Sonntagssachen 28/2016

Ich erwache davon, dass der Minimensch auf mir herumklettert, der sich die ganze Nacht fiebrig herum geworfen hat, jetzt ist er fit und ich eher nicht. Zur Erholung gehe ich ganz allein in der Morgensonne Brötchen holen. Und bringe reiche Kastanienbeute mit. Zum Frühstück gibt es Milchhörnchen und mit dem Mittagsschlaf wird die Welt dann irgendwie doch gut. Wir dekorieren den Jahreszeitentisch auf Herbst um. Und gehen in den Wald, noch ist alles grün und der Herbst ist kaum zu spüren, alles trocken und warm.Im Verlaufe des Nachmittags mussten bei verschiedenen Tieren schwere Frakturen gerichtet werden. Und ein Kilo Rote Bete eingelegt. Als der Minimensch schläft nur noch schnell die Spülmaschine ausräumen. Dann mit Ingwertee und Feedreader ins Bett, die eigene Erkältung in die Schranken weisen.

Herbst Plan-Along 2016

Hallo ihr Lieben und einen schönen Spätsommer-Sonntag!

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Heute wollen wir unsere kreativen Herbstpläne präsentieren. Was wollen wir in diesem Herbst so werkeln? Berichtet uns allen davon, auf dass wir mit Flow und Motivation in den kreativen Herbst starten. Erlaubt sind alle Pläne für Kreativprojekte: nähen, stricken, häkeln, spinnen, weben, drucken, basteln, Origami, laubsägen, filzen, und was auch immer euch noch einfällt. Wichtig ist jedoch, dass ihr einen richtigen Plan habt, nicht nur eine grobe Ideensammlung ohne konkrete Umsetzungsideen, dass ihr dazu innerhalb der kommenden Woche einen Post veröffentlicht und dass sich diese Pläne auch tatsächlich auf die nächsten 2-3 Monate beziehen und nicht auf die nächsten 10 Jahre oder so. Das i-Tüpfelchen wäre natürlich, wenn ihr etwas für euch ganz neues ausprobiert, aber das ist kein Muss!

Hier kommt mein Plan:

Ich habe Näh-, Strick-, Seifen- und Dekobastelpläne. 

Beginnen wir mit den Nähplänen. Ich habe in meinem neuen Job das irrationale Gefühl, auch neue Kleidung zu brauchen. Objektiv gesehen unterscheiden sich die Kleidungsanforderungen nur minimal von bisher. Aber irgendwie will ich wohl einfach das „alles neu“-Gefühl auch auf die Garderobe übertragen. Da meine Zeit aber ja begrenzt ist, habe ich nur ein paar zentrale Kleidungswünsche in den Plan aufgenommen. Ein paar Oberteile habe ich schon gekauft und der Rest muss sich dann später finden. 

Ich nähe also 

1. Einen weiteren Lotti-Rock, aus jeansblauem Chambray mit marineblauer Paspel mit weißen Tupfen. Der ist schon zugeschnitten und ein Großteil des Materials ist da.

2. Einen Rock zu meinem AnNÄHerungsblazer. Da werde ich einen halben oder dreiviertel-Tellerrock nehmen. Mal sehen wieviel von dem Stoff noch da ist. 

3. Einen Blazer aus Sweat oder Romanit. Als Schnitt erwäge ich den Morris Blazer zu nehmen, Farbe sollte blau oder petrol oder blaugrau sein. 

4. Ein weiteres Telisabie-Kleid. Das erste hat sich sehr bewährt, da hätte ich gern noch eins. In grau oder blau-grau.

5. Da der Minimensch auf einmal Spaß am Schwimmen hat, gehen wir jetzt jede Woche schwimmen. Da ich seit Jahren keinen Badeanzug besitze, muss dringend einer her und ich gedenke mir einen lila Bombshell zu nähen. 

6. Und natürlich hat auch der Minimensch Bedarf. Einen Kapuzenpulli aus einem abgelegten Strickpulli des Mannes und

7. eine Breitcord-Hose mit Knieeinsätzen aus Jeans, habe ich fest eingeplant. 

Bei meinen Strickplänen, gilt es, angefangenes zu beenden. Ich stricke

1. einen Pullunder für den Minimensch aus Baumwoll-Merino-Viskose-Seide-Garn in jeansblau und petrol. Unten glatt rechts im oberen Teil im Perlmuster. Da der Fäden doppelt genommen wird, läuft das recht schnell und ich werde in 3-4 Serienabenden fertig sein. 

2. ein dringend benötigtes Paar dicker Socken für mich. Das ist aus Resten eines dunkelblauen Garns aus Omas Fundus und eines Verlaufsgarn unbekannter Herkunft. Da hab ich schon 1,5 Socken fertig. Das ist auch machbar. 

3. und dann bekommt noch der Mann ein paar Kuschelsocken. Die dauern dann trotz dickem Garn etwas.

Ansonsten werde ich zwei Sorten Seife machen, eine Duschbutter und eine Haarseife.Das mit der Haarseife ist bei mir das neue, das ich noch nie gemacht habe. 

 Und den Jahreszeitentisch und seine Umgebung noch etwas herbstlichen gestalten. Das erfordert die Herstellung von gefilztem Obst und Kürbissen. Das Kind wird auch Jahreszeitliche Deko haben wollen. Und es verlangt jetzt schon bei jedem Einkauf nach einer Kürbislaterne.

Jetzt erstmal ihr! Was plant ihr denn?

 Teilnehmen könnt ihr übrigens nicht nur mit eigenem Blog sondern auch mit Instagram. Nur bitte verlinkt keine Werbung, verlinkt zum Planungspost, nicht zur Startseite eures Blogs und denkt daran, einen backlink zu dieser Aktion zu setzen (In instagram gehen links nicht, wenn ich richtig informiert bin, dann wäre zumindest eine Erwähnung sehr nett, wenn jemand Probleme beim verlinken hat, bitte melden!). Das Plan-Along-Bild dürft ihr gern mitnehmen. Hier kommt schonmal das Linktool (öffnet in einem neuen Fenster) – mein Plan vervollständigt sich im Verlaufe des Tages.

Das Linktool ist geöffnet bis inklusive 3.10.2016.

Aber in der nächsten Woche treffen wir uns dann auch schon wieder – dann gilt es eine Materialplanung zu machen, inklusive Bestandsaufnahme und einer Einkaufsliste, was ihr noch für die Umsetzung eurer Herbstpläne besorgen müsst.

Anekdotische Evidenz: Vom Hintertür-Sexismus in den Wirtschaftswissenschaften

Dies ist ein Reblogging aus dem Milchmädchenblog:

Beyond Milchmädchen

Ausgerechnet jetzt, wo ich gar nicht mehr selbst in den Wirtschaftswissenschaften arbeite, kam beruflich eine Diskussion auf, die ich so ähnlich schon vor fast einem Jahr auf meiner Geburtstagsparty mal führte. Nämlich die Frage des Stands der Gleichberechtigung in den Wirtschaftswissenschaften. Lassen wir dabei mal kurz die Quote für DAX-Vorstände außer acht, da will ich erst gar nicht mit anfangen. Bleiben wir mal bei Wiwi als wissenschaftliche Disziplin.

Ich habe da schon länger eine auf anekdotischer Evidenz basierende Privatvermutung. Die besagt, dass gerade in Wiwi Gleichstellung sich oft ins Gegenteil verkehrt, also eher gegen die Frauen als für sie arbeitet. Auf einer Party im letzten Jahr diskutierte ich das mit anwesenden MINT-Menschen und in den letzten Tagen tauchte es in einigen beruflichen Gesprächen unverhofft wieder auf.

Also meine Erfahrung ist etwa diese:

Wirtschaftswissenschaften sind auf dem Papier ein zunächst relativ egalitäres Fach. Im Studium liegt der Anteil der Frauen bei…

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Sonntagssachen 27/2016

Ich erwachte gegen 6, weil der Mann neben mir schniefte und auf der Suche nach Tabletten herumwühlte – der erste Herbstinfekt schon da. Mein Schlafphasenwecker bescheinigte mir, dass es noch viel zu früh sei und ich zog in ein anderes Bett um, um noch eine Stunde schlafen zu können. Sonntagsfrühstück mit Milchhörnchen und Milchkaffee. Neuestes Lieblingsspiel: Stoffgeschäft. Zwischendurch die Wohnung gewischt. Und eine leckere Kaffeetafel gedeckt, Freundin Z. hatte sich zum Quatschen angekündigt. Picknick mit Teddy. Kontrollieren, ob die Kastanien schon fallen. Kürbissuppe, die erste dieses Jahr, indisch mit roten Linsen und dazu Chai. Als der Minimensch schlief noch eine Runde Pilates mit YouTube-Unterstützung. 

Gegen Schmuddelwetter: Herbst-Plan-Along

Draußen ist es grau in grau. Der ewig währende Sommer scheint vorbei. Gutes Wetter zum nähen und stricken, basteln und einkochen. Aber irgendwie habe ich so gar keine Ideen, keinen Plan. Bei 30 Grad an den Herbst denken, das ging einfach nicht. Und jetzt stehe ich da, wie das Kaninchen vor der Schlange und starre in die graue Suppe da draußen. Geht es euch auch so? 


Na dann hereinspaziert, fühlt euch eingeladen zum gemeinsamen Pläne schmieden. Nehmt euch etwas Zeit, macht euch einen Plan. Und nächste Woche schwelgen wir zum Herbstanfang in unseren Plänen. Da fällt der Abschied vom Sommer nicht mehr so schwer, denn wir stehen in den Startlöchern für einen kreativen Herbst. 

So geht es:

Ihr macht euch euren kreativen Plan für den Herbst. Dabei sind alle kreativen Projekte erlaubt. Nähen, stricken, basteln, häkeln, klöppeln, drucken, malen, filzen, Origami. Was immer ihr euch für das letzte Quartal 2016 noch auf den Zettel schreiben wollt: tut es!

Aber bitte macht euch einen strukturierten und konkreten Plan. Beantwortet grob die folgenden Fragen:

Was möchte ich im Herbst unbedingt fertigstellen, welche Projekte nehme ich mir konkret vor?

Welche Techniken, Werkstoffe, Materialien beschäftigen mich gerade? 

Welche Projekte haben Priorität, womit beginne ich?

Probiere ich etwas ganz neues aus oder bleibe ich bei meinen Leisten?

Das alles postet ihr nächste Woche ab Sonntag (25.9.) und könnt es dann hier bei mir verlinken. Gern könnt ihr dabei zu Planungsposts für einzelne Projekte  (z.b. im Rahmen der diversen Sewalongs und Knitalongs) innerhalb eures Gesamtplans verlinken. 

Und weil zu guter Planung auch Ressourcenmanagement gehört treffen wir uns in der Woche danach (2.10.) noch einmal mit einer Materialplanung. Also einer Bestandsaufnahme des vorhandenen Materials und einer Einkaufsliste, was noch fehlt. 

Und dann sind wir bestens auf das Herbstwerkeln eingestellt. Und weil das ja ein Plan-Along und kein Sew-Along ist, fragt auch nachher keine, was aus den Plänen geworden ist. Ihr dürft aber trotzdem davon berichten. 

Last days of summer

Heute trage ich nochmal ein sommerliches Bürooutfit – beide Teile sind über den Sommer entstanden. Und etwas wehmütig wurde ich schon, als mir heute morgen bei der Kleiderwahl klar wurde, dass die Tage der leichten Kleidung gezählt sind. Besser schnell die unverbloggten Teile noch verbloggen. (Das ideale Foto-Setting im Büro suche ich noch)

 

Das Shirt nähte ich im Juli im Rahmen meines Camping-Nähens bzw. des Sommernäh-Produktivitäts-Flashs. Ich wollte dringend alternative Shirtschnitte ausprobieren und so kaufte ich download-Schnitte einer deutschen Designerin. Das mache ich sonst selten. Hier seht ihr das Shirt Melli von Confetti Patterns. Ich mag den Schnitt sehr und bin damit inzwischen schon in Kleinserie gegangen. Das Shirt sitzt genau richtig locker und genau richtig eng. Es ist außergewöhnlich genug um nicht nach 0815-T-Shirt auszusehen und geht so auch super fürs Büro. 
Das Shirt hat Raffungen am Halsausschnitt und im Bauchbereich. Die sieht man in den Rock gesteckt natürlich nicht. Voilà:

Ich würde für den Schnitt Viskosejersey empfehlen. Er fällt recht weit aus, ich nähe ihn in 36 und mache ihn dann noch was enger. Es gibt den Schnitt als A0-Version zum plotten und in A4 zum kleben, er ist gut markiert, ob die Beschreibung gut ist, kann ich nicht so genau sagen, ich hab nicht viel reingeguckt. 

Der Rock ist vom Ende August aus meinem langen Urlaub. Der Schnitt ist der brandneu erschienene Partyrock von crafteln.de, Meike beschreibt ihn heute noch einmal drüben in ihrem Blog. Ich durfte den Rock probenähen und kann auch nach einigen Malen tragen nur unterstreichen, dass ich ihn sehr mag. Ich trage ihn auch mal mit Bluse da wirkt er edler und heute mit Gürtel und Shirt legerer. Mal schauen, wie ich ihn bei kühleren Temperaturen kombinieren kann.

Auch dieser Schnitt ist ein download-Schnitt, den es ebenfalls in A0 und A4 gibt. Hier fallen die Größen sehr maßgerecht aus, mein Stoff ist ein fester Baumwollköper und feste Stoffe sind wohl auch am besten geeignet um die tollen Falten zu betonen. 

Ich bin rundum zufrieden mit diesem Outfit und da passt es ja, dass heute RUMS ist. 

Me made Mittwoch: Gewappnet für Überraschungen

Mittwochs ist nun mein langer Arbeitstag, fotografieren im Büro ist noch nicht drin, da bin ich noch etwas zurückhaltend. Also nur schnelle Fotos zerknittert und erschöpft nach 9 Stunden Arbeitstag. Seit knapp zwei Wochen arbeite ich im neuen Job. Obwohl einige Kollegen und Kolleginnen in Jeans und T-Shirt dort sind und somit meine bisherige Bürogarderobe problemlos tauglich wäre, habe ich festgestellt, dass ich eine Spur förmlicher dort hin gehe, als ich zum alten Büro ging. Einerseits weil eben auch ein Teil meiner Kolleginnen eher business tragen, vor allem aber, weil ich derzeit noch jederzeit damit rechne überraschend zu Terminen mitgenommen zu werden, um wichtige Menschen kurz mal kennenzulernen. Das ist leider etwas inkompatibel mit den derzeitigen Temperaturen, denn meine Sommerröcke und -Kleider sind in großen Teilen eher laut und gemustert und bunt. Zum Glück habe ich mir aber kurz vor Jobbeginn noch zwei Sommer-taugliche Röcke genäht, die annähernd einfarbig sind. Heute trage ich einen davon:

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Simplicity 2451, bekannt als der Disputationsrock. Hier aus einem lila Elasthan-Viskose-Baumwolle-Poly-Gemisch aus dem Ramsch-Goldsucher-Bereich von alfatex. Der Stoff ist schlicht, bequem und nicht allzu dick. Der Rock ist ungefüttert und damit ganz gut fürs Wetter. Um die sehr cleane Optik des einfarbigen Stoffes etwas aufzubrechen, habe ich den Taschen und dem Saum eine Ziernaht verpasst. Ich bekommen zunehmend Spaß an Zierstichen. Leider hat meine Maschine nur drei Stück. Evtl. wird es doch mal Zeit für ein Maschinenupgrade.

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Die Taschen sind überhaupt das beste an dem Schnitt. Geräumig, klaffen nicht auf, sehen gut aus und sind gut zu nähen. Ansonsten hat sich der Schnitt für mich etwas überlebt. Die Röcke nach dem Schnitt sitzen etwas unterhalb der Taille, ich trage inzwischen lieber taillenhohe Röcke. Allerdings habe ich die Mühe, einen anderen höheren Bleistiftrock-Schnitt,, wie etwa den Gertie Pencil-Skirt, auf mich anzupassen bisher etwas vor mir her geschoben. Und so dient dieser Schnitt als bewährtes Arbeitstier und ich trage die Röcke nach wie vor.

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Die Bluse dazu habe ich im Räumungsverkauf einer ortsansässigen E*prit-Filiale gekauft, weil mir klar wurde, dass ich das Bedürfnis nach mehr blusigen Oberteilen habe, aber keine Zeit ausreichend viele in kurzer Zeit zu nähen. Sie sitzt zwar nur okayish, aber auch hier: tut ihren Dienst. So setzt mich mein gefühlter Blusenbedarf nicht unter Nähstress. Eigentlich müsste die Bluse taillierter und länger sein , sie rutscht dauernd aus dem Rockbund und beult – man wird ja doch ein bisschen anspruchsvoll wenn man nur noch Maßklamotten hat.

 

Es war übrigens gut, dass ich klamottentechnisch für alle Eventualitäten vorbereitet war, denn heute stand auf einmal der Prorektor in meinem Büro. Alles richtig gemacht.

Monika nimmt heute Abschied aus dem MMM-Team. In meinem Lieblingsschnitt, dem Anna Dress. Liebe Monika, danke für deinen Einsatz für diese tolle Sache!

Sonntagssachen 27/2016

Der Minimensch erwacht um halb sieben, da er am.Vorabend spät im Bett war, lege ich mich zu ihm in der Hoffnung, dass er nochmal schläft – Ergebnis: ich döse, er spielt. Brötchen zum Frühstück. Ich lerne Dinge über das Kanufahren. Wir fassen uns ein Herz und bauen eine schon seit vielen Monaten gekaufte Ikea-Kommode auf. Die Ehe überlebt und die Ecke des Schlafzimmers sieht irgendwie dann doch jetzt etwas ordentlicher aus. Wir trödeln etwas und raffen uns dann aber doch auf, das Kanu kommt ins Auto und wir an die Luft. Nach eineinhalb Stunden paddeln bei tollen Sonnenschein geht es wieder heimwärts, alle müde. Ich ernte ein paar Balkontomaten für den Bürosalat des nächsten Tages. Nach dem Abendessen backe ich noch zwei kleine Brote. Mehr geht nicht mehr, ein müder Tag. 

Unbedingt nachmachen: Mandel-Kirschkuchen

Für meinen Abschied vom alten Job habe ich einen relativ einfachen aber sehr leckeren Blechkuchen gebacken. Das Rezept ist ein Crossover aus einem versunkenen Kirschkuchen, der in meinem Grundkochbuch „Wiener Art“ heißt, Mandel-Becher-Kuchen und einer Packung Marzipan. 


Für ein Blech:

200g Mehl

200g gemahlene Mandeln

5 Eier

150g Butter + 125g für den Belag

150g Zucker + 80g für den Belag

1 Packung Marzipan-Rohmasse

1 Päckchen Backpulver

2 Päckchen Vanillezucker

1 Prise Salz

1kg Sauerkirschen, gefroren 

200g Mandelblättchen

Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Mehl, Backpulver, gemahlene Mandeln und eine Prise Salz vermengen. Zucker, Marzipan und Butter cremig rühren. Dann nach und nach Eier, und Mehl-Mandel-Mischung im Wechsel zugeben. Gut mit der Küchenmaschine verrühren. Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. Kirschen darauf verteilen.  

Den Kuchen 15 Minuten backen, in der Zeit die Butter für den Belag schmelzen, den Zucker darin auflösen und die Mandeln unterrühren. Das Ganze auf dem Kuchen verteilen und weitere 25- 30 Minuten backen. 

Probegenäht: Der Partyrock von crafteln.de

Ich mache ja nie Werbung und lehne immer alle Kooperationsanfragen ab, selbst welche, die ich bei anderen vollkommen ok finde, wie etwa probennähen. Das mag ich wenn ich das woanders lese, aber selbst hab ich eine klare Linie. Aber manchmal gibt es eben Ausnahmen und meine liebe Nähfreundin Meike alias Frau Crafteln ist die Ausnahme. Als sie bei der AnNÄHerung diesen Rock zur Probe nähte, vermuteten wir schon, dass der Rock mir auch gut stehen könnte. Und so passte es ganz gut, als sie mich fragte, ob ich ihn zur Probe nähen wolle. Dann hatte ich allerdings irgendwie keine Zeit und dann passte die Jahreszeit nicht recht zu meiner Vorstellung des Rockes, und so dauerte es etwas, bis ich begann den Rock zu nähen.

Inzwischen war in meinem Kopf schon ein recht genaues Bild von meinem Rock entstanden. Er sollte aus einem festen nachtblauen  Stoff sein. So würde er sich gut in meine Garderobe einfügen. Ich habe nämlich gar keinen dunkelblauen Rock und viele passende Oberteile. In meinem Stoffschrank fand ich zwei marineblaue Stoffe vor, der eine war aber recht schwer und hatte wenig Stand. Der zweite hingegen hatte perfekten Stand, sah schön aus und so vergaß ich kurzfristig, dass dies der Rest meines Probejacketts war. Und dass der Stoff mich bereits beim Jackett in den Wahnsinn getrieben hatte, war auch kurzfristig meinem Hirn entfallen. Tja… Das Problem an diesem bildschönen quergerippten Stoff war nämlich, dass er sich quer zum Fadenlauf in Rekordgeschwindigkeit auflöste. Schneller als man auch nur versäubern kann. Also auch sehr viel schneller, als man an 6 Rockbahnen je 4 Falten legen kann. Ums kurz zu machen: ich nähte zunächst einen Partyrock für die Tonne. Die Falten waren krumm, schief und unterschiedlich hoch, weil wichtige mm dem Stoff fehlten so dass die Geometrie des Schnittes nicht mehr hinhauen konnte. Aber gut, immerhin wusste ich nun schon, dass mir die gewählte Größe passt, die Anleitung sehr gut ist und die merkwürdig geformten Schnittteile ziemlich magisch zu einer sehr schönen Form zusammenfinden. Also bestellte ich mir neuen Stoff. Nachtblau natürlich. Aber nix mit Zicken. Sondern einen schönen einfachen Baumwollköper von stoffkontor.eu. Der kam gewohnt schnell und die zweite Version des Rockes wurde somit angegangen und zur Zufriedenheit beendet.

Hier also zunächst mal ein Eindruck von meinem Rock, dann etwas mehr zu meinem Eindruck vom Schnitt:

 

Der Schnitt war für mich zunächst etwas ungewöhnlich. Sechsmal das exakt gleiche, sehr merkwürdig geformte Schnittteil zuschneiden, das hatte ich wohl noch nie. Die Angabe über die Stoffmenge ist übrigens eher exakt zu verstehen. Auch mit Zuschnitttetris lässt sich da nicht viel rauskitzeln. Ich habe das Schnittteil mit Kreide in einfacher Stofflage 6 mal aufgezeichnet. Daran kann man erkennen, dass ich Meike wirklich sehr gern hab. Sowas treibt mich nämlich gepflegt in den Wahnsinn. Ich bin ja mehr so der Typ: drauflegen bei doppelter Stofflage, beschweren, mit dem Rollschneider drum und zack. Das ging hier nicht und ich habe dennoch nicht die Flinte ins Korn geworfen. Löblich, oder? Zum Glück wurde ich ja durch einen sehr schönen Rock für die Mühe entlohnt.

Als nächstes galt es, die Faltenmarkierungen zu übertragen. Als eher wissenschaftlicher Typ habe ich das quasi reverse-engineered, also die Winkel relativ zur Seitennaht und die Länge der Markierungen ausgemessen und das dann auf den Stoff übertragen. Auch hier: Sorgfalt lohnt, nach Nähschlampenmethode mit Stecknadeln markieren geht definitiv nicht.

Nach dem Steppen der Falten – die Anleitung hierzu ist wirklich hervorragend – geht der Rest dann wirklich wie ein Klacks. Und es ist schon ziemlich magisch, wie aus den bizarren Formen der Schnittteile ein total perfekte Seitenlinien und ein total perfekter angeschnittener Formbund mit Beleg wird. Hossa. Da konnte ich sofort Meikes Begeisterung für die stokx-Schnitte verstehen, da merkt eine sofort, dass da jemand am Werk war, der sein Handwerk versteht.

Die erste Anprobe zeigte: Passt wie eine 1, die Maßtabelle ist also – zumindest in meiner Größe – ziemlich gut. Bei der Anprobe habe ich eigenmächtig entschieden, dass ich den Reißverschluss lieber auf der rechten Seite tragen werde, weil der dann nach hinten verläuft (er sitzt in einer schrägen Naht) – entsprechend habe ich den Rock in der Trageweise gepüstert und dann (ausgehend von der langen Version) um ca. 3-4 cm gekürzt. Das war die einzige Änderung. Juchheissassa. Ich habe den Saum mit Schrägband verstürzt, ich mag das einfach sehr, einerseits, weil ich den Rock gern im Büro tragen können wollte und das schicker finde, andererseits, weil man dann so schön kleine geheime Schrägbandschätze in den Saum bauen kann – so wie dieses Herzchenschrägband. Mit dem hab ich den Saum gemacht und auch den Beleg versäubert, das ging von der Menge genau auf und sieht wirklich nett und sauber aus.

Für den fertigen Rock habe ich schon einige Komplimente bekommen, obwohl ich ihn erst einmal anhatte und ich fand ihn auch den ganzen Bürotag über sehr bequem und habe ihn gern getragen. Er passt sehr gut zu meinem im Urlaub gekauften Breton-Shirt und das macht ihn natürlich noch einmal besser. Ein einziger Punkt stört mich: Keine Taschen, und auch keine einfache Möglichkeit, eine einzubauen. Das ist für mich tatsächlich ein wenig störend.

Der Schnitt „Partyrock“ aus dem Hause stokx von crafteln.de ist ein digitaler Schnitt, den es als Klebe- und Copyshopversion gibt. Es gibt zwei Längen und man erhält jeweils vier Größen, die Maßtabelle erscheint mir zuverlässig für die Größenwahl. Ich habe den Rock in Größe 2 genäht und trage sonst Röcke in Gr. 40(D)/12(US). Ich würde sehr dazu raten, das Schnittteil nach Möglichkeit mehr als einmal abzupausen oder auszuschneiden, dann klappt das auflegen und zuschneiden besser, ideal wären vermutlich drei Schnittteile. Sehr in meinem Sinne ist, dass der Schnitt die Nahtzugabe enthält. Das mag ich ja sehr und da zusätzlich die Nahtlinie eingezeichnet ist, kann man sich das im Notfall ja auch abschneiden, wenn man das nicht mag mit der Nahtzugabe.

Der Schnitt wird als Schwierigkeitskategorie „Erfolgserlebnis“ verkauft. Tatsächlich ist die Anleitung auch wirklich gut für Anfängerinnen geeignet und detailreich bebildert, und das nähen an sich ist nicht kompliziert. Allerdings muss man sauber arbeiten, sowohl beim Zuschnitt als auch beim Markieren und beim legen und nähen der Falten. Der Schnitt funktioniert nur, wenn man exakt arbeitet – dann funktioniert er aber gut.

Das Ergebnis ist ein sehr alltagsgeeigneter Rock mit dennoch sehr anderer Schnittführung. Ich finde den Schnitt vor allem deshalb gut, weil ich ihn mir nicht einfach so hätte selbst bauen können. Denn das ist mein Hauptkritikpunkt an vielen Indie-Schnitten, sie unterscheiden sich kaum von Schnitten, die ich schon habe, ich muss nur ein Detail hinzufügen und habe ein sehr vergleichbares Ergebnis. Das gilt hier keinesfalls, der Schnitt ist tatsächlich besonders und sehr professionell umgesetzt.

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Noch einmal deutlich: Ich habe den Schnitt von Meike kostenlos zum testen zur Verfügung gestellt bekommen. Ich gebe aber hier meine Meinung wider und die Möglichkeit zum Probenähen war nicht an ein positives Posting gekoppelt.