Indianermentalität

Alle paar Monate kommt es mal über mich und ich denke über den Sinn und Unsinn des Selbermachens und darüber bloggens nach. Gerade so trübe, krankheitssgezeichnete Wintermonate bieten sich ja zum Grübeln an und so denkt es schon eine ganze Weile in meinem Kopf herum und kreist um die Frage: Warum ist mir das Selbstmachen von Dingen wichtig? Textile Nachhaltigkeit ist ja hier im Blog jetzt nicht direkt ein neues Thema. Aber immer mal wieder reflektiert man ja auch, hoffentlich, das eigene Verhalten. Oder nimmt sich vor, noch etwas konsequenter zu sein, oder oder.

Erinnert ihr euch noch an den Spruch meiner liebsten Stoffverkäuferin? Von der Indianermentalität?

“Was ich selbst machen kann, das muss ich nicht tauschen.”

Das bringt für mich, ein wenig, auf den Punkt, was mir schon länger so im Kopf herumdenkt. Ich beobachte an mir und auch am Mann eine fortschreitende Tendenz zur Indianermentalität. Wenn wir etwas anschaffen wollen, oder müssen, denken wir zunehmend oft “Kann man das nicht auch selbst machen?” Wenn etwas kaputt geht, fragen wir uns in letzter Zeit “Können wir das irgendwie selbst reparieren?” Sobald ich lese, dass irgendwo im weiten Internet jemand irgendwelche praktischen Sachen selbst macht, frage ich mich quasi reflexhaft, ob ich das nicht auch mal probieren sollte.Zum Beispiel habe ich vor Weihnachten Seife gemacht. Und war davon derart angefixt, dass ich nun darüber nachdenke auch meine Haarseife selbst zu machen. Als vor 1,5 Jahren unsere Spülmaschine kaputt war, haben wir sie mühsam auseinander gebaut und ihr Gebergehäuse gereinigt und sie wieder zusammen gebaut, das hat uns zu zweit einen ganzen Samstag beschäftigt. Ich pflanze, obwohl es kaum nennenswert zu unserer Versorgung beiträgt, selbst Gemüse und Salat auf dem Balkon an. Ich habe auch vor einigen Monaten begonnen, flüssiges Waschmittel selbst zu kochen. Neuerdings backe ich jeden Samstag Brötchen, obwohl wir in Laufentfernung zwei hervorragende Bäcker haben, einer davon sogar ein echter Handwerksbäcker.

Warum tun wir das? Ist unser Leben nicht stressig genug, können wir uns die Dinge nicht leisten, oder sind wir einfach irre?

Tatsächlich sind wir in der priviligierten Situation, dass wir uns die meisten Dinge leisten könnten. Wir können Shampoo, Brötchen und Waschmittel, ja sogar Spülmaschinen kaufen, ohne darüber in Existenznot zu geraten. Ich bin auch ganz sicher eine der letzten, die die Vorteile der arbeitsteiligen Gesellschaft leugnen würde. Bin ich froh, dass – zum Beispiel – jemand anderes mir Blut abnimmt und meine Risiken versichert. Dennoch ist es für mich eine Frage der Freiheit, Dinge selbst machen zu können. Vielleicht nur, um zu wissen, dass ich es könnte, vielleicht, weil ich es selbst passgenauer, besser oder für mich individueller  machen kann (das gilt z.b. für selbst gemachte Kleidung) manchmal aber auch nur, um wert zu schätzen, was andere für mich tun oder um zu verstehen, wie Dinge gemacht werden. Von der Akkumulation von Fähigkeiten für die Post-Apokalypse reden wir heute mal nicht.

Es war für mich erhellend, den Prozess des Seifens zu verstehen. Ich verstehe gern Handwerkstechniken, ich finde gut, wenn das Wissen darum nicht verloren geht. Ich werde deshalb nicht jede Seife dieses Haushalts selbst herstellen – sicher nicht. Aber es ist gut, zu wissen, wie das funktioniert, was da so reinkommt und sowas. Ich finde es einfach cool, zu wissen wie etwas gemacht wird.

Manchmal packt mich auch der Ehrgeiz, das gilt z.B. für die Brötchen. Ich möchte das einfach können, das ist doch kein Hexenwerk, es muss doch gehen, selbst lockere knusprige Brötchen zu backen und nicht nur blasse kleine Steinchen. Also experimentiere ich mit Rezepten, Gärzeiten, Lecitin, Dampf und Sprühflasche. Und dann kann ich, wenn ich eines Tages gute Brötchen backen kann, eben entscheiden, ob mir gerade nach selbst backen ist, oder ob wir einfach zum Bäcker laufen.

Und egal was ich selbst mache, ob Kleidung, Brot, Spülmaschinenreparatur oder eine schöne Glückwunschkarte. Gleichzeitig mit dem Wissen um die Fertigung steigt auch die Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit, die andere für mich sonst tun würden. Ich finde sehr wichtig zu sehen und anzuerkennen, dass unsere Konsumprodukte bislang eben nur zu einem kleinen Teil (dieser kleine Teil enthält leider viele Lebensmittel) praktisch komplett von einer Maschine gemacht werden, sondern dass vieles von dem, was wir konsumieren Handarbeit erfodert und auch heute noch in Handarbeit hergestellt wird. Das gilt für Kleidung, da ist das uns Nähenden sicher am meisten präsent. Aber auch die Geduld, Zeit und Mühe, die es braucht, ein wirklich gutes Brot, ein wirklich leckeres Brötchen handwerklich herzustellen sollte man erfahren und begreifen. Auch die Zeit und Anstrengung, die es kostet, Dinge zu reparieren. Das lässt uns, hoffentlich, auch das Produkt wertschätzen und nicht leichtfertig wegwerfen.

Und ganz zu Ende gedacht, trifft es die Bezeichnung der Indianermentalität ganz gut. Durch das selbst machen von Dingen, schaffe ich mir selbst Unabhängigkeit. Ich kann immernoch alles kaufen, ich kann mich aber auch entscheiden, diese Dinge selbst zu machen. Ich erweitere meinen Möglichkeitenraum*. Und diese Wahlfreiheit ist letztlich ein großes Privileg. Die Näherin in einer Fabrik in Bangladesh kann sich nicht aussuchen, ob sie für uns Kleidung nähen möchte oder nicht. Und wer sich gänzlich vom Produktionsprozess seiner Konsumgüter entfernt, hat diese Freiheit auch nicht mehr. Auch eine Spielart von selbst-gewählter Unmündigkeit, oder?

 

*Zu diesem Konzept werde ich getrennt nochmal was bloggen.

Me made Mittwoch: Punkteshirt und Ginger Skirt

Während ich heute krank zuhause herumhänge, mit dem ebenfalls kranken Minimensch, war ich gestern in einem typischen Brot-und-Butter-Outfit im Büro und absolvierte eine Reihe von mehr oder weniger nützlichen Terminen.
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Ich trug den Ginger Skirt, der im Rahmen von #projektbrotundbutter entstanden ist. Darunter mussten doch noch mal Wollunterhose und Unterrock. Dazu hatte ich ein neues Shirt an. Es handelt sich um ein Plaintain Top (Ja, ich weiß, laaangweilig) aus Viskosejersey.
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Den Stoff finde ich gar wunderbarst. Er hat pinke, rosane, petrolene und dunkelblaue Punkte. Sehr kombifreudig.
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Ich finde es ziemlich gut einen passenden, einfachen Shirtschnitt zu haben. Ich nähe Plaintain eine Größe kleiner als die Tabelle vorgibt, mit leicht verkleinertem Armausschnitt und in der Hüfte eng anliegend statt A-förmig. Hier habe ich den weiten Ausschnitt mittels eines extrabreiten Halsbündchens verkleinert.
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Jetzt habe ich aber nach 9 Plaintain Tops tatsächlich mal Lust mit anderen Shirtschnitten zu experimentieren. Mal schauen, wann ich mich dazu aufraffen kann…
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Der Ginger Skirt ist noch nicht so ganz optimal auf meine Figur angepasst, aber da wird es auch sicher noch mehr von geben, das ist wirklich ein schöner und schnell genähter Schnitt.

Karin zeigt heute auf dem Me made Mittwoch-Blog auch eine Kombi aus altbewährten Schnitten. 

Sonntagssachen 11/2016

 

Der gestrige Sonntag ging wirklich nicht gut los. Der Minimensch hat derzeit eine recht intensive Schlecht-Träume-Phase kombiniert mit Trotz und Heuschnupfen. So war der Nachtschlaf stündlich unterbrochen und zwischen 5 und 6 lag er dann zwischen uns und konnte nun aber wirklich nicht mehr schlafen…alle hatten also wirklich schlechte Laune und waren wach um 6. Ich durfte mich dankenswerterweise nochmal hinlegen aber als ich dann gegen halb neun erneut aufstand, war die allgemeine Laune noch nicht besser geworden und mir war so gar nicht nach Dokumentation  dieses Sonntags, der einer der doofsten der Familiengeschichte zu werden versprach. So fotografierte ich weder das Umtopfen von drölfzig Zimmerpflanzen noch das backen eines missglückten Kuchens. Als ich aber nach Mittagsschlaf und Kuchenverzehr so mit dem Minimensch am Puppen-Kaffeetisch saß, sah die Welt schon wieder besser aus und so gibt es also heute nur Bilder vom Sonntagnachmittag:

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Puppengeburtstag gefeiert. Die Ferse einer Socke gestrickt – mit neuen Bambusnadeln mit Stahlseil, die mir gut gefallen. Wäsche abgenommen. Große Baustelle im Holzklotzland. Hagel an zarten Radieschen. Spülmaschine ausgeräumt. Die Näharbeit des Samstagabend komplett wieder aufgetrennt – verfluchter Miststoff! Nie wieder kaufe ich Kunstfaser mit Elasthan, nie wieder! Börek gespeist. Den verfluchten Miststoff doch noch zu einem tragbaren Tellerrock zusammengesetzt und zum aushängen auf den Balkon gehängt.

 

Die Sonntagssachen sind kleine Einblicke in unsere Sonntage. Die Idee hatte ursprünglich Frau Liebe, die stets 7 Sachen verbloggte, die sie mit ihren Händen am Sonntag tat und die just letzte Woche ihr Blog wiederbelebt hat. Mir haben diese kleinen Alltagseinblicke immer gut gefallen und ich führe das nun mit loser gefassten Regeln weiter – so entsteht ein Sonntags-Bilderbuch, das auch gut zum erinnern taugt.

Gestern hat auch die Drehumdiebolzeningenieurin Sonntagsbilder gezeigt. Juchu!

 

 

Zuschnitttetris

Als Mutter des Begriffes “Zuschnitttetris” wollte ich schon lang mal ein paar Tricks diesbzgl verbloggen. Ich bin ja damit quasi Stoffknauserbotschafterin. Allerdings hatte ich dann bei vielen Projekten genug Stoff, so dass es etwas dauerte, bis sich die Gelegenheit ergab. Doch beim Osterrock sich dann doch wieder ein leichter Stoffmangel. Allerdings ist das nur Zuschnitttetris Level 1: Stoff mit feinem Muster und ohne Richtung. Ich hatte einen 90cm Rest, den ich eigentlich für einen schmalen Rock vorgesehen hatte, wollte aber Simplicity 2451 nähen, der laut Umschlag 1,50m in meiner Größe braucht.
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Ich kann übrigens keine Grundwerte nennen, sowas wie “ich komme immer mit 75% der Stoffmenge hin”. Ich habe aber fast noch nie die angegebene Stoffmenge gebraucht. So bin ich übrigens zur Stoffknauserin geworden. Nachdem ich einige Male 30-50cm Stoff übrig hatte, habe ich begonnen weniger zu kaufen. Denn wie ärgerlich ist bitte so ein Rest von 30cm? Da kann eine ja gar nix mehr mit anfangen. Es ist sehr Hersteller-abhängig wieviel Stoff ich sparen kann, außerdem hängt es auch von der Anzahl der Schnittteile ab. Ich kaufe meist für Röcke 1m, für Kleider 2m aber ich bin damit auch schonmal auf die Nase gefallen. Risiko gehört dazu.

Doch erstmal die Zuschnitttetris-Grundregeln:
1. Stoff ohne Richtung im Muster eignet sich besser zum Zuschnitttetris
2. Je mehr kleinere Schnittteile, desto besser
3. Vorher Saum- und Armlänge ausmessen. Wer später den Rock um 10cm kürzt, hätte diese am Stoff sparen können.
4. Schnitte mit enthaltener Nahtzugabe sind leichter eng aufzulegen
5. Nicht sichtbare Teile (Bundbeleg, Taschenbeutel, Unterkragen) können gut aus Stoffresten anderer Stoffe zugeschnitten werden – ich finde das sogar sehr schön.
6. Werden viele Teile im Bruch zugeschnitten, zwei Brüche auf die Stoffbreite legen, also jeweils 1/4 zur Mitte hin falten.

Profis kennen noch folgende Tricks:
7. Belege stückeln
8. Kleine Teile schräg auflegen
9. Mit Schrägband säumen
10. In einfacher Stofflage zuschneiden

Und hier nun also mein Rock:
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Wie man sieht, habe ich die Teile jeweils oben-unten-gedreht aufgelegt, das spart viel Verschnitt. Der Stoff liegt doppelt, alle Teile sind laut Schnittangabe gedoppelt bzw im Bruch.
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Außerdem habe ich die Taschenbeutel und Saumbelege aus einen Rest Baumwollstoff zugeschnitten.
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Dadurch bin ich genau mit dem Stoff ausgekommen. Hier noch die Reste:
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Wenn ich demnächst mal ein Kleid mit knappem Stoff hab, zeige ich auch nochmal, wie man größere Teile platziert.

Sonntagssachen 10/2016

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Ausgeschlafen. Frühling bewundert. Das Kind belüftet und bewegt. Den Wollvorrat teilweise sortiert und neue Projekte geplant. Die neu genähte Hose noch mal enger gemacht. Den Ergrünungsstatus des Hauswaldes erhoben. Fancy Brot mit dreierlei Vorteigen und Bier gebacken. Im Vorratsschrank überraschend aufgetauchte Restspekulatius in Nachtisch verwandelt. Einem Shirt die Säume genäht.

Me made Mittwoch: The ultimate Spring-Skirt

Ich trug gestern meinen neuen Rock, den ich am Sonntag beim Nähkränzchen nähte und der so sehr “Frühling” ruft, dass er genau passend zu diesen schönen ersten warmen Tagen ist.

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Der Stoff ist von marimekko und wurde mir im Spätsommer 2014 von Kollege J. aus Dänemark mitgebracht. Da war es aber schon zu spät im Jahr für das deutlich frühsommerlich-farbige Muster und den hellen Grund (ich finde Türkis ist eine Sommerfarbe, während Petrol ganzjährig geht. Verrückt, ich weiß!). Als dann letztes Jahr Frühling wurde, zogen wir gerade um und ich kam nicht zum nähen und schon gar nicht zu Projekten wie diesem, bei denen ich ordentlich und sauber arbeiten will, weil der Stoff mir doch geschenkt wurde. Es wurde Sommer und Herbst und ich nähte den Lotti-Rock 106 aus der Burda 5/12, den ich letzte Woche zeigte. Da wusste ich: das ist der Schnitt zum Stoff. Denn gelb kann ich nicht gut nah am Gesicht tragen, es musste also ein Rock sein. Die Bahnen brechen das Muster gut, so dass es weniger massiv daherkommt. Dann musste es nur noch wiederum Frühling werden.

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Ich nähe den Rock praktisch ohne Änderungen in Größe 40. Für die Pattentaschen und den Bundbeleg habe ich einen Rest türkise Baumwolle und für den Taschenbeutel Punktestoff verwandt.

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Der vordere Bundbeleg ist bei mir allerdings stets deutlich zu kurz. Hielt ich das beim ersten Rock noch für Schlamperei bei mir (Nahtzugabe vergessen, falsche Nahtzugabe genäht, whatever…), bin ich nun doch recht sicher, dass ich alle Nahtzugabe angeschnitten und eingehalten habe und trotzdem 2cm Länge fehlen.

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Die Knopfleiste ist im unteren Bereich zugesteppt und oben habe ich 6 Druckknöpfe eingenäht, die bezogenen Knöpfe, die aus der Knopfschublade meiner Schwiegermutter stammen, sind nur Zier.

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Ich habe den Rock komplett gefüttert, da der Stoff durchscheinend ist (und weil ich gefütterte Röcke mag). Das Futter habe ich jeweils in der angeschnittenen Knopfleiste mit gefasst und unten einzeln gesäumt. Ich trage auf den Fotos zusätzlich einen Petticoat darunter.

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Der Stoff ist supertolle Qualität und ich freue mich sehr über den neuen Rock. Aus dem Rest des Stoffes werde ich tatsächlich Sofakissen nähen, falls wir jemals unser rotes Monster gegen ein braunes Sofa tauschen…

Und nun reihe ich mich für meine Verhältnisse extrem früh beim Me made Mittwoch ein – wo Claudia spontan Fotos von Jeans und sehr schöner Bluse aus dem Ärmel zu schütteln vermag. Respekt!

Sonntagssachen 9/2016

Heute ist mein Handy zwischendurch abgestürzt und hat einige Fotos einfach nicht gespeichert. Daher müsst ihr euch z.b. das leckere Essen beim Nähkränzchen hinzu phantasieren. Aber es gibt trotzdem Bilder:

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Der Morgen begann gegen 6 mit laut im Traum weinendem Minimensch, der pennte dann zwar bis 7.20 weiter, ich hingegen lag wach… Dödöö. Dann also raus aus dem Bett, duschen, Rohkost fürs Nähkränzchen vorbereiten (Foto fehlt), zum Bäcker gehen. Frühstück mit den Lieben und danach Nähmaschine, Essen und Projekte geschultert (Foto fehlt) und ab zu Frau Fantipanti gedüst. Dort war ich erstaunlich effizient, was sonst bei Nähkränzchen eher nicht so ist, da trenne ich sonst gern mal jede Naht. Heute konnte ich aber schon vor den leckeren Snacks in der Sonne und unter dem Magnolienbaum von Frau Fantipanti (Foto fehlt) erste Erfolge in Form einer NFA-Windeltasche vermelden. Danach nähte ich einen Lotti-Rock mit türkisem Futter, der fertig wurde und ziemlich toll ist – alle wollen ihn jetzt auch. Und sogar sehr sauber verarbeitet, denn ich hatte tatsächlich Zeit, da ich weder ein weiteres Projekt noch Strickzeug dabei hatte. Da blieb auch noch Zeit für einige Kaffees und Muffin an der Sonne. Und dann war auch schon später Nachmittag und ich machte mich auf den Heimweg. Wo wir zunächst noch einen keinen Laufradspaziergang machten (Foto fehlt), einen Brotteig kneteten und leckeren afghanischen Reis speisten. Nach Kind-ins-Bett-Bringung hatte ich dann – noch ganz im Flow – Energie genug noch den ersten der zahlreichen schönen Schnitte aus der Vintage-Knip April 16 abzupausen und zuguterletzt kam noch ein sehr schönes Brot aus dem Ofen.

Me made Mittwoch: Lüla

Heute trage ich ein Standardoutfit in Standardfarbe: weiter Rock, Shirt, Strickjacke in lila.

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Der Rock ist im Herbst entstanden, der Stoff ist sowas wie denim in lila und aus viel Kunstfaser, zumindest ist er nicht so wirklich bügelfreundlich und glänzt verdächtig. Der Schnitt ist aus einer älteren Burda, die ich von Lotti leihen durfte, die einige viele tolle Versionen dieses Rocks hat. Es handelt sich um den Prototyp, der gut sitzt und tolle Taschen hat, aber aufspringende Knopflöcher im Bund. Ich habe inzwischen mit einem Druckknopf Abhilfe schaffen können und mache beim nächsten die Knopflöcher quer – also keine Blusen – sondern Hosenknopflöcher. Ist ja auch viel logischer am Bund und abwärts, nicht wahr? Und den nächsten Rock plane ich am kommenden Sonntag beim Nähkränzchen zu nähen, weswegen ich den Prototyp heute nochmal auf Herz und Nieren prüfe.

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Das Shirt ist im Rahmen von #projektbrotundbutter entstanden und wird quasi immer getragen, wenn es nicht in der Wäsche ist. Perfekte Farben. Der Schnitt ist Deer and Doe Plantain, genäht in Gr. 36 (also zwei Größen kleiner als Maßtabelle), weniger ausgestellt und kürzer, als im Original und mit leicht engeren Armlöchern.

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Die Jacke habe ich im Rahmen des Frühlingsjäckchen-Knitalongs 2014 gestrickt. Das Muster ist “Little Peacock” (Link zu ravelry), die Form ist einer Kaufjacke nachempfunden. Also ich habe die Maschenprobe in Rippenmuster auf meinen Taillenumfang umgerechnet und dann das Strickstück immer auf die Kaufjacke gelegt und Abnahmen gestrickt, wo nötig, gestrickt habe ich von unten ohne Seitennähte und die Ärmel von oben mittels verkürzten Reihen direkt eingestrickt (Ich verlinke hier mal eine mögliche Vorgehensweise, ich mache es technisch etwas anders, aber das Prinzip ist immer das gleiche, jede Reihe werden weitere Maschen mit abgestrickt, das untere Drittel des Armlochs dann in einem Rutsch.) . Ich verabscheue zusammennähen und Fäden vernähen und stricke deshalb wann immer es geht ohne Nähte. Ich finde auch das sitzt schöner, die Passform lässt sich besser beurteilen und die Motivationshürde “zweites gegengleiches Vorderteil” entfällt. Am Anfang hatte ich Puffärmel gestrickt, die fand ich aber dann doof und im Sommerurlaub  2015 habe ich die Ärmel nochmal aufgemacht und durch normale Ärmel ersetzt, jetzt mag ich die Jacke sehr.

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Geschlossen sieht sie zu Shirt und Rock eher bescheiden aus, aber ich zeige hier mal kurz Muster und Form. Das Muster ist wirklich sehr hübsch und strickt sich ziemlich locker weg. Die Wolle ist Drops Merino extra fine.
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Wiebke zeigt ein Jerseyknotenkleid und ist da sie in dieser Disziplin quasi DIE EXPERTIN der deutschen Nähbloggerinnenszene ist, ist das natürlich toll!

Me made Mittwoch: Osterrock

Hallo in die mittwöchige Runde der schönen selbstgeschneiderten Bekleidung. Ich trug am Sonntag und gestern meinen neuesten Brot- und Butter-Rock, den Osterrock.
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Es handelt sich um Simplicity 2451 in einem dezent karierten grauen Wollstoff. Mit pinken Nähten an den Taschen und einem pinken Zierstichsaum. Den Saum könnte ich mir tatsächlich stundenlang verliebt anschauen, nee was find ich den tolimage

l.

Ich habe nach dem Schnitt im Herbst/Winter 2011/2012 insgesamt 5 Exemplare genäht, dreimal Variante C und zweimal Variante B. Dann nähte ich nochmal zweimal Variante C als Umstandsrock im Winter 2012/2013. Von diesen ganzen Röcken sind aber einige schon längst durch gewesen und so hatte ich zum Größenvergleich nur den allerersten Rock, den ich nach dem Schnitt nähte. Den hatte ich scheinbar seinerzeit enger gemacht, ohne das zu notieren, denn der jetzt nach den gleichen Folienschnittteilen aus sehr ähnlich dickem Stoff genähte Rock ist signifikant weiter als der erste. Ja nun. Ich versuche es mir dieses Mal zu merken…

Bis auf den etwas hüftigen Sitz bin ich aber sehr zufrieden. Außerdem habe ich damit ein recht kleines Reststück aus dem Stoffschrank erfolgreich wegverarbeitet. Mit Zuschnitttetris geht nämlich Variante C in Größe 14 auf unter einen Meter Stimage

off.

Der pinke Zierstich führt leider bei mir zum zwanghaften Versuch, nur pink dazu zu kombinieren, was dem eigentlichen Sinn eines grauen Rockes, dass er zu jedem einzelnen Teil meines Kleiderschrankinhaltes passt, recht deutlich entgegen steht. Glücklicherweise habe ich noch 1-2 pink-rote Jerseys herum liegen…

Aussagekräftige Fotos sind heute ein wenig Mangelware, da der Minimensch meine ohnehin nur zwischen Tür und Angel anberaumte Fotosession gehijackt hat.

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Beim Me made Mittwoch gibt es heute schon zum Teil recht frühlingshaftes zu sehen. Schaut doch mal vorbei!

Leicht verspätet: Ostersachen 2016

Statt Sonntagssachen gesammelte Bilder vom Ostersonntag und Ostermontag:

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Ostereiersuche wegen Bindfadenregens im großelterlichen Wohnzimmer. Die Tiere und Puppen kriegen auch ein extra delikates Wäscheklammer-Frühstück. Am Nachmittag zuhause Lämmchen an Ostertisch. Salat gesät. Und gestrickt, letztes Knäuel! Am Ostermontag morgens noch das stürmisch-sonnige Wetter für einen See-Spaziergang genutzt. Danach kam der große Regen. Da konnten die neuen Duploplatten ausprobiert werden. Und die Knopfsammlung nach Farben sortiert. Am Abend nähte ich, auf dringlichen Wunsch hin, dem Minimensch einen Rock in Wunschstoffen.