Wintermantel – endlich fertig

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Auf den aller allerletzten Drücker kommt mein Wintermantelpost. Der Mantel ist seit einer Woche fertig, ich habe ihn jeden Tag getragen und auch schon am Montag Fotos gemacht. Leider fehlte mir dann entschieden die Zeit, einen ordentlichen Beitrag dazu zu verfassen.

Hier ist er erstmal:
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Wie man sieht, fehlt noch der Gürtel. Den habe ich schon zugeschnitten, als ich den Mantel das erste Mal trug und einen ‘normalen’ Gürtel darüber, hab ich mir aber überlegt, dass ich lieber einen Gürtel mit Schnalle dazu hätte anstatt einen geknoteten, wie vorgesehen. Eine erste Suche nach einer passenden Schnalle war aber nicht erfolgreich. Alle zu klein. Mein Gürtel wird 7cm breit, da finden sich nicht viele Schnallen. Solang trage ich den Mantel so wie hier mit farbigem Gürtel oder auch ganz ohne Gürtel. Das geht auch hervorragend, denn er sitzt gut. Es gibt eine leichte Falte vorn an der Schulter, die wäre wohl weniger ausgeprägt, hätte ich nicht vergessen, die schon zurecht gelegten Schulterpolster auch einzunähen. Außerdem fällt die vordere Kante komisch, weil ich eine Kurve reingenäht hab. Das trenne ich noch mal auf und begradige das.
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Ansonsten bin ich mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Ich finde das weite Rockteil super, auch wenn es durch die Wattierung jetzt so wirkt, als hätte der Mantel ein Petticoat, das ist eigentlich cool. Er ist auch wundervoll warm. Bei den derzeitigen Temperaturen von um 5 Grad fast noch etwas zu warm. Da macht auch die Winddichtigkeit viel aus, denke ich.
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Am Anfang, als ich den Schnitt gerade ausgesucht hatte, war ich nicht sicher, ob ich diesen kleinen Stehkragen praktisch finden würde. Er ist aber sehr gut. Wenn es ganz warm sein soll, wickel ich den Schal außen rum. Aber mit einem normalen Schal/Halstuch und offenem Kragen geht es auch ganz gut und es weht nicht rein.
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Ich bin sehr erleichtert, dass er fertig und gut ist, denn das nähen war wirklich nicht schön. Da ich den Außenmantel anprobieren und ggf auch trennen können wollte, habe ich Windstopper und Thinsulate nicht als eine Lage mit dem Außenstoff, sondern als eine Lage mit dem Flutschfutter verarbeitet. Das war maximal ätzend, denn das verrutschte dauernd und ist insgesamt auch recht krumpelig geworden. Beim nächsten Mal würde ich das anders machen. Von innen bin ich mit dem Mantel deshalb auch nur so semi zufrieden. Aber gut, ich musste auch wirklich kämpfen, denn neben meiner Nähmaschine steht recht nah schon die Overlock und Platz um das Riesenmantelgerät mit seinem voluminösen Innenleben gescheit zu rangieren ist da einfach nicht. Entsprechend bin ich ganz froh, dass überhaupt alles zusammen hängt und hält. Und wärmt. Und gefällt.
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Ich habe für den Mantel schon sehr viel Lob bekommen und bin in der Tat auch selbst sehr angetan. Allerdings brauche ich jetzt auch erstmal eine ausgedehnte Mantelpause. Irgendwann im Sommer setz ich mich dann vielleicht mal an eine Jacke. Vorher gibt es nix mehr mit Funktionsfütterung oder so. Nee, da brauch ich jetzt erstmal viele Kleider, Röcke und evtl. ein Kostüm als Erholung.
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So, und jetzt noch ein großer Dank an Chrissy und Frau Dreikah, die uns alle zusammengebracht, organisiert, angetrieben und bei der Stange gehalten haben. Und ein herzlicher Gruß an alle, die genauso kämpfen mussten wie ich.
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Und Detailbilder:
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Me made Mittwoch: Halb-Kostüm

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Heute war mein letzter Einsatz im Zweitjob im Rheinland. Da ich dafür unmenschlich früh aufstehen muss, war mir sehr nach warm und kuschelig, Jogginganzug oder so. Da aber Prüfung war und ich dummerweise die Prüferin, habe ich mich dann doch für ein etwas förmlicheres Outfit entschieden.
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Der Rock ist genäht nach dem gleichen Schnittmuster wie mein Wahlsonntagsrock. Allerdings aus einem dicken Köperstoff mit Elasthan. Er sitzt deshalb schlechter, denn er rutscht, ist aber sehr bequem. Dazu trage ich einen gekauften Rolli und ein sehr geliebtes Kaufjackett. Dieses Jackett hat mir gezeigt, dass es auch Jacketts gibt, die mir stehen. Und mein geheimer Plan ist, eine verbesserte Kopie davon in mehreren Farben zu nähen. Denn leider ist weder der Grauton noch der Satinkragen so richtig brilliant zu kombinieren. Zu diesem Rock (und auch zum Wohlsonntagsrock) geht es aber gut.

Die beiden Röcke nach diesem Schnitt gehören zu den Alltime-Favorites in meinem Kleiderschrank. Obwohl mir diese leichte A-Linie gar nicht soooo sehr gut gefällt. Aber sie sitzen gut, kombinieren sich gut und sind beide dank außergewöhnlichem Stoff besonders.
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Heute Nachmittag habe ich das Jackett gegen einen Wollpulli und eine Kochschürze getauscht und war auch zum Plätzchenbacken passend angezogen.

In der Hand halte ich übrigens meinen Wintermantel, der fertig, warm und flauschig ist, den ich auch schon fotografiert aber noch nicht verbloggt habe. Kommt! Hier ein erster Eindruck:
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Frau Crafteln zeigt heute das erste Ergebnis ihrer Suche nach der Hosenweisheit. Da ziehe ich tief den Hut, das würde ich mir nicht zutrauen. Mit FrauCrafteln hab ich heute auch die Autofahrt verbracht, zumindest als Podcast – Habt ihr bestimmt alle schon gehört, oder?

Schnitt Rock: Knipmode Januar 2013
Änderungen: Eingriffstaschen von einem anderen Rock dazu konstruiert, vorderes Rockteil im Bruch statt mit Teilungsnaht, gefüttert
Schnitt Mantel: Butterick 5966, Änderungen: mit Thinsulate und Windstopper-Zwischenlage gefüttert.

Chai-Sirup

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Als ich gestern auf Twitter verkündete, ich würde heute Chai-Sirup machen, wurden direkt Rezeptforderungen laut. Dem komme ich gern nach, denn Chai-Sirup ist ein simples und schönes Mitbringsel und ein wunderbarer Zusatz für Kaffee, Kakao und Milch im Winter. Ich koche meist 1-2 mal im Jahr welchen auf Vorrat und verschenke ihn dann an den halben Bekanntenkreis.
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Für 1,2l fertigen Sirup braucht man:

1 EL Gewürznelken

2 Zimtstangen

1 EL Kardamom ganz

10cm Ingwer

Schale von 1 Bio-Orange

1 getrocknete Chili

600g Rohrzucker

1l Wasser

Zunächst gibt man die leicht zerbröselte Zimtstangen, die Nelken, die Chili und den Kardamom in einen Topf und röstet sie an, bis sie duften. Dann gießt man 1l Wasser dazu, gibt den geschälten und in Scheiben geschnittenen Ingwer und die Orangenschale dazu und kocht das ganze auf. Dann lässt man es 1 Std auf kleinster Stufe köcheln.

Nach 1 Std. abseien, es sollte dann etwa 800ml Gewürzessenz sein. Diese kommt zurück in den Topf und wird mit 600g Zucker vermischt. Aufkochen und nochmal 15 Min köcheln lassen.

Dann sofort heiß in – möglichst dunkle – Flaschen füllen. Ich nehme gern die kleinen Flaschen der teuren Gesundheitssäfte. Der Sirup hält so mindestens ein halbes Jahr, wenn er offen ist, muss er aber innerhalb von ca. 1 Woche aufgebraucht werden. Ich mische ihn großzügig in alle Heißgetränke, die ich trinke, also in Schwarztee, Milchkaffee, Kakao und heiße Milch. Er macht sich auch sehr gut in heißem Apfelsaft (noch besser mit einem Schuss Amaretto, höhö).

Me made Mittwoch: müde

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Die Drehumdiebolzeningenieurin schrieb letzte Woche sehr treffend und persönlich, dass es Tage gibt, an denen man die Kleidung als Rüstung braucht. So ein Tag ist heute. Mein Körper hat, nachdem ich schon deutlich zu spät ins Bett gegangen bin, beschlossen, dass Schlaf nach 4 Uhr überbewertet ist, entsprechend bin ich heute deutlich unter Betriebstemperatur. An solchen Tage wünsche ich mir Kleidung, die hübsch genug ist, dass sie mir zusammen mit Schminke den Eindruck zu vermitteln im Stande ist, ich sei wach(er), zeitgleich sollte sie aber so kuschelig, warm und weich wie mein Bett sein.
Eine gute Rüstung für mich ist petrol, die Farbe steht mir sehr und mindert damit schonmal den Leiche-Gesamteindruck etwas. Wichtig ist außerdem ein kuscheliger Schal und ein weiter Rock. Da habe ich heute morgen zielsicher zum Lotti-Gedächtnisrock, petrolfarbiger Strickjacke und einem schönen Schal mit Punkten gegriffen, den ich zum Geburtstag bekommen hab. Bequem, nicht zu auffällig, Wolle und weich. Eine gute Rüstung an einem lausigen, müden Tag.
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Wir hatten heute erstmals ein kleines bisschen Schnee und sehr eisigen Wind, da musste dann auch die Woll-Bermesenzer noch unter den Unterrock. Brr.
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Claudia zeigt auf dem MMM-Blog heute eine gefütterte Luxus-Hose, das wär auch eine gute Rüstung.

Stoffwechsel II – Das Finale

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Mit der langen Zeitspanne zwischen Start und Ende und den vielen Sew-Alongs, die sich derzeit überschneiden, ist der Stoffwechsel fast etwas in Vergessenheit geraten, oder? Ich zum Beispiel bin die ganze Zeit nicht dazu gekommen, diesen Post zu schreiben, so dass wir uns jetzt erst am Sonntag treffen. Aber ich hörte hier und da, etliche seien sowieso noch nicht fertig und daher ganz dankbar dafür, dass wir erst heute das Linktool bereitstellen und es auch eine ganze Woche geöffnet bleibt. Seit dem Beginn dieser Runde Stoffwechsel ist nun ja doch ganz schön Zeit verstrichen. Die Organisation haben wir, Lotti und ich, in meinem Sommerurlaub gemacht, gelost bei bestem Sommerwetter. Und jetzt ist nicht nur Herbst, nein sogar Winter. So manche von uns hat ja auch recht winterlichen Stoff bekommen, ich zum Beispiel. Andere nähen Blusen aus Baumwollstoff. Der Abschlussreigen wird sicher abwechslungsreich. Ich habe inzwischen fast völlig vergessen, wer wem Stoff geschickt hat (also bei meiner Hälfte der Lose) und selbst nach wie vor keine Idee, von wem mein Stoff gekommen sein könnte. Auch die meisten anderen scheinen relativ ahnungslos zu sein. Es wird also wohl sehr spannend. Ich habe heute den ganzen Tag Besuch und werde daher wohl erst morgen früh eure Kleider bestaunen und Kommentare hinterlassen können (sofern mein Feedreader gnädig ist, und mir das erlaubt). Aber gespannt bin ich allemal.

Für mich war die Herbstrunde noch mal ganz anders. Herbst- und Winterstoffe bieten weniger Muster- und Farbenvielfalt, dafür umso mehr Textur und Struktur. Tatsächlich gab es ja auch sehr viele einfarbige Stoffe in den Stoffpäckchen. Auch die Vielfalt der Kleidungsstücke ist größer als im Sommer. Mäntel, Jacken, Röcke, Blusen, Kleider – alles dabei. Das ist doch auch irgendwie schön, dass der Herbst, so grau und trist und ungemütlich er sein mag, uns immerhin zu Streichelstoffen und einer Vielzahl an näherischen Entfaltungsmöglichkeiten verhilft.

Ich war und bin, das gebe ich gern zu, etwas verwundert, wieviele von euch zwei Stoffe verschickt bzw. erhalten haben. Gerade bei den teureren Winterstoffen hätte ich, trotz etwas höheren Budgets, eher knappe Stücke erwartet und nicht raue Mengen gleich mehrerer Stoffe. Da bin ich dann doch auch auf die Quellen gespannt, war irgendwo Sale und ich habe es verpasst, gibt es günstige Stoffquellen, von denen ich nur noch nicht wusste? Ich vermute ein bisschen, dass nicht jede sich streng ans Budget gehalten hat.

Ich habe 1,6m eines wundervollen Wollkaro-Stoffs in petrol mit pink bekommen. Dass der Stoff absolut perfekt zu mir passt, steht außer Frage und es war Liebe auf den allerersten Blick. Allerdings hat sich unsere Liebe bei der Verarbeitung noch vertieft. So ein toller Stoff, der gar keine, wirklich überhaupt keine, Zicken machte. Weich und wollig und wundervoll im Griff, vollkommen lieb beim verarbeiten, problemlos waschbar und knittertolerant. Ich bin sehr großer Fan.
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Genäht habe ich, das haben die meisten ja mitbekommen, einen Trägerrock mit extra hohem und breitem Bund. Auch das wusste ich annähernd sofort, als ich meinen Stoff ausgepackt habe. Mein Proberock ist bereits seit einiger Zeit fertig und wird viel getragen, beim Köln-Bielefeld-Treffen vor drei Wochen hatte ich ihn auch an, so dass ihn jetzt schon ein paar Stoffwechslerinnnen “in natura” kennen. Den “echten” Rock habe ich vorletzte Woche genäht. Das ging ratzfatz und problemlos, da ich ja den Schnitt schon angepasst und außerdem selbst gemacht hab. Zudem ist so ein trägerrock auch nicht unbedingt eine Riesen-Nähherausforderung, das kam mir als Zwischenprojekt neben dem Wintermantelbiest sehr gut zupass.
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Erstmals getragen habe ich meinen Rock am vergangenen Donnerstag im Büro. Kollege J. hat ihn direkt als Winterrock deklariert – die Karos machen ihn tatsächlich winterlich und festlicher als den Proberock.
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Ich hätte sehr gern den schrägen Fadenlauf des halben Tellers in der vorderen Mitte platziert, das finde ich eigentlich immer schöner und bei Karo sowieso. Das war aber mit der Stoffmenge nicht zu machen, daher verläuft nun das Karo auf dem Bund schräg und am Rock gerade. Das ist natürlich auch schön und ich bin trotzdem zufrieden. Auch die Träger habe ich im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, damit sie etwas nachgeben können, wenn ich stehe und trotzdem nicht runterrutschen, wenn ich sitze. Das klappt auch gut. Ich hatte Sorge, sie würden sehr an Länge gewinnen durchs tragen, das ist aber nicht so. Nach Betrachtung der Fotos und probetragen werde ich sie daher noch etwas rauslassen, ich habe mir noch etwas Spiel eingeplant. Ich finde nämlich, der Rock sitzt etwas zu weit oben und könnte etwa zwei Finger breit nach unten rutschen.
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Ansonsten – was soll ich sagen – selbstverständlich bin ich vollkommen glücklich. Ein 100%-Siebenhundertsachen-Kleidungsstück. Farbe, Muster, Schnitt – alles aus einem Guss und zu mir passend. Liebe Stoffschickerin, das hast du perfekt ausgesucht! Ich habe keine Ahnung wer du bist (hat jemand anderes eine Idee?), denke nur, dass du in einer kleineren Stadt wohnst und beim letzten Stoffwechsel noch nicht dabei warst. Aber selbst das ist nur eine vage Idee. Auf jeden Fall bin ich total happy!

Noch ein paar Details: Der Schnitt ist selbst erstellt und denkbar simpel: Ein halber Teller, den ich genau mit meinem Taillenmaß (nicht wie sonst etwas darunter) berechnet habe. Für den Bund habe ich den Bund von Simplicity 2451 als Vorlage genommen und die obere Rundung auch auf die untere übertragen und das ganze dann auf mein Taillenmaß angepasst. Im Rücken hab ich im Bruch einen Keil rausgenommen, das ist bei so breitem so hohem Bund und leichtem Hohlkreuz notwendig. Der Bund ist mit relativ fester Einlage verstärkt. Die Träger sind 3,5cm breit (also aus einem Stoffstück von 7cm plus Nahtzugabe genäht) und zwischen Bund und Bundbeleg gefasst. Im Rücken kreuzen sie sich und sind entsprechend schräg eingenäht. In der linken Seitennaht steckt ein nahtverdeckter Reißverschluss, hier sollte man nicht – wie ich – nur 18 cm nehmen, sondern lieber 22-25cm. In der rechten Seitennaht ist eine pinke Tasche. Der Saum ist mit -ebenfalls pinkem- Schrägband verstürzt. Auf den Fotos trage ich einen Tüll-Unterrock darunter, daher fällt der Rock etwas weiter, der Stoff ist sehr weich fallend. Da ich eh einen Unterrock oder ein Petticoat darunter tragen will, ist der Rock ungefüttert.
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Ich trage den Rock heute tatsächlich auch, nicht mit Bluse, wie auf den Fotos, sondern mit einem einfachen Shirt. Vielleicht schaffe ich es später, noch ein Foto hochzuladen.
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Und nun bin ich sehr gespannt auf euch und was ihr aus euren Stoffen gemacht habt! Schonmal danke euch allen für’s mitmachen. Es war mir eine große Freude und es ist auch dieses Mal wieder toll zu sehen, mit wieviel Liebe und Sorgfalt die Stoffe ausgewählt wurden. Ein dickes Dankeschön mit extra viel großer Nähnerdliebe geht an Lotti, die mir dieses Mal bei der Organisation geholfen und mir zu mehr Spannung verholfen hat. Toll!!!


Das Linktool öffnet sich in einem neuen Fenster und ist bis zum 7.12., 23.55h geöffnet. Falls ihr noch nicht fertig seid, könnt ihr auch euren aktuellen Stand der Dinge verlinken.

Edit:

Fotos von heute mit normalem Shirt

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Ist selbermachen Stress?

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Ab und zu ist es ja gut, sein eigenes Verhalten zu reflektieren. Und wenn ich so höre und lese, was ich gerade über das selbermachen so sage und schreibe, komme ich nicht umhin mich zu fragen: Setzt mein Drang so viel wie möglich selbst zu machen, mich unter Stress? Nehme ich mir den Spaß an meinen Hobbies, indem ich Dinge produziere, weil ich sie brauche?

Zum Beispiel wird es langsam doch recht dringend mit dem Wintermantel. Der Robson ist zu kalt, ich sage täglich mehrfach, dass ich den Mantel wirklich dringend fertignähen muss. Leider habe ich da überhaupt keine Lust drauf, weil ich jedes Mal ewig brauche, um mich zwischen den zwanzigtausend riesigen Teilen zu orientieren und es extrem unspaßig ist, die Riesen-Watte-plus-Flutsch-Dinger durch die Maschine zu jagen. Der Mantel blockiert außerdem all die spaßigen anderen Projekte, die ich für danach geplant habe. Wäre es da nicht viel besser, einfach einen Mantel zu kaufen?

Nächstes Beispiel: Weihnachtsgeschenke. Ich habe noch so gut wie keine Geschenke, und ich plane eigentlich zumindest die “Kleinigkeiten” wie jedes Jahr selbst zu machen. Auch wenn ich keinen blassen Schimmer habe, wann und wie. Ist das nicht dusselig?

Ich backe zum Beispiel auch selbst Brot. Und sehr oft verpeile ich das, werkele dann abends hektisch in der Küche herum und muss schließlich irgendwann nochmal aufstehen, um Brot aus dem Ofen zu nehmen. Bin ich denn irre?

Das ganze ließe sich unendlich fortsetzen. Adventskranz, Gemüse aus dem Garten, Marmelade, Babygläschen, … Warum tu ich mir das an? Tue ich mir denn überhaupt etwas an?

Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, und das ist gut so. Ich mache, worin ich gut bin und womit ich der Gesellschaft dadurch auch besonders nützlich bin, ich bringe Studenten Dinge bei und erforsche Kram. Folgerichtig sollte ich es anderen überlassen, meine Kleidung, mein Brot und meine Wohnungsdeko herzustellen, oder?

Ich stelle fest, dass mir dieser Schluss inzwischen befremdlich vorkommt. Wenn ich etwas brauche, sei es Kleidung, Essen, Geschenke oder eine Spülmaschinenreparatur, frage ich mich eigentlich erst “kann ich das selbst machen?” Bei vielen Dingen komme ich dann zum Schluss, dass ich sie nicht selbst machen kann oder möchte. Ich habe keine Intention Kühe oder Hühner zu halten, Getreide anzubauen oder Sojabohnen. Ich kann auch keine Schuhe reparieren, keine Handys bauen und keine Antibiotika herstellen. Eine ganze Reihe von Dingen könnte ich zwar vermutlich selbst machen, ich möchte das aber nicht, unter anderem weil Arbeitseinsatz und Ergebnis für mich im Missverhältnis stehen. Ich mache keine Seife, benutze keine Stoffwindeln und kaufe Modeschmuck anstatt selbst welchen zu basteln. Ich nähe auch lang nicht alles, was ich nähen könnte. Z.B. nähe ich eigentlich nie Taschen, schon gar keine fieseligen kleinen. Auch Bodys für den Minimensch nicht. Die kaufe ich gebraucht. Das ist auch nachhaltig und kostet mich erheblich weniger Nerven. Ich nähe auch so gut wie nie Heimtextilien. Vorhänge gibt es einfach keine und Kissen müssen halt jetzt einmal für immer reichen. Fertig. Ich habe also eigentlich im engeren Sinne keinen Anspruch autark zu sein. Ganz offenbar habe ich nicht prinzipiell vor ALLES selbst zu machen. Trotzdem würde ich vermutlich nicht auf die Idee kommen, wenn ich einen neuen Rock brauche, einen zu kaufen. Oder z.B. einen Adventskranz. Was steckt da dahinter? Warum stresse ich mich mit manchem, und mit anderem nicht. Warum mache ich bestimmte Dinge selbst und andere nicht, von Ausstattung und Vermögen mal abgesehen. Das sollte man sich schon mal fragen.

Ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass ich im Wesentlichen drei Gründe habe, Dinge selbst zu machen: 1.) Sie werden sehr viel besser, als gekaufte oder 2.) Sie sind dadurch sehr viel günstiger oder 3.) Sie sind sehr viel nachhaltiger. Bei Kleidung für mich und ein Stück weit auch bei der für den Minimensch ist es einerseits der erheblich bessere Sitz und andererseits der Wunsch, keine furchtbar ausbeuterischen Produktionsbedingungen in den Herstellerländern von Kaufkleidung zu unterstützen. Beim Brot und auch beim Adventskranz spielt der Preis eine entscheidende Rolle. Ein gutes, handwerklich gebackenes Vollkornbrot, ein schöner, individueller Adventskranz aus einem Fachgeschäft haben einen Preis, den ich deutlich unterbieten kann. Natürlich immer vorausgesetzt, ich gehe davon aus, dass ich durch die Zeit, die ich hineinstecke zumindest keinen Verlust an Lebensqualität, im Idealfall aber einen Gewinn, im Sinne von Entspannung und Spaß habe. Dinge, die ich nur unter großer Aufopferung selbst machen kann, wie z.B. Taschen, werde ich lieber kaufen. Dinge, die selbst gemacht schlechter sind als gekauft werde ich auch lieber kaufen. Sofern ich das mit meinem Gewissen vereinbaren kann, sonst werde ich es vielleicht einfach lassen, sie haben zu wollen.

Wie ist das also nun mit der Arbeitsteilung? Verschwende ich meine Zeit an das selbermachen? Ich denke nein. Einerseits, weil ich die Zeit, die ich mit dem herstellen von Dingen verbringe in aller Regel durchaus als wertvoll empfinde (von sperrigem Mantelfutter mal abgesehen, aber da weiß ich, dass der Mantel wenn er fertig ist das wieder aufwiegt). Andererseits, weil ich eigentlich durchaus bereit bin, Dinge andere machen zu lassen. Z.B. würde ich eher eine Haushaltshilfe meine Wohnung putzen lassen, als auf das Nähen meiner Kleidung zu verzichten. Ich weiß nämlich, dass die Haushaltshilfe das besser und schneller machen würde als ich, und ich kann sicherstellen, dass sie faire Arbeitsbedingungen und einen fairen Lohn hat. Demgegenüber kann ich mir bessere Kleidung machen, als ich kaufen kann und nur mit großem Aufwand sicherstellen, dass sie unter fairen Bedingungen produziert wurde, wenn ich sie kaufe. Ich bin mir meiner begrenzten Zeitressourcen schon bewusst und habe da durchaus Prioritäten, die besagen: Ich mache nicht alles selbst um des selbermachens willen. Aber ich mache alles selbst, was ich gern selbst machen möchte und mit vertretbarem Aufwand kann. In diesem Sinne werde ich mir jetzt eine schöne Handtasche aussuchen und zu Weihnachten wünschen, damit ich dafür Zeit habe, mir einen Winterferien-Pullunder zu stricken.

Waxprints für den “Guten Zweck”

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In meiner Seitenleiste ist schon immer ein Link zu meinem dawanda-Shop. Ich betreibe, davon ist hier eher nie die Rede, bereits seit Jahren einen Non-Profit-Dawanda-Shop zugunsten von Projekten in Afrika. Ich verkaufe dort Waxprint-Stoffe, die ich aus Sambia bekomme und die dort Chitenge heißen. Leider habe ich in den letzten 2 Jahren kaum noch Zeit gehabt, mich um den Shop zu kümmern. Das hochladen und ständige wieder einstellen der Artikel ist oft einfach nicht drin, noch weniger das verpacken und versenden genau am nächsten Werktag usw. Da ich aber noch einen ganzen Stapel Waxprints im Lager habe, dachte ich, ich suche hier im Blog Abnehmerinnen dafür. Wäre ja schade wenn die hier versauern, wenn sie auch unters Volk und der Erlös einem guten Zweck zukommen könnte.

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Der Reinerlös des Stoffverkaufs kommt den Projekten des eine-welt-engagement e.V. zugute, für den ich schon lang ehrenamtlich tätig bin. Meinen noch vorhandenen Stapel würde ich gern für das Projekt “Schulfee Zambia” verkaufen, das es Familien im südlichen Sambia ermöglicht, ihre Kinder auf eine weiterführende Schule zu schicken, indem es für Schulgebühren, Uniform und Lernmaterialien aufkommt. Die Stipendienempfänger werden von einem einheimischen Team vor Ort ausgewählt, hier in Deutschland wurde das Projekt von einer Studenteninitiative ins Leben gerufen. Die StudentInnen hinter dem Projekt haben die Idee im Rahmen einer Summer School in Sambia entwickelt. Ich habe mich im Rahmen meiner Forschung unter anderem mit Entwicklungshilfe beschäftigt und bin dabei eher kritischer geworden und zu der Erkenntnis gelangt, dass ich die meisten Formen von Entwicklungshilfe irgendwo zwischen nutzlos und schädlich verorten würde. Entwicklungshilfe ist ein sehr ambivalentes, oft umstrittenes Unterfangen. Staatliche Entwicklungshilfe ist vielfach enorm ineffizient, nicht genug auf den Bedarf angepasst und leider nach wie vor zu oft strategisch ausgerichtet. Private Entwicklungshilfe hat das Potential erheblich besser zu funktionieren, nutzt dies aber oft nicht aus, gerade wenn sie durch kleine Initiativen geleistet wird. Kleine Organisationen unterstützen leider zu oft Abhängigkeitsstrukturen und schaffen Wohlstandsinseln, aus der durchaus nachvollziehbaren Motivation heraus, greifbare Verbesserungen in kurzer Zeit erreichen zu wollen. Eine der wenigen unumstrittenen Erkenntnisse aus der entwicklungsökonomischen Forschung ist, dass Bildung tatsächlich zu einer erheblichen Verbesserung beiträgt. Allerdings eben nicht von heute auf morgen. Bildung, vor allem sekundäre Schulbildung von Mädchen, verringert das Armutsrisiko, die Geburtenrate und die Mütter- und Säuglingssterblichkeit. Leider führen höhere Bildungsausgaben, selbst mehr Schulen, noch nicht zwangsläufig zu höheren Schülerzahlen und schon gar nicht zu höheren Absolventenquoten, denn oft ist die zusätzliche Arbeitskraft für die Familie wichtig, oder es mangelt an “Kleinigkeiten” wie Uniform, Essensgeld oder Materialien. Gut durchdachte Bildungsprogramme sind daher ein Baustein wünschenswerter Entwicklungspolitik. Und das Programm Schulfee erscheint mir als solches, gerade auch, weil es von einem Team vor Ort verantwortet wird.

Meine Waxprints stammen alle aus Afrika, sie wurden dort auf dem Markt gekauft. Leider kann ich dadurch keine zuverlässige Aussagen über Herkunft und Material. Ich bitte die Damen, die für mich dort einkaufen immer, nur Baumwollstoffe zu kaufen. Meist gelingt das auch. Allerdings sind ein paar dabei, bei denen ich nicht ganz sicher bin, ob sie wirklich reine Baumwolle sind. Die Stoffe sind alle durch die Waxbatik-Technik sehr steif. Das gibt sich nach dem ersten oder spätestens zweiten Waschen und erst dann kann man auch tatsächlich die Festigkeit des Stoffes beurteilen. Die Stoffe sind, zumindest meiner Erfahrung nach, von der Festigkeit fester als Voile oder Batist, etwa im Bereich von Quilting Cotton, Fahnentuch oder dünnem Nessel, allerdings etwas lockerer gewebt und dadurch oft ein wenig durchscheinend. Ich habe ein paar Kleidungsstücke aus Chitenge, da kann man den Fall sehen, z.B. dieses, dieses, dieses und dieses.

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Viele der Stoffe tragen Fabrikanten-Angaben, ich konnte aber keinen der angegebenen Hersteller durch googlen finden. Ich kann also letztlich nicht sagen, ob alle Stoffe tatsächlich in Afrika hergestellt sind. Vor Ort wird gesagt, die meisten Stoffe kämen aus Südafrika oder Tanzania, aber ich kann da leider keine Garantie drauf geben, denn so ein afrikanischer Markt ist eher nicht durch lückenlose Auszeichnung geprägt.

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Die Stoffe werden auf den Märkten ausschließlich als Coupons verkauft, die Größe ist dabei fest: 1,12m x 1,80m. Das ist natürlich nicht riesig und ich habe keinen einzigen Stoff doppelt. Ich habe sowohl für den Herzchenrock als auch für das rote Kirschen-Kleid jeweils haargenau einen Coupon gebraucht und dabei echt nur Fitzelchen übrig gehabt. Aber: Wenn man keinen ganzen Teller als Rock will, dann reicht es ziemlich genau für ein Kleid, mit Zuschnitttetris, versteht sich ;-) Manche der Muster sind allerdings wohl eh eher Taschen- oder Kissen-geeignet. Ein Teil meiner Coupons ist angeschnitten. Ich habe einige Stoffe, die noch 1,12m x 1,20m sind und einige, die noch 1,12m x 0,6m-0,8m sind. (Siehe Angaben bei den Fotos unten)

So. Nun zu den Verkaufskonditionen: Ich habe mir überlegt, ich setze als Mindestpreis fest: die 60cm-Stücke kosten 7€, die 1,20m-Stücke 10€ und die vollen Coupons 16€, jeweils plus günstigst möglichem Versand, d.h. Brief bei einem Stoff, Päckchen bei mehr als einem. Wer allerdings gern mehr zahlen würde, z.B. auf die 20€ aufrunden, die ein Schuljahr Unterstützung in Sambia kostet, der darf das gern tun. Ich leite den vollen Betrag an Schulfee Zambia weiter, ihr entscheidet, wieviel das ist.

Wer nun Interesse an einem oder mehreren der Stoffe hat, der schreibt bitte einen Kommentar mit Angabe der Nummer des jeweiligen Stoffes, bitte gebt eine gültige Mailadresse an, unter der ich euch dann wegen Adresse und Bezahlung erreichen kann (die ist nur für mich sichtbar, wenn ihr sie in das Email-Feld eingebt). Wer zuerst “hier” schreit, kriegt den Stoff!

Und jetzt endlich: Fotos. Ich habe jeweils zur Verdeutlichung der Mustergröße einen handelsüblichen Kugelschreiber mit aufs Bild genommen.

Zuerst die ganzen Coupons:

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20.IMG_20141123_1434461,20m-Stücke habe ich von folgenden Stoffen:

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Und 60-70cm-Stücke gibt es noch von diesen:

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30.IMG_20141123_144547Bei Fragen könnt ihr mir natürlich auch mailen, oder einfach kommentieren!

Me made Mittwoch: Lieblingsrock mit doofer Bluse

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Mein heutiges Outfit für den Nebenjob im Rheinland kann stellvertretend für meinen gesamten Kleiderschrank stehen.
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Ein schöner, selbstgenähter Rock und eine schlecht sitzende ungeliebte Kaufbluse (und tolle Stiefel). Ich besitze eine Reihe schöner, individueller, heiß geliebter Röcke. Aber an der Oberteilfront sieht es recht mau aus. Ein paar langweilige Strickpullis in Nicht-Farben, ein paar Shirts, die eigentlich zu lang für Röcke sind, sehr wenige selbst genähte Shirts, eine sehr geliebte Bluse und dann halt sowas wie das heutige Exemplar.
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Kaufhemdblusen vereinen für mich das schlechteste aller Welten, sie sind mir in der Regel um die Brust zu eng, darunter zu weit, im Rücken ebenso. Sie krumpeln unterm Rock, ihr Kragen steht mir nicht und bügeln muss man sie außerdem. Bah. Alles. Natürlich könnte ich versuchen, mir Hemdblusen zu nähen, die besser passen. Aber ich denke eher in Richtung Stehkragenblusen mit Puffärmeln und Biesen. Möglichst aus Stoff mit Elasthan, der wenig knittert und in anderen Farben als weiß, blau und schwarz. Ich habe sogar schon Stoff. Aber Zeit und Muße fehlen, das wird aufwändig den richtigen Schnitt auszuklügeln. Ich drücke mich und nähe Shirts. Und Röcke. Und Kleider. Und Petticoats.

Den Rock habe ich mir zur letzten Bundestagswahl genäht. Leider hat er nicht gewirkt, so dass ich ihn jetzt als Zeichen des Protests trage. Naja und weil er schön ist. Der Schnitt ist aus der Knipmode Januar 2013 und dort in Leder gezeigt, die Taschen habe ich selbst hinzu konstruiert.

Lucy zeigt als MMM-Vorturnerin heute ein Karokleid. Damit kriegt man mich ja schnell rum… Und dieses ist wirklich toll!

Wintermantel: Zwischenstand

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Bereits letzten Sonntag fragte Karin die versammelten Herbst- & Wintermantelnäherinnen nach ihrem Zwischenstand. Ich hatte auch bereits letzten Sonntag den Obermantel fertig, habe aber die ganze Woche verpennt zur richtigen Tageszeit Fotos zu machen. Gestern hab ich endlich, schnell schnell drei Fotos geschossen.

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Ich bin mit dem Sitz im großen und ganzen sehr zufrieden. Ich habe im Bereich der Hüfte mit etwas schmalerer Nahtzugabe genäht, das wäre zwar vielleicht gar nicht nötig gewesen, derzeit sitzt er noch recht weit, aber es kommt ja noch ein dickes Futter rein und es soll ja auch noch dickere Kleidung drunter passen.

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Hinten im oberen Rücken ist etwas viel Stoff, in der Taille deutlich zu viel. Im Bereich der Taille werde ich auch tatsächlich ein bisschen was raus nehmen. Im oberen Rücken werde ich den Bewegungs- und Futterspielraum drin lassen. Denn mit vorn überkreuzten Armen (leider unscharf) sieht man, dass der Platz durchaus nötig ist.

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Der Kragen ist bereits mit Thinsulate gefüttert und zeigt, wie die Optik im gefütterten Zustand sein wird.

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Nun muss ich den Futtermantel nähen, und wegen der drei Lagen (Windstopper, Thinsulate, Futter) bin ich da nicht so sehr motiviert. Deshalb hab ich jetzt erstmal mein Stoffwechsel-Projekt dazwischen geschoben. Allzu lang darf ich aber nicht mehr warten, denn bald ist es zu kalt für den Robson Coat.

Und? Alle anderen schon fertig?

P.S. Für alle, die auch noch nicht gefüttert haben, noch ein kleiner Trick, den ich mir vom Robson abgeguckt hab: Der Taschenbeutel ist mittels eines kurzen Stücks Band an der Nahtzugabe der vorderen Prinzessnaht fest genäht, so liegt die Tasche später immer Richtung vorn und verirrt sich nicht im Futter.

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Ja, alles ungebügelt, habt ihr richtig gesehen…

Me made Mittwoch: Pseudo-Kostüm

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Derzeit bin ich mittwochs wieder im Rahmen meines Zweitjobs im Rheinland tätig. Im Zweitjob geht es etwas formeller zu als an der Uni, wo auch eine Jogginghose als echtes Kleidungsstück durchgeht, und so dürfen dann auch mal die etwas erwachseneren Sachen aus dem Schrank. Ich fühle mich gemeinhin in schmalen Röcken weniger wohl als in weiten und bin auch eher nicht so Blusenträgerin, so dass ich nicht freiwillig zu Etuikleid oder schmalem Rock greife. Weil ich schon vor Sonnenaufgang aus dem Haus musste um mich durch halb NRW im Berufsverkehr zu quälen, gibt es nur Aufzugfotos, ich bin aber extra zuerst in die falsche Richtung gefahren um genug Zeit für mehr als ein Foto zu haben.
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Der Rock, den ich heute trage, wird wirklich selten getragen. Genäht habe ich ihn im Herbst 2012 und damals auch gut dokumentiert, weil diese Falten nicht ganz easy waren. Der Schnitt ist aus der Knipmode 12/2011. Der Rock ist, nachdem der Proberock zu eng war, etwas zu weit geraten, bzw der Wollstoff gibt beim tragem enorm nach. Deshalb sitzt er zu hüftig, was der erste Punkt ist, der mich stört. Ich habe auch kein Oberteil, was solo richtig gut dazu passt. Meist trage ich einen Pulli drüber, was aber dann natürlich die Falten verdeckt. Heute habe ich, weil mein brauner Pulli ein Loch hat, zum engen Shirt gegriffen und dann festgestellt, dass das Probejackett ganz gut dazu passt.
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Der Rock fällt auch doof beim gehen. Das nervt mich kolossal. Trotz Futter wandert er gen oben. Das finde ich an locker fallenden Tulpenröcken immer sehr unschön.
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In der Kombi fand ich es heute trotzdem OK. Der Stoff vom Rock ist ein sehr toller Wollstoff von alfatex mit feinem hellblauen Karo. Der fühlt sich schon gut an. Und das Jackett mag ich, obwohl es aus sehr doofem Stoff ist, eigentlich ganz gern. Es ist mir allerdings zu weit, wie vieles, was ich Anfang des Jahres genäht hab. Das ist etwas doof, weil ich den Schnitt jetzt nochmal werde anpassen müssen. Aber gut, dass ich das geplante “schöne Kostüm” noch nicht genäht hatte.
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Das Jackett ist nach einem Schnitt aus der Knip März 2011(?), glaube ich. Und hat zufällige 3/4-Ärmel, die ich sehr gut finde. Übrigens habe ich nirgendwo Flecken und das Jackett sitzt auch nicht schief, Haltung und Licht sind suboptimal.

Und jetzt schau ich mal beim me made Mittwoch vorbei, der besten Institution der Nähnerdwelt, der wir so tolle Treffen wie das in Köln am Wochenende verdanken. Mädels, danke für euren Einsatz jede Woche!!! Heute zeigt dort Nastjusha als Gastbloggerin ihr Outfit.