Sonntagssachen

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Seit Beginn der Geschichte dieses Blogs vor nunmehr fast vier Jahren und über 700 Posts habe ich sonntags 7 Bilder von 7 Sachen gemacht, die ich mit meinen Händen gemacht hab. Irgendwann schlief das ganze zusammen mit dem Blog der Initiatorin Frau Liebe ein. Dabei fand ich das eine tolle Art den Sonntag festzuhalten und noch etwas mit in die Woche zu nehmen. Ich habe, so scheint mir, den Sonntag mehr wahrgenommen, mehr auf die kleinen Freuden geachtet. So wie ich insgesamt finde, dass das bloggen über unseren Alltag mich die Kleinigkeiten mehr wahrnehmen und wertschätzen lässt. Also habe ich heute mal wieder Fotos gemacht, versehentlich sogar viel mehr als 7.

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Der Tag begann ziemlich früh mit einem Kind, das versicherte, praktisch sein ganzer Schlafanzug und Schlafsack sei nass. De facto war es ein ca 1 cm großer Fleck am Hals vom Teetrinken. Also waren wir wach. Spielten eine Runde Memory. Während Mann und Kind Brötchen holten, machte ich eine Portion von Lottis wunderbarem Brotaufstrich. Und goss den Balkonsalat. ESC-bedingter Schlafmangel trifft hormonbedingte Unpässlichkeit. Keine gute Kombi – da freue ich mich über die Segnungen der modernen Pharmazeutik. Und einen Mittagsschlaf. Am Nachmittag das Gazellchen bepackt und den stark überfüllten Ruhrradweg geentert. Kleine Rundfahrt mit laaaangem Zwischenstopp auf Zeche Nachtigall und vor allem dem dortigen Wasserspielplatz. Große Begeisterung auf Minimenschseite und strikte Weigerung bei Toresschluss die Schuhe wieder anzuziehen und nach Hause geradelt zu werden. Dabei gab es dort leckeren Salat. Und nun noch ein wenig mit Wein und Strickzeug den Balkon genießen bevor es zu kühl wird. Guter Tag.

Me made Mittwoch: Sonntagskleid

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Ich bin in der sehr luxuriösen und sehr seltenen Situation, dass ich in der vergangenen Woche gleich zwei Kleidungsstücke fertig gestellt habe. Das ist mir ca. seit Menschengedenken nicht mehr passiert. Ich zeige heute also nur eins meiner neuen Stücke. Ein Kleid nach dem schon getesteten und für gut befundenen Schnitt des Anna-Dress. Als ich es zum Nähkränzchen am Sonntag zum ersten Mal trug, sagte Lotti direkt, das sei ein richtiges Sonntagskleid. Und das finde ich auch. Ich trage es auch heute im Büro mit einer gewissen Festlichkeit und kann mir gut vorstellen es auch zu einer standesamtlichen Trauung oder einem Geburtstagsfest zu tragen.

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Der Stoff ist von fashion for designers und ich habe ihn beim Besuch dort im Rahmen des Köln-Bielefeld-Treffens im vergangenen November gekauft. Er ist also nicht nur schön, sondern auch mit sehr schönen Erinnerungen an 1a-Nähnerdflausch verknüpft. Der Stoff ist ein etwas festerer Baumwollstoff mit 3% Elasthan, dicker als Quiltstoff, also eher für ein Frühjahrs- als ein Sommerkleid geeignet. Ich habe ihn schon im Gedanken an eine Anna Dress gekauft, da das Oberteil mit den angeschnittenen Ärmeln dem großem Muster viel Raum bietet. Der Stoff ist tolle Qualität und ließ sich gar traumhaft verarbeiten.

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Da mich die Belege des Anna Dress tendenziell beim tragen nerven, habe ich das Oberteil komplett mit dunkelblauem Futter gefüttert. Dabei habe ich zum ersten Mal die Variante mit komplett verstürztem Halsausschnitt und Ärmeln ausprobiert. Nachdem ich zunächst deutlich Knoten in meinem Kopf hatte, hat mir das Internet (und nicht das Burda-Buch) geholfen. Hier gibt es eine super Anleitung. Weil ich den Stoff so gut finde und er auch verspricht haltbar zu sein, habe ich zudem erstmalig die Nahtzugaben mittels Hong-Kong-Finish versäubert. Allerdings war der Rest hellblauen Atlas-Schrägbandes, den ich dafür zur Hand nahm ziemlich minderwertig, deshalb ist es nicht so besonders brilliant gut geworden. Aber mein Bandeinfasserfüßchen tut einen guten Job, das weiß ich jetzt (insbesondere nachdem ich am Sonntag die gefühlten 200m Saum meines Petticoats eingefasst habe). Um das Muster nicht zu brechen habe ich statt des Bahnen-Rockteils einen halben Tellerrock mit Seitennahttaschen angesetzt. Das geht hervorragend und ich werde es bei folgenden Anna-Dresses wohl wieder so machen, spart es doch mindestens 3 Nähte (und das nehme ich als gute Nähschlampe natürlich gern mit).

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Das Kleid ist in der Taille etwas weit, ich habe den Eindruck, ich hatte an dem Tag, als ich es anprobierte ein recht großes Abendessen zu mir genommen, da passte es nämlich. Ich warte mal ab, ob ich das so ok finde, sonst ändere ich es halt nochmal, allzu kompliziert ist diese Änderung ja nicht. Das Rockteil ist ungefüttert. Ich rechne damit, das Kleid meist mit einem schlanken Petticoat, meinem doppelten Tüll-Teller (wie heute) oder zumindest einem Unterrock zu tragen, will es aber auch im Hochsommer tragen können und da wäre mir die dickere Baumwolle plus Futter zu warm.

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Auch in Kombi mit Strickjacke macht es sich gut und ich bin recht stolz auf die für mich sehr gelungene Verarbeitungsqualität. Ich weiß genau, das ist ein Lieblingskleid. Und noch mehr Lieblingskleidungsstücke gibt es auch heute wieder auf dem Me made Mittwoch-Blog zu sehen.

Stoffwechsel 3: Mein Nähsteckbrief

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Was nähst du am liebsten für dich?

Ganz klar Kleider. Ein Kleid bietet mehr Gestaltungsspielraum als ein Rock und es gibt sehr viele interessante Schnitte. Im Alltag öfter getragen werden allerdings meine Röcke. Die sind echt im Dauereinsatz, nochmal mehr, seit der Minimensch da ist. Denn so muss ich oft nur das Oberteil direkt waschen, bei einem Kleid bedeutet einmal Matschhand am Arm = Kleid in die Waschmaschine… Bei Röcken kann ich allerdings mein Stoffknausertum gut ausleben und auch mal Stoff verarbeiten, der mir als ganzes Kleid too much wäre. Also: Kleider und Röcke sind beide gern genäht.

Hast du dir für diese Frühjahrs/Sommersaison Pläne gemacht, etwas bestimmtes vorgenommen? Was wirst du wohl als nächstes nähen wollen?

Ich plane für die nächste Zeit wirklich ernsthaft Blusen. Ich habe die Alma Blouse von Sewaholic als nächstes auf der Liste und evtl. suche ich mir auch noch einen Schnitt mit Knopfleiste.
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Dazu bräuchte es dann Röcke, da ist meine Planung etwas unkonkret, aber ich habe Schnitte für fast jede Stoffqualität in petto. Derzeit spukt ein Faltenrock aus Stoff mit Stand in meinem Kopf herum. In der aktuellen Fashion Style ist da ein passender Schnitt.
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Aber Rockschnitte hab ich wirklich en Masse. Da fände ich sicher was. Auch die Punktebluse nachzunähen wäre mal was. Ich gehe die Oberteilproduktion immernoch eher halbherzig an, und das obwohl praktisch jede Woche ein existierendes dezent winkend den Abgang macht.

Aber natürlich sind auch ein paar Kleider auf der Nähliste: ein weiteres Anna Dress, B6018, M6503 und eine Elisalex-Anna-Kreuzung. Für manche habe ich schon Stoff, für andere nicht.
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Die Glaubensfrage: Webstoff oder Jersey? Oder doch beides?

Ganz spontan: Webstoff. Ich finde, gut sitzende Kleidung aus Webstoff fühlt sich sehr viel angezogener an, als Jersey. Und man kann sie sehr viel schlechter käuflich erwerben. Und es gibt einfach so viele schöne und vielfältige Stoffqualitäten, dass ich in Webstoff schwelgen kann. Allerdings besitze und trage ich eine ganze Reihe Jerseykleider, sie sind halt praktisch und vielseitig. Vielleicht fehlt mir auch nur ein Schnitt, der Jersey salonfähig macht? Oder ein salonfähiger Jersey? Bis dahin bleibe ich bei Webstoff als Favorit (mit Ausnahme von Shirts, da mag ich Jersey).

Welches Material vernähst du am liebsten (z.B. Viskose, Baumwolle, Wolle, …) – gegen was hast du eine (starke) Abneigung?

Ich mag generell lieber Stoffe mit etwas Stand, also Baumwolle, Leinen, Wolle vom Material her, Popeline, Gabardine, Köper von der Webart. Sehr weich fließende Stoffe wie Voile, Batist, Seide, Chiffon irritieren mich beim tragen und nerven beim nähen. Nur für absolute Hochsommerbekleidung wie Maxikleider und -röcke finde ich fließende Stoffe ok. Allerdings muss ich diese Vorlieben vielleicht überdenken, wenn ich doch mal eine Bluse versuchen sollte.

Ich bin sehr picky was Kunstfaser angeht. Mischgewebe mit mehr als 50% Wolle, Viskose oder Baumwolle finde ich ok. Aber ein hoher Plastikanteil ist für mich unangenehm. Ich habe fast alle Kleidungsstücke aus Plastik, die ich gekauft oder genäht habe sehr selten getragen und irgendwann weggeworfen. Elasthan in Maßen hingegen finde ich sehr ok. Bei Jersey ist die Materialfrage nochmal schwieriger. Generell finde ich Romanit überhaupt nicht gut. Zu dick, oft zu viel Kunstfaser, irgendwie unhandlich. Aber Viskosejersey auf der anderen Seite ist schnell mal zu flutschig-fimschig wenig definiert. Baumwolljersey fühlt sich schnell nach ollem T-Shirt an. Da ist es wirklich Glückssache einen Jersey in genau der richtigen Dicke, Haptik und Materialzusammensetzung zu finden.

Ein gespaltenes Verhältnis habe ich zu Cord. Als Rock und für Jacken finde ich ihn ganz ok. Kleider aus Cord wären gar nichts für mich. Auch zu Jeans fällt mir spontan nur “Rock” ein. Ein Jeanskleid wäre mir wohl zu 80ies, glaub ich. Und Hosen nähen hab ich jetzt nicht direkt auf der Agenda. Ein absolutes No-Go ist Samt. Auch Fleece, aber ich hoffe doch, das versteht sich von selbst. Oder????

Was sind deine Lieblingsfarben, welche stehen dir gut? Welche gehen gar nicht?

Ich glaube diese Frage lässt sich durch Lektüre meines Blogs am leichtesten beantworten. Meine Lieblingsfarbe ist Petrol bzw. Türkis. Absolute Wohlfühlfarbe, und das seit Jahren. Da es aber relativ wenig petrolfarbene Stoffe und Kaufkleidung gibt, setzt sich meine Garderobe gezwungenermaßen zu großen Teilen aus Blautönen zusammen, denn die kombinieren sich gut mit den ausgewählten Stücken in türkis/petrol. Ich würde schätzen, 50% meiner Kleidung sind blau, 25% grau/schwarz, 10% türkis/petrol, 5% lila, 5% rot, alle anderen Farben teilen sich die verbleibenden 5%. In letzter Zeit konnte rot etwas aufholen, aber es gibt eben Tage, da ist mir einfach nicht nach rot, während ich eigentlich keine Tage kenne, an denen mir nicht nach petrol ist. Wer allerdings mal einen Blick in meinen Stoffschrank wirft, sieht dass blau und grau bereits reichlich vorhanden sind. Ich habe mir daher vorgenommen, mich mal etwas in Richtung rot-beere-lila zu verbreitern.

Gelb/Orange steht mir überhaupt nicht, mit grün und mir ist es schwierig, die meisten Grüntöne sind nicht so gut, insb. knallgrün, das ich an anderen wunderschön finde, verwandelt mich in eine perfekt mit leicht angeschmutzten weißen Wänden kamouflierte Quasi-Leiche, auch braun ist sehr sehr “kommt drauf an”, beige ist absolut fürchterlich. Wobei wem steht schon beige? Den wenigsten, oder?

Welche Muster magst du? Groß oder klein? Blumen, Streifen, Punkte? Oder sind Muster vielleicht gar nicht so deins?
Auf jeden Fall klein. Mit großen Mustern kann ich gar nix anfangen. Ich mag sehr gern Muster, aber sie sollten im Gesamteindruck zu einem einheitlichen Bild verschmelzen.
Gute Beispiele sind mein Anna Dress, mein rotes Frau-Kirsche-Kleid, mein Blümchen-Rock und der geerbte Karo-Teller.

Blumen mag ich, wenn sie klein und verstreut sind. Punkte liebe ich sehr sehr sehr. Alle Punkte. Tupfen. Tolle Sache. Streifen mag ich, finde ich aber schwierig zu vernähen. Sehr gern mag ich auch andere kleine Muster wie Rauten, Pepita, kleine Ornamente, minikleine Karos. Größere Karos mag ich komischerweise nur im Winter. Ich finde Karos weihnachtlich. Ist das irgendwie spleenig?

Sehr toll finde ich auch eingewebte Muster oder Stoff der einfach Struktur hat. Demgegenüber finde ich Stickerei merkwürdig, an anderen mag ich das, aber ich selbst fühle mich in Stickerei irgendwie fremd.

Überhaupt nicht mag ich Tierprints. Auch keine Muster, die nur entfernt an Tierprints erinnern. Bah. Also außer Schmetterlinge. Schmetterlinge sind sehr sehr toll. Wie hier. Und Vögelchen. Vögelchen sind auch sehr herzig. Allerdings sind die meist auf hellgrundigem Stoff und ich finde mich in hellgrundigem Kleidungsstücken meist sehr blass. Also Vögelchen auf hell sind evtl. schwierig.

Was sind die Kleidungsstücke, die dir (in letzter Zeit) in deinen Augen am besten gelungen sind? (Bitte mit Link oder Foto) Sind welche dabei, die du vor allem wegen ihres Stoffes magst?

Mein absolutes Lieblingskleid ist New Look 6069. Und zwar der unperfekte Prototyp. Wegen des Stoffs. Feine Punkte auf strahlendem Rot. Weltschönstes Kleid:

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Und natürlich mein Stoffwechsel-Kleid nach dem gleichen Schnitt.

Mein erstes Anna-Dress:

Der Herzchenrock, vor allem wegen des Stoffs.

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Das afrikanische Kirschen-Kleid

Und schon älter aber auch sehr geliebt: der Rock mit israelischen Blumen.


Wieviel Stoff verbrauchst du ca. für einen Rock, ein Oberteil, ein Kleid?

Ich bin eine große Stoffknauserin. Ich besitze, bis auf 3 Kostümstoffe, kein einziges Stoffstück, das größer ist als 2m. Röcke nähe ich i.d.R. aus 1,20m, Teller aus 1,50m. Wenn nicht mehr da ist auch aus 1m aber das erfordert dann schon kreative Zuschnittlösungen. Meinen Stoffverbrauch für Oberteile kann ich nicht benennen. Ich trage Gr. 38 vielleicht weiß eine von euch, wieviel ich da bräuchte? Kleider schaffe ich ab ca. 1,60, also aus einem Coupon, aber mit 2m liege ich normalerweise ganz gut. Selbstverständlich habe ich auch verbrauchsintensivere Kleidungsstücke. Tellerröcke verbrauchen etwa 1,60m, Kleider kriegen auch schonmal 2,50m – aber das ist nicht der Regelfall. Ich würde sagen, mit allem ab 1,50 kann ich definitiv was anfangen.

Gibt es sonst noch etwas, das dich als Näh-/Stofftyp in deinen Augen ausmacht?
Ganz kurz gesagt bin ich eine stoffknausernde, feingemusterte, baumwollastige Blautürkistontante. Also außer dass ich auch lila und rot und grau und Beerentöne mag und Viskose und Leinen und Wolle und ähm ja, ich denke es findet sich schon etwas für mich und solang es mir farblich steht, bin ich gern bereit, es mit jedem Stoff mal zu versuchen.

Stoffwechsel 3: Die Nähsteckbriefe

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Steckbrief

Bereits zum dritten Mal machen sich nähnerds in ganz Deutschland auf die Suchen nach DEM PERFEKTEN STOFF für eine unbekannte Stoffempfängerin. Heute geht es nun offiziell los mit der dritten Auflage unserer Stofftauschaktion “Stoffwechsel” organisiert von Lotti Katzkowski und mir. Und zwar direkt mit einem der für mich spannendsten Teile: dem Posten der Nähsteckbriefe.Für viele von uns ist das Steckbriefschreiben auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Garderobe, dem – vielleicht etwas eingefahrenen – Beuteschema und eine gute Möglichkeit, Pläne für die nächsten Monate zu schmieden und mal zu fragen “Ja was will ich denn einfach?” Die Aktion bedeutet immer auch ein “Über den Schatten springen”. Annehmen, was eine andere für mich ausgesucht hat und mich der Herausforderung stellen, daraus MEIN Kleidungsstück zu machen. Da hilft es sehr, sich im Steckbrief schon einmal überlegt zu haben, was denn überhaupt die eigene Garderobe, stofflich betrachtet, ausmacht oder ausmachen soll. Manche von uns haben da sehr klare Vorstellungen, andere sind selbst mit sich noch nicht ganz im Reinen und wieder andere suchen explizit die Herausforderung – raus aus der Comfort Zone, hinein ins Abenteuer.

Allein auf die Steckbriefe freue ich mich schon sehr. Ich bin schon – wie die letzten Male – ganz hibbelig und freu mich einen Steckbrief nach dem anderen aufzuschlagen und mir zu überlegen, was für Stoffe zu dieser Bloggerin passen würden. Erfahrungsgemäß laufen mir in den nächsten Wochen andauernd Stoffe über den Weg, bei denen ich sofort an eine von euch denken muss. Tollerweise haben wir eine sehr gute Mischung aus “alten Häsinnen” und “Frischlingen” dabei, so dass wir sowohl werden lesen können, ob die eine oder andere vielleicht ihre Präferenzen geändert oder überarbeitet hat als auch ganz neue Einsichten bekommen, bei denen, die zum ersten Mal mitmachen. Ich habe festgestellt, dass ich sehr viel klarer erkenne, was in meinem Kleiderschrank und meinem Stofflager fehlt, als noch vor einem Jahr. Ich habe zweimal einen Volltrefferstoff bekommen, der aber auch jeweils für mich sehr eindeutig passend erschien. Vielleicht bekomme ich ja dieses Mal einen herausfordernden Stoff? Einen der mich zwingt, mich wirklich mal meinen hehren Vorsätzen zu stellen? Ich habe meinen letztjährigen Steckbrief nickend gelesen, aber an einigen Stellen dennoch korrigiert und ergänzt. War das ausfüllen für euch ein Kinderspiel, oder habt ihr länger überlegt? Lotti und ich sitzen gemeinsam ganz hibbelig herum und freuen uns schon wie bolle auf eure Steckbriefe! Also los, verlinkt euch!!! Das Linkup ist bis So, 17.5., 18 Uhr geöffnet, bitte verlinkt unbedingt alle euren Steckbrief. Bitte wundert euch nicht, dass ihr hier im Post keine Thumbnails seht, sondern ihr beim anklicken des Links auf eine externe Seite kommt. WordPress.com erlaubt (aus prinzipiell richtigen Gründen) keine eingebundenen Skripte und daher eben auch keine Fancy-Thumbnail-Linkups.


Solltet ihr aus irgendwelchen Gründen heute keine Möglichkeit haben, euch selbst zu verlinken, schickt uns bitte eine Mail, damit wir euch verlinken können oder zumindest der Steckbrief schonmal da ist. Wer es noch nicht gemacht hat, sollte uns außerdem bitte flott seine Adresse zukommen lassen. Wir losen sobald alle Steckbriefe an Bord sind.

Noch einmal der Hinweis: Stoffwechsel ist eine geschlossene Aktion, alle Teilnehmerinnen haben von uns den Steckbrief als Mail vorab bekommen. Links zu Nicht-Teilnehmerinnen werden gelöscht.

Stoffschrankeinblicke

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Seit einigen Wochen gibt es Kleidungsfotos vor neuer Kulisse. Nicht der graue Büroschrank sondern manchmal auch ein schöner alter Weichholzschrank. Dieser Schrank ist mit uns neu in diese Wohnung eingezogen nachdem er vorher lang bei meinen Eltern in meinem alten Zimmer stand. Zuvor war er der erste Kleiderschrank meiner Eltern und dann mein Kleiderschrank zuhause. Nun schmückt er (dank väterlicher Aufarbeitung im neuen Glanz) unser Wohnzimmer und beherbergt unsere Bettwäsche und Handtücher sowie *tusch* mein Stofflager.
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Ein kleiner Blick gefällig? Voilà:
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Zuoberst liegen links ‘erwachsene’ Jerseys, daneben Unterwäschelycra, daneben Futterstoffe. Darunter folgen Kinderstoffe, 2 Stapel Jersey, ein Stapel Webstoff. Dann kommen Winterstoffe, sortiert nach Farben und darunter Sommerstoffe, ebenfalls farbsortiert. Zuunterst folgen Einlagen, Probe/Nesselstoffe, Leder und Dekostoffe.

Dieser Stoff war der Inhalt von 4 Umzugskisten, 1 weitere Kiste barg kleinere Reste, die aber noch groß genug sind als Taschenbeutel oder Innenbund verwandt zu werden. Diese bewahre ich in einem Regal am Nähtisch auf. Außerdem habe ich noch eine kleine Truhe mit Kleidung, die nochmal wieder verwertet werden kann. Insb. Hosen und T-Shirts.

Jetzt wo die Stoffe so sortiert sind, ist mein farbliches Beuteschema blau-petrol-grau noch viel augenfälliger. Ich glaube, ich werde mal vermehrt nach kaltem Rot, Beerentönen und lila Ausschau halten.

Me made Mittwoch: Fake-Wickelkleid-Lieblingsschnitt

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Zum heutigen Motto-MMM zum Thema Wickelkleider, möchte ich gern meinen Lieblings-Fake-Wickelkleid-Schnitt vorstellen. Ich habe bisher mit echten Wickelkleidern sehr gemischte Erfahrungen gemacht und bin nach der Stillzeit auch eigentlich etwas Wickelkleid-übersättigt gewesen. Gleiches gilt für Jerseykleider, um die ich mittlerweile auch eher einen Bogen mache, weil ich eine Zeitlang sehr viele davon nähte und trug. Beides gemischt geht komischerweise immernoch ganz gut, auch wenn alle Exemplare nach diesem Schnitt mittlerweile auch schon als altgedient durchgehen.

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Es handelt sich um einen Schnitt aus der Knipmode 12/2011, der im Heft in 5 Varianten gezeigt wurde und mir recht gut gefiel, in Jerseykleidern finde ich die Knip ohnehin sehr gut aufgestellt. Leider scheint es den Schnitt nicht online zu geben, er war später auch nochmal als Große-Größen-Variante in einem anderen Heft (ich glaube irgendwann 2014) und er war dann auch nochmal in dieser deutschen Ausgabe der Knipmode (Knipmode Special) sowie in der Stitched by you  – auch hier weiß ich nicht in welchem Heft, weiß jemand mehr? Ich habe den Schnitt bereits in 3 Versionen (hier, hier), die alle gern und viel getragen werden und die Freundinnen L. und Z. besitzen ebenfalls einige Varianten.

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Ich mag das Kleid, weil es tailliert ist und durch die Raffung und die Passen nicht ganz so 08/15 rüberkommt. Es war außerdem sowohl für die ersten Monate der Schwangerschaft als auch für die Stillzeit geeignet und trägt sich dank halbem Arm von Frühling bis Herbst und mit Unterkleid auch im Winter gut.

Heute zeige ich meine “jüngste” Variante aus dem Winter 2012, genäht aus einem Baumwolljersey von Stoff und Stil. Ich verwende für diesen Schnitt immer Baumwolljersey, ich finde, die Raffung klebt bei Viskosejersey immer etwas aufeinander und trägt dann auf. Außerdem verarbeitet sich Baumwolljersey auch viel schöner (für mich).IMG_4669

Entscheidend für den Erfolg dieses Kleides bei mir ist, dass es keine Herumwandernden Bindebänder gibt, der Rock geschlossen und damit nicht aufklapp-gefährdet ist und die Länge mir sehr gut gefällt. Ich habe bei allen Versionen den Ausschnitt jeweils zugenäht, weil es sonst doch eines Tops darunter bedurfte, habe das aber dann in der Stillzeit jeweils wieder aufgetrennt und trage sie seitdem halt mit Hemdchen oder Unterkleid. Die Kleider sind bei mir absolute Alltagsallrounder, Z. hat aber eine wunderschöne Ausgeh-Variante aus Blumenjersey mit schickem Zierstich am Ausschnitt, geht auch. Ich finde der Schnitt ist am besten für Musterjersey geeignet, aber auch das mag subjektiv sein.IMG_4668

Als ich die Fotos machte (bereits vorletzte Woche) dachte ich bei mir, dass ich vielleicht mal wieder eine neue Variante nähen könnte, weil ich die drei Kleider wirklich viel trage und sie also offenbar in den Alltag passen. Vielleicht finde ich aber auch noch andere schöne Wickel-fake-Schnitte am heutigen MMM? Allein die Crewmitglieder machen schon Lust auf mehr Wickelkleider.

Das war der April

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Jaja, ich weiß. Etwas spät. Aber dennoch. Der April stand insgesamt unter dem Zeichen des “Wiederimalltagankommens”. Neue Babysitterin eingearbeitet. Ein Schätzchen. Echter Glücksgriff. Den Balkon bepflanzt. Den Garten entwintert. Zum Teil. Im Sand gebuddelt und in der Erde gematscht. Ein Paper geschrieben. Die Musikecke und die Nähecke eingerichtet. Ein Kleid genäht. Und Geschenke für ein Baby soon to arrive. Bilder aufgehängt. Chaos abgemildert. Fahrrad gefahren. Sonne genossen. Familienostern gefeiert. Nach hektischem Arbeiten bei Mann und mir in der ersten Aprilhälfte, Familienzeit genießen in der zweiten Hälfte. Und am Ende waren wir noch mal schön alle nacheinander richtig gepflegt krank. Naja.

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Und im Mai haben wir zwei Geburtstage. Viel tollen Besuch. Ein bisschen unterwegs sein. Hoffentlich mehr nähen. Und eine Präsentation vorbereiten. Also soweit die Planung. Was das Leben daraus macht, sehen wir dann.

Ein Kleid! Ein Kleid!

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Ich habe seit vielen vielen Monden nichts mehr wirklich für mich und zuende genäht. Seit der AnNÄHerung um genau zu sein. Als die Nähecke in der neuen Wohnung provisorisch eingerichtet war, nähte ich erstmal Bettwäsche für den unermüdlichen Umzugshelfer, Kollege J. und eine Hose für den Minimensch. Dann produzierte ich ein vortreffliches UFO mit starker Tendenz zu TfT nach dem Lemmingkleidschnitt B6018, das jetzt erstmal ein wenig abhängt, bis ich mich durchringe es zu säumen. Im Herbst oder so. Derart vom Nähkarma gebeutelt erhielt ich zu Ostern ein liebes Päckchen meiner nähenden und ältesten Freundin L. die mir diesen wundervollen Viskosejersey schickte, den sie einfach so für mich im Stoffladen mitgenommen hatte. Ist es nicht schön, wenn man solche Freundinnen hat?
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Er ist in echt deutlich blauer. Hauchfein und sehr hochwertig.

Nun habe ich seit der Schwangerschaft kein Jerseykleid mehr genäht, Oberteile aus Viskosejersey haben sich für mich als nicht ideal erwiesen. Ich hatte also nicht direkt ein passendes Projekt vor Augen. Es waren auch nur 1,5m Stoff, was die Schnittauswahl einschränkte und ich wollte sehr dringend mit dem nähen beginnen und nicht erst einen Schnitt kopieren. Also kamen nur bereits kopierte, schmal geschnittene Kleider in Frage. Ja, hm.

Nun hatte ich, ebenfalls von Freundin L. einen Schnittadventskalender bekommen, mit jede Woche einem Schnitt, fertig kopiert und der Anleitung. Sagte ich bereits, dass es toll ist, sie zur Freundin zu haben? Also nicht nur deshalb. Darunter war auch ein Burda-Jerseykleid mit Wasserfallkragen. (Modell 111, Burda 10/2014) Schmal geschnitten, schon kopiert, auflegen der Teile ergab, dass es passen könnte mit dem Stoffverbrauch.
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Nun bin ich mit Burda ja eher so nicht besonders gut befreundet. Das letzte Burdakleid ist Jahre her. Meine Erfahrung zeigt, dass ich keine ‘Burdafigur’ habe und immer sehr umfangreich anpassen muss. Ich hoffte jedoch, dass es bei einem Jerseykleid wohl gehen würde.
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Nun. Es ging. Die Anleitung half nicht direkt weiter, verwirrte mich eher. Allerdings habe ich ja schon mal was mit Wasserfallkragen genäht und war so einigermaßen sicher, es auch ohne Anleitung hinzubekomnen.
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Im Dunklen blieb letztlich nur, wie die Raffung des Kragens gemacht wird. Die Anleitung sieht nämlich vor, dass am fertigen Kleid am Ausschnitt Rollfalten abgebracht werden sollen. Hierzu konnte ich weder Markierungen auf meiner Schnittkopie finden, noch der Anleitung entnehmen wie genau das denn zu machen sei. Ich habe die für mich wahrnehmbare Mehrweite zwischen Ausschnitt und Schulter per Handnaht leicht eingereiht. Ob das so gehört? Keine Ahnung.
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Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Der Stoff ist so schön, dass ich das Kleid gern trage und der Schnitt ausreichend schick, dass es mir nicht zu sehr wie ein Schlafanzug vorkommt.
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Ich habe das Kleid, da der Oberstoff sehr fein und durchscheinend ist, komplett mit grauem Viskosejersey gefüttert. Den musste ich erst bestellen, was die Anfertigung etwas verzögerte. Hat sich aber gelohnt, denn jetzt ist es gemütlich warm und scheint nicht durch. Dadurch konnte ich es am Montag, als ich die Fotos machte, gut mit Strumpfhose tragen. Aber es wird bestimmt auch ohne gut zu tragen sein.
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Ich habe das Kleid mit der Ovi gerollsäumt, einerseits weil ein doppelt umgeschlagener Saum bei dem Stoff etwas wuchtig gewesen wäre, vor allem aber, weil das Kleid trotz 4cm Saumzugabe dann zu kurz geworden wäre.

Ansonsten habe ich das Rockteil leicht ausgestellt, denn ein eng anliegendes, wenig elastisches Schlauchkleid erschien mir etwas presswurstig und zudem unpraktisch.

Derzeit sind wir hier seit 14 Tagen im Dauerlazarett. Erst das Kind, dann der Mann zum guten Schluss ich. Es bleibt also wohl erstmal bei Nähabstinenz.

Tag 14-18

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Die Woche stand im Zeichen eines Erkältung-Magendarm-Zahnkomplexes beim Minimensch und brachte damit die Erkenntnis, dass Listen auch oft nur Theorie sind.
Immerhin konnte ich anfangen die letzte Nähkiste auszupacken, ein Kleid zu nähen, dem nur noch der Rollsaum fehlt und habe recht viel Wäsche geschafft.

Tag 12&13

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Tag 12:
To-Do-Listen-Bilanz: 8/12 (Bad, Staubsaugen, Wäsche, Markt, Pflanzen zum Garten bringen, Kräuter auf Balkon pflanzen, Apothekenbestellung, Neues Minimenschbett geschliffen, geölt, aufgebaut)

Dazwischen geschoben: Küche, Spargelbeet entmulcht und gejätet, Krankes Kind getröstet und gekuschelt

Tomatensaft: Ja
Zucker: weiß nicht mehr
Essen: Grillgemüse + Tsatziki

Tag 13:
To-Do-Listen-Bilanz: 7/9 (Gästeklo, wischen, Wäsche, Wäsche, Garten Bücher auspacken, Kisten konsolidieren, Saatgut bestellen)

Dazwischen geschoben: Küche,  Wäsche falten, Wohnzimmer komplett kistenbefreit und Musikecke eingerichtet (Yeah!!!), Stoffresteregal teilweise eingeräumt

Tomatensaft: alle
Zucker: fast keinen
Essen: Salat, Ofenkartoffeln, Feta