, aber unter Berücksichtigung von Pendelstrecken müsste der Minimensch sehr viel länger betreut werden, als ich arbeite.

Und damit zeigt sich sofort das zukünftige Betreuungsdilemma. Durch die Pendelzeiten würde selbst eine Vollzeitbetreuung nicht ausreichen, wollte ich Vollzeit arbeiten. Der Mann könnte zwar den Minimensch abholen, hat aber oft Auswärtstermine, die dann alles direkt sehr kompliziert machen. Ich habe gar nicht vor wieder Vollzeit zu arbeiten, aber mehr als 20 Std schon. Ich werde auch weiter einen Teil meiner Arbeitszeit von zuhause machen. Eigentlich bin ich also nur mittelkompliziert mit meinen Ansprüchen. Ich brauche keine Betreuung für Schichtdienst, Vollzeit plus lange Pendelstrecke oder wechselnde Außeneinsätze. Alles auch gar nicht seltene Fälle.

Dennoch ist es mit den Pendelstrecken natürlich vollkommen irrational, jeden Tag Teilzeit ins Büro zu fahren. Logisch, Umwelt- und nervenschonend wäre, nur an drei Tagen zu fahren, dafür dann 8 Std. Aber eine Betreuung finden, die eine solche Zeitverteilung zulässt? Unmöglich, außer privat. Es gibt also die Alternativen, jeden Tag zu fahren, dadurch in Summe mehr Betreuungsstunden zu brauchen, mehr Zeit im Stau zu stehen, gestresster zu sein, aber in den Regelkitazeitplan zu passen. Oder den Minimensch mit in die Arbeitsstadt zu nehmen. Das würde dann weniger Zeit in der Kita aber dafür immer den Fahrstress bedeuten. Auch nicht schön. Und immernoch müsste ich jeden Tag ins Büro, statt  nur an 3 Tagen. Denn eine Teilzeitbetreuuung, die nicht alle Tage 5 Stunden, sondern 3 Tage 8 Stunden beinhaltet, gibt es schlicht nicht. Der Zusatznachteil: Wenn ich beruflich weg bin, kann niemand den Minimensch in die Kita bringen. Also ist Wohnort-nahe Betreuung immernoch besser machbar, als Arbeitsplatz-nahe Betreuung, wenn man irgendwie vom “Jeden Tag zur gleichen Zeit ins Büro und wieder raus”-Schema abweicht.

Was wäre also ideal für uns? Eine Betreuung in einer Wohnort-nahen Kita, die flexibel genug ist, dass man das Kind an Pendeltagen lang und an home office-Tagen nur kurz hinbringen kann. Das gibt es natürlich nicht. Denn natürlich ist das logistisch schwierig. Es kann nicht jedes Kind mal kommen und mal nicht, mal mittagschlafen und mal nicht, mal mitessen und mal nicht. Allerdings sind wir ja nicht allein mit diesem Problem. Alle Freiberufler mit wechselnder Auftragslage, alle Pendler, alle Schichtdienstler, alle deren Arbeitsleben auch nur einen Hauch von Zeit-Flexibilität verlangt, sind durch die sehr starren Zeitpläne von Regelkitas vor enorme logistische Herausforderungen gestellt. Die Lösung sind dann in gutem Fall Omas und Opas oder sehr flexible Tagesmütter (gibt es in Städten mit Unterversorgung bei der U3-Betreuung praktisch nicht) und sonst eben zusätzlich privat organisierte und bezahlte Kindermädchen, Au pairs, Babysitter und damit auch wieder ein Wust an Bezugspersonen, die oft schneller wechseln als einem lieb ist. Der einfache Weg, nämlich durch den Arbeitgeber organisierte und an die Bedürfnisse seiner Angestellten angepasste Kinderbetreuung gibt es ja wirklich nur in Ausnahmefällen.

Ich bin erstmal ganz froh, dass unser Kombinat aus Time-sharing, home office und Babysitterin derzeit bei Regelarbeitsbelastung ganz ok funktioniert. Unter der Opferung von Abend-Freizeit und nur ermöglicht durch enorme Zugeständnisse in Sachen Zeit- und Ortflexibilität meines Chefs und meiner KollegInnen. Und da wir ja eh nur sehr geringen Einfluss darauf haben, wo wir einen Kita-Platz bekommen und wann (denn das mit dem Anfang des Kindergartenjahres ist ja dann auch nochmal ein Thema, das sehr am Bedarf vorbei ist.) warten wir nun also ab und organisieren dann die Arbeit und das Leben um die Kita, nehme ich an. Was stellen wir uns auch an. Wir könnten ja auch einfach a) einen 8-15.30-Regeltag-Job direkt neben der Kita machen. Oder b) ein Einverdiener-Haushalt sein. Beides total valide Optionen, nicht wahr?

Me made Mittwoch: Unglücksrettungsrock

Standard

Mein Outfit, das ich heute trage, aber auch schon mal letzte Woche im Büro (und dort fotografierte) ist das Ergebnis einer langen Verkettung von Desastern.

image

Der Rock, ein halber Teller, so einfach so standard, wurde aus der Not geboren. Es ging schon mit dem Stoff los. Ich habe ihn im Frühjahr bei einem Großeinkauf bei Alfatex gekauft, ein Viskose-Leinengemisch. Ich habe schon öfter mal diese Zusammensetzung bei alfatex gekauft und es waren bisher stets unkomplizierte, knitterarme Stoffe. Nicht so dieser. In der ersten Wäsche färbte er gleich mal alle seine Kumpels grünlich ein und wurde außerdem so knitterig, dass er kaum noch glatt zu bügeln ging. Nichtmal mit der viel gepriesenen und absolut anbetungswürdigen Dampfbügelstation. Er sollte dann ein Onion 3033 werden. Den Schnitt hatte ich vielfach beim MMM bewundert und mir schließlich von Frau Kreuzberger Nähte geliehen (und monatelang behalten, ich Schuft) weil ich endlich endlich auch so einen hübschen Faltenrock haben wollte. Ich stellte mir dann die Kombi aus den tiefen Kellerfalten und den Streifen auch sehr nett vor und praktisch zum bügeln der Falten exakt im Fadenlauf wäre es ja auch gewesen. Konjunktiv – ihr ahnt es schon. War es nicht. Der Stoff weigerte sich schlicht, sich in Falten bügeln zu lassen. Kaum waren die Falten fertig, hatten die ersten sich schon wieder verflüchtigt. Ich kämpfte, bügelte, fluchte, steckte, griff gar zu Heftfaden (mit der Hand! Ich!) – und hatte trotzdem dann am Ende einen Rock, dessen Falten nicht exakt zur Mitte und nicht exakt zum Streifenverlauf passten und die Form nicht hielten, der mir außerdem zu weit war und auch nicht stand. Puh, war ich wütend auf das Mistding!

image

Sodann zückte ich die Allzweckwaffe, den halben Tellerrockschnitt. Quetschte ihn mit viel Mühe auf die wieder rausgetrennten Rockteile, hatte dann nur noch gerade genug Stoff, um Bünde mit Teilungsnaht zuzuschneiden (Siehe Foto weiter unten) und machte halt einen Teller daraus. Bei der Anprobe stellte ich dann fest, dass der Stoff sich beim nähen auch noch trotz Einlage derart ausgedehnt hatte, dass der Rock auch ohne Reißverschluss auszuziehen ging. Ich trennte, nähte, trennte, nähte – wir kennen das. Und hatte dann am Ende einen leidlich passenden okeishen Rock. In einem Anfall von Liebe zur falschen Zeit, stellte ich aus Karostoff selbst Schrägband her (das mache ich sonst nie!), säumte den Mist-Rock und steckte ihn in die Wäsche. Ja. Danach wusch ich den Rest der Wäsche mit Farbfangtüchern und der Rock war grau. Und passte damit nur noch so semigut zu seinem (mit Liebe! selbst! gebügelten! und zusammengestückelten! Schrägband). Zum Vergleich: hier der Stoff an dem unglückseligen Tag als ich ihn kaufte:

image

ER WAR PETROL! UND JETZT IST ER GRAU!

Nun, ich trage den Rock dennoch einigermaßen häufig, da er halt ein einfacher praktischer Brot-und-Butterrock ist. Er knittert fürchterlich, lässt sich nicht bügeln und leiert ständig noch weiter aus. Deshalb und wegen seines gestückelten Bundes, kann ich das Oberteil nicht reinstecken. Unschön.

image

Um mich daran zu erinnern, dass er eigentlich meine Lieblingsfarbe hat, kombiniere ich ihn stets mit Petrol. Das hat er jetzt davon.

image

Darunter trage ich meinen Volltreffer-Unterrock Typ “Allures und Couture” aus grauem Tüll mit lila-grauem Taft drunter und silbernem Schrägband. Ich plane noch zwei weitere davon. Er ist grandiosestens.

imageUnd nun verlinke ich mich beim Me made Mittwoch, dem mittwöchigen Treffen der Selbstgenähtträgerinnen, das nicht oft genug als das weltbeste virtuelle Beisammensein überhaupt gelobt werden kann. Julia zeigt dort übrigens eine Karojacke, die sehr starke Habenwollenreflexe auszulösen in der Lage ist.

Stoffwechsel II: Mein Stoffpaket

Standard

So, jetzt komme ich auch dazu, euch meinen Stoff zu zeigen. Es ist etwas stressig bei mir derzeit, deshalb kam ich erst jetzt zu Fotos und Bloggen. Und das, obwohl mein Stoff schon seit Wochen bei mir ist, er kam, glaub ich, schon Mitte September. So sah das Paket beim öffnen aus.
image

Ein wundervoller Karostoff. In petrol. Ich war sofort hin und weg. Wolle mit etwas Kunstfaser, schön weich, gar nicht kratzig oder knisternd. Kariert. Mit einem Hauch von pink. Hin und weg. Vollkommen.
image

Dabei war ein netter Brief, der darauf schließen lässt, dass die Absenderin mich entweder kennt, zumindest schon länger mein Blog liest oder sehr sehr gut recherchiert hat. Ich habe dennoch keinen Schimmer, von wem das Paket ist. Der Absender war eine Adresse in Frankfurt, das ist somit auf keinen Fall die echte Absenderin. Irritierenderweise wusste Lotti verdächtig genau über den Stoff Bescheid, sie kann aber nicht die Absenderin sein. Aber vielleicht war sie beim Stoffkauf dabei? Das würde auf eine Berliner Absenderin hindeuten. Andererseits wusste Frifris auch erstaunlich gut Bescheid obwohl sie nicht in Berlin wohnt und nicht bei Stoffwechsel mitmacht. Sehr mysteriös alles.
image

Die unbekannte Absenderin schlägt mir vor aus dem Stoff einen Rock zu nähen, vielleicht passend zu meiner Lieblingsbluse. Aber weil sie unsicher ist, ob ich einen Rock oder ein Kleid nähe, hat sie mir keine Kurzwaren, sondern stattdessen eine farblich perfekt passende Ansteckbluse dazu gepackt. Keine Sorge, liebe Unbekannte: passende Kurzwaren zu petrol habe ich immer im Haus.
image

Ich brauchte nur wenige Stunden, dann hatte ich die perfekte Vision für diesen Schnitt: ein Trägerrock im Stil der 40er. Und regelmäßige Leserinnen wissen, dass ich auch direkt zur Tat schritt und einen Proberock nähte, den ich seitdem sehr gern trage und dessen Schnitt nun also auch diesem Karotraum zur Ehre gereichen wird. Ich werde allerdings etwas basteln müssen, um den Karoverlauf trotz nur 1,60m Stoff sauber hinzubekommen. Aber ich bin ja nicht umsonst die stellvertretende Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Stoffknauserinnen (Vorsitzende ist natürlich Frau Kreuzberger Nähte). Mit ein wenig Zuschnitttetris wird das doch wohl zu schaffen sein. Problematisch ist natürlich auch, dass ich mir dann ganz dringend noch ca 4 Blusenreplikate in schwarz, petrol, pink und nochmal schwarz nähen muss. Und vorher den Schnitt abnehmen.
image

Zum Glück geht just heute für mich eine sehr arbeitsreiche Phase zu Ende und ich habe nun wieder Zeit und Muße, dieses und andere Projekte anzugehen.

Habt ihr schon gesehen, was für tolle Stoffe die anderen alle bekommen haben? Da sind wirkliche Schätze dabei! Ich bin schon wieder ganz begeistert, wie passgenau die Stoffsucherinnen genau das richtige für ihre Wichtelchen gefunden haben. Und spannend ist es auch.

Stoffwechsel II – Zeigt her eure Stoffe!

Standard

Huch. Da ist auf einmal Mitte Oktober und damit schon Zeit unsere Stoffe zu zeigen. Endlich! Einige streicheln ihre Stoffe schon seit Wochen, andere warteten bis zur letzten Minute auf ihr Paket. Ich hoffe, so langsam haben alle Stoffe ihre liebevollen neuen Besitzerinnen gefunden und sind bereit ins Rampenlicht gerückt zu werden.
stoffwechsel
Also. Zeigt uns euren Stoff. Wie kam er zu euch? Ist er, was ihr euch vorstelltet, oder doch ganz anders als erwartet? Habt ihr schon eine Idee, was daraus wird, oder seid ihr noch auf der Suche nach Inspiration? Und gab es Beigaben im Paket? Schnittmustervorschläge?

Ich finde, die Suche nach einem Herbststoff war ganz anders als die nach einem Frühjahrsstoff. Viel mehr Materialien kamen in Frage, dafür gab es viel weniger Muster. Ich vermute, dass es deutlich mehr einfarbige Stoffe geben wird, als im Sommer. Und mehr Textur vermutlich auch. Ich fand die Stoffauswahl sehr spannend und freue mich deshalb sehr, nun die Ergebnisse eurer Stoffsuche zu bestaunen. Lotti und ich sind schon sehr gespannt. Ihr auch?

Meinen eigenen Stoff werde ich, leider erst in den nächsten Tagen, in einem gesonderten Post vorstellen und verlinken. Ich habe ihn schon recht lang hier und weiß auch schon genau, was daraus wird. Und ich habe dieses Mal gar keine Ahnung, von wem er sein könnte.

Wiederum gilt auch dieses Mal: Falls ihr schon wisst, von wem euer Stoff kommt, verratet es nicht, dann können alle anderen (auch die Nicht-Teilnehmerinnen – ich weiß da von gewissen Listen ;-) ) erstmal fröhlich raten und später wird dann aufgelöst. Das Linkup bleibt eine Woche geöffnet, damit auch die, die ihren Stoff erst auf die letzte Minute bekommen haben, genug Zeit zum Posten finden.

Und nun: Her mit den Links!

Hinweis: Stoffwechsel ist eine geschlossene Aktion. Links von Nicht-Teilnehmerinnen werden kommentarlos gelöscht.

Wintermantel II

Standard

Sonntag warschon das nächste Treffen beim Herbstjackensewalong von Chrissy und Karin. Hier ist, wie angekündigt noch nix passiert. Ich habe weder Zeit noch Muße für ein so langwieriges Projekt. Aber noch 1 Woche, dann wird es wieder entspannter und dann lege ich mit meinem Mantel los. Bis dahin werde ich auch hoffentlich alles Material zusammen haben. Den Oberstoff habe ich schon länger:
image

Ein grau-schwarzer BW-Flanell bei dem die glatte Seite die Außenseite ist. Das Muster heißt Salt and Pepper. Ich habe ihn von (Surprise!) Alfatex und mit 8,90€/m war er preislich so, dass ich keine Hemmungen habe, direkt ohne Probeteil loszulegen.
image

Für ein Probeteil habe ich nämlich keine Zeit. Der Stoff ist zwar recht dick und dicht gewebt, aber natürlich braucht ein echter Wintermantel mehr als das. Ich habe daher bei funfabric.de (Volle Empfehlung) Thinsulate bestellt, für die Wärme und Z-Liner, ein Windschutzmembran-Vlies.

Was mir noch fehlt ist das Futter. Ich werde Satin oder Acetattaft nehmen und möchte, so wie beim Robson, gern eine dramatische Farbe. Ich habe mich jetzt für petrol entschieden und werde das dann noch bestellen. Beim nächsten Treffen kann ich dann vielleicht auch schon Fortschritte zeigen.

Me made Mittwoch: Verjüngter Vichy-Teller

Standard

Heute trage ich, genau wie gestern, als ich die Fotos machte, einen Tellerrock aus lila-schwarzem Vichy-Karo. Wie so oft bei mir, ein Kleidungsstück mit Geschichte.
image

Genäht habe ich den Rock am vergangenen Wochenende und gestern trug ich ihn, zusammen mit Blazer und (dem Wetter geschuldet) Schal zu einem wichtigen Arbeitstermin. Darunter trage ich unsichtbar einen neuen Unterrock, einen grauen Doppel-Teller aus Tüll nach dem Vorbild von Catherines neuem Lieblingsunterrock.
image

Das Material für diesen Rock war ein wadenlanger ganzer Tellerrock von Bogner, den ich sehr liebreizenderweise von der Mutter von Kollege J. geschenkt bekam. Der Rock war an sich toll, nur für meinen Geschmack etwas zu lang und – nunja – etwas eng am Bund, also so ca. 10cm zu eng. Er hatte einen schmalen Bund mit Gürtelschlaufen und einen passenden Gürtel. Außerdem – phänomenal – eine Seitennahttasche. Ich habe den Rock rabiat mittels Schere seines Bundes beraubt und mich dann erstmal sehr gewundert, da er mir dann ca. 8cm zu weit war. Da war einige an Umfang eingehalten worden. Ich habe dann aus dem unteren Rand meinen Standardbund (Simplicity 2451) zugeschnitten, die Mehrweite wiederum eingehalten und schwupps nur noch kürzen, rollsäumen, neuer Rock fertig.
image

Am Montagabend habe ich spontan aus grauem Tüll von alfatex zwei halbe Teller zugeschnitten, aus Polyestertaft noch einen halben Teller dazu, einen Reißverschluss in die Seitennaht, Wäschegummi an die Oberkante und ‘kurz’ drülfzig Kilometer Satin-Schrägband an den Saum und zack, toller neuer Unterrock. Allerdings will ich den Taft-Teller noch mit Spitzensaum ausstatten.
image

Ich bin – wie man an der geringen Bloggingfrequenz merkt – derzeit sehr beschäftigt. Daher nicht viele weitere Worte. Guckt mal auf dem MMM-Blog, da zeigt Katharina ein toller Punktekleid und die anderen Damen sind auch selbst benäht gekleidet.

image

Me made Mittwoch: Trägerrock

Standard

Ich zeige heute – mit Bildern von Montag – mein neuestes und derzeit liebstes Kleidungsstück. Der Trägerrock.
image

Ich habe beim Stöbern auf Pinterest und inspiriert durch Lottis Herbst-Moodboard ein sehr spontanes und dringliches Bedürfnis entwickelt, aus meinem schon eingetroffenen, aber noch sehr geheimen, Stoffwechsel-Stoff einen Trägerrock im Stil der 40er zu nähen. Das ganze wollte ich natürlich erstmal ausprobieren und habe einen Proberock genäht. Er ist fertig und total toll. Also wirklich total total toll.
image

Genäht habe ich einen halben Tellerrock, der 2cm unter der natürlichen Taille sitzt, mit einem 12cm breiten, sehr fest verstärkten Bund. Die Träger sind 3,5cm breit und sind zwischen Bund und Bundbeleg mitgefasst. Den Schnitt für den Tellerrock konstruiere ich nach dieser Anleitung. Für den Bund habe ich als Basis den Bund von Simplicity 2451 verwendet, die Rundung abgeschwächt und oben und unten 2cm zugegeben, und natürlich das Taillenmaß genommen und die Länge angepasst. Ich musste in der hinteren Mitte noch einiges am Bund wegnehmen, da ich ein Hohlkreuz habe, das ist bei einem so breiten steifen Bund dann doch augenscheinlicher als sonst. Der Reißverschluss sitzt in der Seitennaht, auf der rechten Seite habe ich eine Nahttasche eingefügt.
image

Der Stoff ist ein schwerer Chevron-Stoff aus Baumwolle mit kuscheliger Rückseite. Wunderschön zu tragen und zu verarbeiten. Gekauft habe ich ihn für 6,90€/m bei alfatex. Ein idealer Proberockstoff. Ich habe den Rock nicht gefüttert, ich werde ihn mit Unterrock oder Petticoat tragen.
image

Der Trägerrock trägt sich erstaunlich angenehm. Ich hatte Bedenken, dass der steife hohe Bund mich einengt, aber ganz im Gegenteil fühle ich mich darin auf sehr angenehme Art und Weise angezogen, halte mich gerade und schreite sehr beschwingt durch den Tag. Außerdem finde ich ihn sehr gelungen (und meine Real-Life-Umwelt hat dies bisher einhellig bestätigt).
image

Auf einigen der Fotos sieht man das einzig verbliebene Manko: Wenn ich mich nicht gerade, sondern eher lümmelig halte, insbesondere beim Sitzen oder wild gestikulieren und speziell beim Autofahren, rutschen die Träger von den Schultern. Dieses Problem gedenke ich beim nächsten Trägerrock dadurch zu lösen, dass ich hinten ein Stück breites Gummiband in die Träger einbaue, knapp über dem Bund. Das ist zwar etwas hosenträgeresk, aber wird den Komfort wesentlich erhöhen, ohne dass man die Träger unbequem straff anbringen muss.
image

Hier noch ein paar Detailbilder. Der innere Bundbeleg ist bisher noch nicht angenäht, weil ich mir die Möglichkeit offenhalten wollte, nach dem ersten Tragen die Trägerlänge noch einmal nachzujustieren.
image

Der Saum ist mit Schrägband verstürzt.
image

Die Träger sind von außen füßchenbreit abgesteppt.
image

image

image

Übrigens hat Muriel auch schon einen fertigen Trägerrock und Frau Rothedinge näht gerade an einem wundervollen Exemplar aus Tweed. Hat noch wer schon einen in Arbeit?

Beim MMM gibt es heute allerlei herbstliches zu sehen, allen voran Dodo, in afrikanischer Farbenpracht. Hach wie schön! Und herzlich willkommen als Vorturnerin liebe Dodo!

Herbst-Jacken-Sewalong 2014-1

Standard

Dreikah und Chrissy (zwei tolle Blogs, die ich erst seit relativ kurzer Zeit lese und dank Twitter gefunden hab, btw) veranstalten gemeinsam einen Sewalong für Herbst- und Winterjacken und -mäntel. Das finde ich ziemlich gut, denn ich hatte mir für dieses vorgenommen, mir erstmals einen echten richtigen Wintermantel zu nähen, da kommt mir Gesellschaft sehr gelegen. Danke schon mal an die beiden für ihren Einsatz, ihre Mühe und die gut durchdachte Aktion.

Das Problem ist, dass ich bis mindestens zum 20. Oktober auf keinen Fall Zeit für ein so komplexes Projekt habe, ich werde also wohl die nächsten Sonntags skippen und dann spät hinzu kommen und eine Aufholjagd starten müssen. Aber ich habe mich immerhin schon vorbereitet und Stoff und Schnitt liegen hier schon bereit.

Was brauche ich?
Ich habe jetzt Jahre mit 2 Mänteln aus Wollstoff ohne Futter (beide grau), 1 Mantel mit Wattierung (braun) und einer Jacke aus Wollstoff mit Wattierung (grau) verbracht. Der wattierte Mantel hat keine Kapuze und gefiel mir auch sonst schon lang nicht mehr, zusätzlich war er der einzige, der mir noch weit in der Schwangerschaft passte (damals im unendlichen Winter 12/13) und er war jetzt nach der Schwangerschaft wirklich durch. Damit ich mich nicht aus Bequemlichkeit noch einen Winter mit ihm arrangiere (fluchend und schnatternd) hab ich ihn dieses Frühjahr weggeworfen. Die Wollmäntel sind beide toll, aber untailliert und ab ca 5 Grad zu kalt. Die Jacke ist auch nicht mehr ganz taufrisch und hat eine Länge, die über Kleidern und Röcken extrem unpraktisch ist.

Ich brauche also einen Mantel, der tailliert, wattiert und zu meiner gesamten Garderobe kompatibel ist (denn mehr als einen werde ich dieses Jahr nicht nähen).

Es bot sich daher (leider) wieder grau als Farbe an. Braun passt zu zu wenigen meiner Kleider, schwarz passt nicht zu braun und manchem blau, blau nicht zu schwarz, rot und lila, die ich sofort nähme, nicht uneingeschränkt zu braun und blau. Tja. Also grau. Da wollte ich dann aber wenigstens einen Stoff mit schönem Muster und Struktur. Und nicht zu teuer, ist ja mein erster gefütterter Mantel. Hab ich gefunden. Baumwollflanell, zeige ich nächstes Treffen.

Ich habe auch schon Thinsulate als Wärmeschicht bestellt. Unsicher bin ich, welches Futter ich verwende. Toll wäre ein petrolfarbener Satin. Aber vernünftig wäre wahrscheinlich ein Windstopper-Futter, oder?

Der Schnitt ist nach dem 1. September-Sale mit einer Großbestellung aus Amerika gekommen:
image

Da ich beim Robson sehr gute Erfahrung mit dem Anpassen über die Prinzessnähte gemacht hab, habe ich hier auch wieder einen Schnitt mit Prinzessnähten gewählt. Ich werde die Version mit Kragen nähen, weil ich es dann doch etwas gewagt fände, auch noch eine Kapuze drankonstruieren zu wollen. Was mich etwas abschreckt ist, dass ich ein kleines Buttericktrauma habe. Butterick behauptet laut Maßtabelle stets, ich läge zwischen 14 und 16. Wenn ich dann, voll gewagt, 14 zuschneide, stecke ich in einem Sack. Meist nehme ich zwischen 4 und 8 cm weg. Danach hat der Schnitt meist nur noch entfernt mit sich selbst Ähnlichkeit. Ich werde keine Zeit für Nesselproben haben. Das Risiko ist also groß…

Aber egal, das wird schon. Jetzt erstmal gucken, wer sich schon alles versammelt und mitnähen will.