Me made Mittwoch: Unglücksrettungsrock

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Mein Outfit, das ich heute trage, aber auch schon mal letzte Woche im Büro (und dort fotografierte) ist das Ergebnis einer langen Verkettung von Desastern.

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Der Rock, ein halber Teller, so einfach so standard, wurde aus der Not geboren. Es ging schon mit dem Stoff los. Ich habe ihn im Frühjahr bei einem Großeinkauf bei Alfatex gekauft, ein Viskose-Leinengemisch. Ich habe schon öfter mal diese Zusammensetzung bei alfatex gekauft und es waren bisher stets unkomplizierte, knitterarme Stoffe. Nicht so dieser. In der ersten Wäsche färbte er gleich mal alle seine Kumpels grünlich ein und wurde außerdem so knitterig, dass er kaum noch glatt zu bügeln ging. Nichtmal mit der viel gepriesenen und absolut anbetungswürdigen Dampfbügelstation. Er sollte dann ein Onion 3033 werden. Den Schnitt hatte ich vielfach beim MMM bewundert und mir schließlich von Frau Kreuzberger Nähte geliehen (und monatelang behalten, ich Schuft) weil ich endlich endlich auch so einen hübschen Faltenrock haben wollte. Ich stellte mir dann die Kombi aus den tiefen Kellerfalten und den Streifen auch sehr nett vor und praktisch zum bügeln der Falten exakt im Fadenlauf wäre es ja auch gewesen. Konjunktiv – ihr ahnt es schon. War es nicht. Der Stoff weigerte sich schlicht, sich in Falten bügeln zu lassen. Kaum waren die Falten fertig, hatten die ersten sich schon wieder verflüchtigt. Ich kämpfte, bügelte, fluchte, steckte, griff gar zu Heftfaden (mit der Hand! Ich!) – und hatte trotzdem dann am Ende einen Rock, dessen Falten nicht exakt zur Mitte und nicht exakt zum Streifenverlauf passten und die Form nicht hielten, der mir außerdem zu weit war und auch nicht stand. Puh, war ich wütend auf das Mistding!

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Sodann zückte ich die Allzweckwaffe, den halben Tellerrockschnitt. Quetschte ihn mit viel Mühe auf die wieder rausgetrennten Rockteile, hatte dann nur noch gerade genug Stoff, um Bünde mit Teilungsnaht zuzuschneiden (Siehe Foto weiter unten) und machte halt einen Teller daraus. Bei der Anprobe stellte ich dann fest, dass der Stoff sich beim nähen auch noch trotz Einlage derart ausgedehnt hatte, dass der Rock auch ohne Reißverschluss auszuziehen ging. Ich trennte, nähte, trennte, nähte – wir kennen das. Und hatte dann am Ende einen leidlich passenden okeishen Rock. In einem Anfall von Liebe zur falschen Zeit, stellte ich aus Karostoff selbst Schrägband her (das mache ich sonst nie!), säumte den Mist-Rock und steckte ihn in die Wäsche. Ja. Danach wusch ich den Rest der Wäsche mit Farbfangtüchern und der Rock war grau. Und passte damit nur noch so semigut zu seinem (mit Liebe! selbst! gebügelten! und zusammengestückelten! Schrägband). Zum Vergleich: hier der Stoff an dem unglückseligen Tag als ich ihn kaufte:

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ER WAR PETROL! UND JETZT IST ER GRAU!

Nun, ich trage den Rock dennoch einigermaßen häufig, da er halt ein einfacher praktischer Brot-und-Butterrock ist. Er knittert fürchterlich, lässt sich nicht bügeln und leiert ständig noch weiter aus. Deshalb und wegen seines gestückelten Bundes, kann ich das Oberteil nicht reinstecken. Unschön.

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Um mich daran zu erinnern, dass er eigentlich meine Lieblingsfarbe hat, kombiniere ich ihn stets mit Petrol. Das hat er jetzt davon.

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Darunter trage ich meinen Volltreffer-Unterrock Typ “Allures und Couture” aus grauem Tüll mit lila-grauem Taft drunter und silbernem Schrägband. Ich plane noch zwei weitere davon. Er ist grandiosestens.

imageUnd nun verlinke ich mich beim Me made Mittwoch, dem mittwöchigen Treffen der Selbstgenähtträgerinnen, das nicht oft genug als das weltbeste virtuelle Beisammensein überhaupt gelobt werden kann. Julia zeigt dort übrigens eine Karojacke, die sehr starke Habenwollenreflexe auszulösen in der Lage ist.

Stoffwechsel II: Mein Stoffpaket

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So, jetzt komme ich auch dazu, euch meinen Stoff zu zeigen. Es ist etwas stressig bei mir derzeit, deshalb kam ich erst jetzt zu Fotos und Bloggen. Und das, obwohl mein Stoff schon seit Wochen bei mir ist, er kam, glaub ich, schon Mitte September. So sah das Paket beim öffnen aus.
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Ein wundervoller Karostoff. In petrol. Ich war sofort hin und weg. Wolle mit etwas Kunstfaser, schön weich, gar nicht kratzig oder knisternd. Kariert. Mit einem Hauch von pink. Hin und weg. Vollkommen.
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Dabei war ein netter Brief, der darauf schließen lässt, dass die Absenderin mich entweder kennt, zumindest schon länger mein Blog liest oder sehr sehr gut recherchiert hat. Ich habe dennoch keinen Schimmer, von wem das Paket ist. Der Absender war eine Adresse in Frankfurt, das ist somit auf keinen Fall die echte Absenderin. Irritierenderweise wusste Lotti verdächtig genau über den Stoff Bescheid, sie kann aber nicht die Absenderin sein. Aber vielleicht war sie beim Stoffkauf dabei? Das würde auf eine Berliner Absenderin hindeuten. Andererseits wusste Frifris auch erstaunlich gut Bescheid obwohl sie nicht in Berlin wohnt und nicht bei Stoffwechsel mitmacht. Sehr mysteriös alles.
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Die unbekannte Absenderin schlägt mir vor aus dem Stoff einen Rock zu nähen, vielleicht passend zu meiner Lieblingsbluse. Aber weil sie unsicher ist, ob ich einen Rock oder ein Kleid nähe, hat sie mir keine Kurzwaren, sondern stattdessen eine farblich perfekt passende Ansteckbluse dazu gepackt. Keine Sorge, liebe Unbekannte: passende Kurzwaren zu petrol habe ich immer im Haus.
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Ich brauchte nur wenige Stunden, dann hatte ich die perfekte Vision für diesen Schnitt: ein Trägerrock im Stil der 40er. Und regelmäßige Leserinnen wissen, dass ich auch direkt zur Tat schritt und einen Proberock nähte, den ich seitdem sehr gern trage und dessen Schnitt nun also auch diesem Karotraum zur Ehre gereichen wird. Ich werde allerdings etwas basteln müssen, um den Karoverlauf trotz nur 1,60m Stoff sauber hinzubekommen. Aber ich bin ja nicht umsonst die stellvertretende Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Stoffknauserinnen (Vorsitzende ist natürlich Frau Kreuzberger Nähte). Mit ein wenig Zuschnitttetris wird das doch wohl zu schaffen sein. Problematisch ist natürlich auch, dass ich mir dann ganz dringend noch ca 4 Blusenreplikate in schwarz, petrol, pink und nochmal schwarz nähen muss. Und vorher den Schnitt abnehmen.
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Zum Glück geht just heute für mich eine sehr arbeitsreiche Phase zu Ende und ich habe nun wieder Zeit und Muße, dieses und andere Projekte anzugehen.

Habt ihr schon gesehen, was für tolle Stoffe die anderen alle bekommen haben? Da sind wirkliche Schätze dabei! Ich bin schon wieder ganz begeistert, wie passgenau die Stoffsucherinnen genau das richtige für ihre Wichtelchen gefunden haben. Und spannend ist es auch.

Stoffwechsel II – Zeigt her eure Stoffe!

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Huch. Da ist auf einmal Mitte Oktober und damit schon Zeit unsere Stoffe zu zeigen. Endlich! Einige streicheln ihre Stoffe schon seit Wochen, andere warteten bis zur letzten Minute auf ihr Paket. Ich hoffe, so langsam haben alle Stoffe ihre liebevollen neuen Besitzerinnen gefunden und sind bereit ins Rampenlicht gerückt zu werden.
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Also. Zeigt uns euren Stoff. Wie kam er zu euch? Ist er, was ihr euch vorstelltet, oder doch ganz anders als erwartet? Habt ihr schon eine Idee, was daraus wird, oder seid ihr noch auf der Suche nach Inspiration? Und gab es Beigaben im Paket? Schnittmustervorschläge?

Ich finde, die Suche nach einem Herbststoff war ganz anders als die nach einem Frühjahrsstoff. Viel mehr Materialien kamen in Frage, dafür gab es viel weniger Muster. Ich vermute, dass es deutlich mehr einfarbige Stoffe geben wird, als im Sommer. Und mehr Textur vermutlich auch. Ich fand die Stoffauswahl sehr spannend und freue mich deshalb sehr, nun die Ergebnisse eurer Stoffsuche zu bestaunen. Lotti und ich sind schon sehr gespannt. Ihr auch?

Meinen eigenen Stoff werde ich, leider erst in den nächsten Tagen, in einem gesonderten Post vorstellen und verlinken. Ich habe ihn schon recht lang hier und weiß auch schon genau, was daraus wird. Und ich habe dieses Mal gar keine Ahnung, von wem er sein könnte.

Wiederum gilt auch dieses Mal: Falls ihr schon wisst, von wem euer Stoff kommt, verratet es nicht, dann können alle anderen (auch die Nicht-Teilnehmerinnen – ich weiß da von gewissen Listen ;-) ) erstmal fröhlich raten und später wird dann aufgelöst. Das Linkup bleibt eine Woche geöffnet, damit auch die, die ihren Stoff erst auf die letzte Minute bekommen haben, genug Zeit zum Posten finden.

Und nun: Her mit den Links!

Hinweis: Stoffwechsel ist eine geschlossene Aktion. Links von Nicht-Teilnehmerinnen werden kommentarlos gelöscht.

Wintermantel II

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Sonntag warschon das nächste Treffen beim Herbstjackensewalong von Chrissy und Karin. Hier ist, wie angekündigt noch nix passiert. Ich habe weder Zeit noch Muße für ein so langwieriges Projekt. Aber noch 1 Woche, dann wird es wieder entspannter und dann lege ich mit meinem Mantel los. Bis dahin werde ich auch hoffentlich alles Material zusammen haben. Den Oberstoff habe ich schon länger:
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Ein grau-schwarzer BW-Flanell bei dem die glatte Seite die Außenseite ist. Das Muster heißt Salt and Pepper. Ich habe ihn von (Surprise!) Alfatex und mit 8,90€/m war er preislich so, dass ich keine Hemmungen habe, direkt ohne Probeteil loszulegen.
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Für ein Probeteil habe ich nämlich keine Zeit. Der Stoff ist zwar recht dick und dicht gewebt, aber natürlich braucht ein echter Wintermantel mehr als das. Ich habe daher bei funfabric.de (Volle Empfehlung) Thinsulate bestellt, für die Wärme und Z-Liner, ein Windschutzmembran-Vlies.

Was mir noch fehlt ist das Futter. Ich werde Satin oder Acetattaft nehmen und möchte, so wie beim Robson, gern eine dramatische Farbe. Ich habe mich jetzt für petrol entschieden und werde das dann noch bestellen. Beim nächsten Treffen kann ich dann vielleicht auch schon Fortschritte zeigen.

Me made Mittwoch: Verjüngter Vichy-Teller

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Heute trage ich, genau wie gestern, als ich die Fotos machte, einen Tellerrock aus lila-schwarzem Vichy-Karo. Wie so oft bei mir, ein Kleidungsstück mit Geschichte.
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Genäht habe ich den Rock am vergangenen Wochenende und gestern trug ich ihn, zusammen mit Blazer und (dem Wetter geschuldet) Schal zu einem wichtigen Arbeitstermin. Darunter trage ich unsichtbar einen neuen Unterrock, einen grauen Doppel-Teller aus Tüll nach dem Vorbild von Catherines neuem Lieblingsunterrock.
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Das Material für diesen Rock war ein wadenlanger ganzer Tellerrock von Bogner, den ich sehr liebreizenderweise von der Mutter von Kollege J. geschenkt bekam. Der Rock war an sich toll, nur für meinen Geschmack etwas zu lang und – nunja – etwas eng am Bund, also so ca. 10cm zu eng. Er hatte einen schmalen Bund mit Gürtelschlaufen und einen passenden Gürtel. Außerdem – phänomenal – eine Seitennahttasche. Ich habe den Rock rabiat mittels Schere seines Bundes beraubt und mich dann erstmal sehr gewundert, da er mir dann ca. 8cm zu weit war. Da war einige an Umfang eingehalten worden. Ich habe dann aus dem unteren Rand meinen Standardbund (Simplicity 2451) zugeschnitten, die Mehrweite wiederum eingehalten und schwupps nur noch kürzen, rollsäumen, neuer Rock fertig.
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Am Montagabend habe ich spontan aus grauem Tüll von alfatex zwei halbe Teller zugeschnitten, aus Polyestertaft noch einen halben Teller dazu, einen Reißverschluss in die Seitennaht, Wäschegummi an die Oberkante und ‘kurz’ drülfzig Kilometer Satin-Schrägband an den Saum und zack, toller neuer Unterrock. Allerdings will ich den Taft-Teller noch mit Spitzensaum ausstatten.
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Ich bin – wie man an der geringen Bloggingfrequenz merkt – derzeit sehr beschäftigt. Daher nicht viele weitere Worte. Guckt mal auf dem MMM-Blog, da zeigt Katharina ein toller Punktekleid und die anderen Damen sind auch selbst benäht gekleidet.

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Me made Mittwoch: Trägerrock

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Ich zeige heute – mit Bildern von Montag – mein neuestes und derzeit liebstes Kleidungsstück. Der Trägerrock.
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Ich habe beim Stöbern auf Pinterest und inspiriert durch Lottis Herbst-Moodboard ein sehr spontanes und dringliches Bedürfnis entwickelt, aus meinem schon eingetroffenen, aber noch sehr geheimen, Stoffwechsel-Stoff einen Trägerrock im Stil der 40er zu nähen. Das ganze wollte ich natürlich erstmal ausprobieren und habe einen Proberock genäht. Er ist fertig und total toll. Also wirklich total total toll.
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Genäht habe ich einen halben Tellerrock, der 2cm unter der natürlichen Taille sitzt, mit einem 12cm breiten, sehr fest verstärkten Bund. Die Träger sind 3,5cm breit und sind zwischen Bund und Bundbeleg mitgefasst. Den Schnitt für den Tellerrock konstruiere ich nach dieser Anleitung. Für den Bund habe ich als Basis den Bund von Simplicity 2451 verwendet, die Rundung abgeschwächt und oben und unten 2cm zugegeben, und natürlich das Taillenmaß genommen und die Länge angepasst. Ich musste in der hinteren Mitte noch einiges am Bund wegnehmen, da ich ein Hohlkreuz habe, das ist bei einem so breiten steifen Bund dann doch augenscheinlicher als sonst. Der Reißverschluss sitzt in der Seitennaht, auf der rechten Seite habe ich eine Nahttasche eingefügt.
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Der Stoff ist ein schwerer Chevron-Stoff aus Baumwolle mit kuscheliger Rückseite. Wunderschön zu tragen und zu verarbeiten. Gekauft habe ich ihn für 6,90€/m bei alfatex. Ein idealer Proberockstoff. Ich habe den Rock nicht gefüttert, ich werde ihn mit Unterrock oder Petticoat tragen.
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Der Trägerrock trägt sich erstaunlich angenehm. Ich hatte Bedenken, dass der steife hohe Bund mich einengt, aber ganz im Gegenteil fühle ich mich darin auf sehr angenehme Art und Weise angezogen, halte mich gerade und schreite sehr beschwingt durch den Tag. Außerdem finde ich ihn sehr gelungen (und meine Real-Life-Umwelt hat dies bisher einhellig bestätigt).
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Auf einigen der Fotos sieht man das einzig verbliebene Manko: Wenn ich mich nicht gerade, sondern eher lümmelig halte, insbesondere beim Sitzen oder wild gestikulieren und speziell beim Autofahren, rutschen die Träger von den Schultern. Dieses Problem gedenke ich beim nächsten Trägerrock dadurch zu lösen, dass ich hinten ein Stück breites Gummiband in die Träger einbaue, knapp über dem Bund. Das ist zwar etwas hosenträgeresk, aber wird den Komfort wesentlich erhöhen, ohne dass man die Träger unbequem straff anbringen muss.
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Hier noch ein paar Detailbilder. Der innere Bundbeleg ist bisher noch nicht angenäht, weil ich mir die Möglichkeit offenhalten wollte, nach dem ersten Tragen die Trägerlänge noch einmal nachzujustieren.
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Der Saum ist mit Schrägband verstürzt.
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Die Träger sind von außen füßchenbreit abgesteppt.
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Übrigens hat Muriel auch schon einen fertigen Trägerrock und Frau Rothedinge näht gerade an einem wundervollen Exemplar aus Tweed. Hat noch wer schon einen in Arbeit?

Beim MMM gibt es heute allerlei herbstliches zu sehen, allen voran Dodo, in afrikanischer Farbenpracht. Hach wie schön! Und herzlich willkommen als Vorturnerin liebe Dodo!

Herbst-Jacken-Sewalong 2014-1

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Dreikah und Chrissy (zwei tolle Blogs, die ich erst seit relativ kurzer Zeit lese und dank Twitter gefunden hab, btw) veranstalten gemeinsam einen Sewalong für Herbst- und Winterjacken und -mäntel. Das finde ich ziemlich gut, denn ich hatte mir für dieses vorgenommen, mir erstmals einen echten richtigen Wintermantel zu nähen, da kommt mir Gesellschaft sehr gelegen. Danke schon mal an die beiden für ihren Einsatz, ihre Mühe und die gut durchdachte Aktion.

Das Problem ist, dass ich bis mindestens zum 20. Oktober auf keinen Fall Zeit für ein so komplexes Projekt habe, ich werde also wohl die nächsten Sonntags skippen und dann spät hinzu kommen und eine Aufholjagd starten müssen. Aber ich habe mich immerhin schon vorbereitet und Stoff und Schnitt liegen hier schon bereit.

Was brauche ich?
Ich habe jetzt Jahre mit 2 Mänteln aus Wollstoff ohne Futter (beide grau), 1 Mantel mit Wattierung (braun) und einer Jacke aus Wollstoff mit Wattierung (grau) verbracht. Der wattierte Mantel hat keine Kapuze und gefiel mir auch sonst schon lang nicht mehr, zusätzlich war er der einzige, der mir noch weit in der Schwangerschaft passte (damals im unendlichen Winter 12/13) und er war jetzt nach der Schwangerschaft wirklich durch. Damit ich mich nicht aus Bequemlichkeit noch einen Winter mit ihm arrangiere (fluchend und schnatternd) hab ich ihn dieses Frühjahr weggeworfen. Die Wollmäntel sind beide toll, aber untailliert und ab ca 5 Grad zu kalt. Die Jacke ist auch nicht mehr ganz taufrisch und hat eine Länge, die über Kleidern und Röcken extrem unpraktisch ist.

Ich brauche also einen Mantel, der tailliert, wattiert und zu meiner gesamten Garderobe kompatibel ist (denn mehr als einen werde ich dieses Jahr nicht nähen).

Es bot sich daher (leider) wieder grau als Farbe an. Braun passt zu zu wenigen meiner Kleider, schwarz passt nicht zu braun und manchem blau, blau nicht zu schwarz, rot und lila, die ich sofort nähme, nicht uneingeschränkt zu braun und blau. Tja. Also grau. Da wollte ich dann aber wenigstens einen Stoff mit schönem Muster und Struktur. Und nicht zu teuer, ist ja mein erster gefütterter Mantel. Hab ich gefunden. Baumwollflanell, zeige ich nächstes Treffen.

Ich habe auch schon Thinsulate als Wärmeschicht bestellt. Unsicher bin ich, welches Futter ich verwende. Toll wäre ein petrolfarbener Satin. Aber vernünftig wäre wahrscheinlich ein Windstopper-Futter, oder?

Der Schnitt ist nach dem 1. September-Sale mit einer Großbestellung aus Amerika gekommen:
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Da ich beim Robson sehr gute Erfahrung mit dem Anpassen über die Prinzessnähte gemacht hab, habe ich hier auch wieder einen Schnitt mit Prinzessnähten gewählt. Ich werde die Version mit Kragen nähen, weil ich es dann doch etwas gewagt fände, auch noch eine Kapuze drankonstruieren zu wollen. Was mich etwas abschreckt ist, dass ich ein kleines Buttericktrauma habe. Butterick behauptet laut Maßtabelle stets, ich läge zwischen 14 und 16. Wenn ich dann, voll gewagt, 14 zuschneide, stecke ich in einem Sack. Meist nehme ich zwischen 4 und 8 cm weg. Danach hat der Schnitt meist nur noch entfernt mit sich selbst Ähnlichkeit. Ich werde keine Zeit für Nesselproben haben. Das Risiko ist also groß…

Aber egal, das wird schon. Jetzt erstmal gucken, wer sich schon alles versammelt und mitnähen will.

Trägerrock 2

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Kennt ihr das? Kaum nimmt man sich ein ganz tolles  Projekt vor, schon kommt was dazwischen. So geschehen bei mir diese Woche. Da verkünde ich, dass ich total bald einen Trägerrock nähe, stifte die halbe Welt an, und schwupps: regnet es Arbeit auf mich und ich werde krank und der Minimensch schläft mittags zu wenig und ich verbringe alle meine Abende am Schreibtisch statt an der Nähmaschine. Mist.

Allerdings habe ich gestern abend – wenig erfreut – festgestellt, dass ich mir weniger Klausuren eingepackt hatte als gedacht und so hatte ich spontan noch eine halbe Stunde Freizeit. Die habe ich genutzt, um mir einen halben Teller zu zeichnen der etwa 2 cm unter der Taille sitzt. Normalerweise nutze ich einen Tellerrockschnitt, der eine Handbreit unter der Taille sitzt, da ich einen Formbund annähe. Ich nutze diese Anleitung, die 1a funktioniert.
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Als Bund verwende ich immer, eigentlich für alle Röcke, den geschwungenen Bund von Simplicity 2451. Diesen habe ich auch hier als Basis genommen, allerdings habe ich die untere Rundung an die obere angeglichen und ihm oben und unten 1cm mehr gegönnt. Ich hatte ihn auch bereits um 2cm im Umfang reduziert, aber ihr werdet sehen, dass das nicht genug war.
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Heute mittag konnte ich, während der Minimensch schlief, zuschneiden und mit dem nähen beginnen. Mein Proberock-Stoff ist ein schwerer Baumwoll-Chevron von alfatex, der reduziert war. Der Stoff wirft zwar beständig mit Fädchen um sich und ist – mal  wieder – blau (das ist dann mein 4. blauer Rock, ich bin ein wenig deppert beim Stoffkauf, scheint mir) aber er ist tolle Qualität und hat einen schönen schweren Fall.

Da ich, wie üblich, nur 1m50 gekauft habe, ging es nicht, den schrägen Fadenlauf genau in die vordere Mitte zu platzieren. Das finde ich bei halben Tellern üblicherweise am schönsten. Allerdings ist es hier beim Proberock noch nicht ganz so entscheidend. Beim karierten Stoffwechselstoff werde ich da allerdings am Musterverlauf etwas basteln müssen. Ich hatte allerdings ein sehr reichliches Stück für die Träger übrig, ich hätte also vielleicht doch auch genau den schrägen Fadenlauf nehmen können.

Nun. Ich habe die Träger 3,5cm breit gemacht, also dafür Stoffstreifen von 9cm inkl Nahtzugabe in 120cm Länge zugeschnitten (das war viel zu lang). Die Bundteile habe ich mit sehr steifer Einlage verstärkt, eigentlich hatte ich an Miederstäbchen gedacht, habe aber keine da. Ich bin allerdings nicht sicher, ob das gut ist, evtl. werde ich mich nach Probetragen entscheiden, die nochmal rauszufummeln und durch normale Einlage zu ersetzen, derzeit ist es schon sehr steif.

Hier nun mein Stand nach dem Mittagsschlaf:
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Wie man sieht, war ich in der Messung meiner Taille zu pessimistisch und habe nun nach der Anprobe insg. an den Seiten des Rockes ja 2cm und am Bund vorn 3 und hinten 4 cm weggenommen. Eine Nahttasche rechts habe ich auch eingesetzt. Ansonsten scheint es aber aufzugehen, die Höhe finde ich richtig, die Trägerbreite auch. Ich finde allerdings es gehört dringend eine Bluse darunter, mit Shirt ist es mir zu schürzig irgendwie. Die Träger im Rücken zu kreuzen ist wichtig, damit sie nicht ständig runterrutschen.
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Nun fehlen noch Reißverschluss, linke Naht, Beleg und Saum. Das werde ich wohl hoffentlich in einem kleinen Zeitfenster diese Woche, wenn ich für arbeiten schon zu müde bin, noch schaffen. Denn bis jetzt gefällt er mir sehr.

Me made Mittwoch: afrikanischer Spätsommer

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Endlich wieder Me made Mittwoch. Mit tollen neuen Crewmitgliedern. Da trifft es sich gut, dass ich einen neuen Fotoplatz im Büro (weil wir erst aus und dann wieder einziehen mussten und dadurch die Möbel umstellen konnten) und ein absolut tolles neues Kleid habe.

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Dieses Kleid ist ein weiteres Teil meiner Urlaubsproduktion im August. Schon im Gedanken an den Herbst packte ich mir neben Material für zwei Röcke und ein Sommerkleid auch Stoff, Futter und Schnitt für ein halbärmeliges Kleid ein. Ganz fertig gestellt habe ich es, obwohl ich den Schnitt schon mal genäht habe, erst diese Woche. Genau passend zum Spätsommer.

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Den  Stoff hüte und streichle ich schon länger. Er wurde mir 2012 von Kollege J. aus Namibia mitgebracht und bei solchen Einzigartigkeiten habe ich immer eine gewisse Anschnitthemmung. Hier ein Detailbild.

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Toll oder? Kleine Rauten und minikleine Punkte, die sich zu Kreisen zusammenfinden. Es handelt sich um ein Waxprint, das Material ist mir unklar, mit Poly vermute ich. Auf jeden Fall leicht und bügelfrei. Ich plante ewig ein Hemdblusenkleid daraus, hatte aber keinen richtig richtig guten Schnitt. Eher spontan fiel mir beim Packen des Materials für den Urlaub das Kirschenkleid ein. Und das wurde es dann.

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Der Schnitt ist aus der Knipmode 9/2011 & unter Nähnerds als “das Kirschenkleid” bekannt, weil Juli gar zahlreiche enorm schöne Varianten davon hat. Ich habe bereits eine dickere Variante in grau-pink, wusste aber, dass ich den Schnitt noch anpassen muss aber nicht mehr wie, und hab eine zweite Version daher rausgeschoben. Auch meine diesmal gemachten Änderungen sind noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Dennoch liebe ich dieses Kleid. Sehr sehr.

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Ich denke, ein großer Teil meiner Änderungen würde sich erübrigen, wenn ich das ganze nochmal eine Größe kleiner abpauste und ein FBA (full bust adjustment) machte. Denn folgendes habe ich geändert:
– Taille 4 cm enger gemacht
– die Abnäher im Vorderteil 1cm verbreitert
– Rückenteil an den Seiten je 1 cm und an den Annähern 1cm enger gemacht
– Schultern 2 cm schmaler
– Statt der Ärmel des Schnittes, die Puffärmel meines Weihnachtskleides genommen und im schrägen Fadenlauf zugeschnitten.
– den Ausschnitt tiefer gesetzt.

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Ich trage es hier mit meinem “Petticoat light”, wenn es kälter wird, werde ich es mit roter Strumpfhose und grauen  Stiefeln kombinieren.

Juli tanzt heute im MMM-Blog vor und trägt ein sehr sehr schönes Hemdblusenkleid, das ich sofort auch anziehen würde. An dieser Stelle: Ein herzliches Willkommen, den neuen Vortänzerinnen und der immernoch ungebrochene Dank an die gesamte Crew, dass ihr das ganze jeden Mittwoch mit Herzblut und Engagement auf die Beine stellt!

Trägerrock-Mini-Sewalong

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Es ist ja nicht so, als hätte ich nix zu tun. Und schon drölfzig Projekte und ein Dutzend Ideen. Und Wintermantel und Stoffwechsel und Klausurphase. Eben. Da kann man ja noch was neues anfangen. Seht ihr alle ein. Oder?

Es ist nämlich so, dass am Freitag überraschend schon mein Stoffwechsel-Stoff hier eintrudelte. Ich kann ihn natürlich noch nicht zeigen. Aber er ist toll. Richtig richtig toll. Und er sprach sofort zu mir. Er will nämlich ein Trägerrock werden. Und ich so: “Moment … What?” Wo kam die Idee her? Wer hat das erlaubt? Da hab ich gar keinen Schnitt für…

Ein paar Stunden Pinterest-Recherche später hatte sich der recht dringliche Wunsch nach einem Trägerrock oder besser gleich mehreren verfestigt. Also im Sinne von “Ich kann unmöglich länger ohne einen Trägerrock leben!”. Ihr kennt das. Insbesondere hat es mir dieses Modell angetan. (Kein Bild hier, da ich sicher bin, das verstieße gegen Urheberrecht) Ich tat meinen dringlichen Wunsch nebst Inspirationspin bei Twitter kund und schwupps … Hatte ich sowohl Lotti als auch Muriel infiziert. Tja. Im Herzen sind wir alle Lemminge, nicht wahr.

Da ich aber immernoch keinen passenden Schnitt finden konnte, kam die Idee auf, den Schnitt gemeinsam zu basteln. Und damit wären wir beim Kern der Sache. Es ist nämlich dann nun offiziell, wir nähen uns einen Trägerrock. Und zwar ca. nächste Woche. Ich habe bei einem kleinen Kaufrausch bei Alfatex am letzten Samstag bereits Stoff für zwei (ähem) Probeteile gekauft. Tragbare natürlich. Nesselproben mache ich nicht. Die sitzen eh nie genauso wie das Endmodell später (so zumindest meine Ausrede für Nähschlampen). Und werde, sobald ich dem Minimensch 2-3 Hosen genäht habe, ca am kommenden Wochenende einen Versuch wagen. Muriel arbeitet schon etwas vor und kann uns dann gleich mal vorwarnen, wo mögliche Fallen liegen.

Mein Plan wäre in etwa wie folgt: Ich nähe einen halben Teller, der auf Taille sitzt, oben dran einen breiten Bund, Träger dran, fertig. Ich muss dafür meinen Tellerrockschnitt und meinen Standardbund etwas anpassen. Ggf. sollte man Stäbchen in den Bund einarbeiten, oder? Ach und Taschen müssen rein. Geht nicht ohne.

So, und falls eine von euch jetzt plötzlich auch sehr dringend einen Trägerrock braucht, könnt ihr gern mitmachen. Es gibt keinen Zeitplan und kein Linktool, es geht einfach darum, nicht allein zu basteln. Meldet euch per Kommentar und berichtet, was ihr plant, ich verlinke euch dann einfach hier im Beitrag. Und ich berichte dann am Sonntag von meinem Fortschritt.