Sonntagssachen #4/2016

image

Ich habe Ausschlaftag und übernehme nach dem aufstehen ein quietschfideles Kind, das dringend im Tigerkostüm zum Bäcker gehen muss. Hat sich gelohnt, der Bäcker war derart verzückt, dass er eine halbe Waffel rausrückte. Sonntagsfrühstück, nur echt mit Milchkaffee, O-Saft und Croissant. Der Minimensch träumt derzeit sehr heftig, erwacht mehrmals pro Nacht wild strampelnd und schreiend und schläft daher zur Zeit viel bei uns. Dadurch schlafe ich sehr angespannt und trage eine Beton-anmutende Schulter- und Nackenpartie durch den Alltag. Dem erstmal mit Schmerzsalbe zuleibe gerückt. Wir vertrödeln große Teile des regnerischen Tages, zwischendurch gibt es Green Smoothie aus den vom Kind verschmähten Teilen des Obsttellers. Wir machen Pideteig und später Pide – voller Erfolg. Saulecker, Kind kann super helfen, Küche erfolgreich in Gänze bemehlt. Gegen das Pide-Koma hilft nur ein Espresso. Ich nähe mein Schmetterlings-Anna-Dress zuende, das leider nicht sooo toll geworden ist und schneide direkt aus den Stoffresten Unterhosen zu. Neue Effizienz dank #projektbrotundbutter. Und dann noch ein paar Reihen Puschen stricken auf dem Sofa. Guter Tag.

Me made Mittwoch: Kuscheldecke

 

IMG_20160203_093225909Geht es euch auch so, dass ihr es derzeit ausgesprochen ungemütlich findet? Ich jedenfalls hatte in den letzten Tagen oft, obwohl es ja eigentlich nicht kalt ist, das dringende Bedürfnis, mich sehr kuschelig einzupacken. Decke, warme Socken, Tee, Sofa. Bloß nicht raus in dieses nass-stürmische Grau des herbstesquen Winters. Gerade am Schreibtisch kroch mir da schonmal eine unangenehme Kälte in den Nacken. Igitt! Und so traf es sich gut, dass auf meiner #projektbrotundbutter-Abarbeitungsliste an nächster Position der Cardigan “Hope” aus der La Maison Victor Sept-Okt 2015 stand. Der lag bereits seit Monaten zugeschnitten herum und wurde von mir in grandiosen 30 Minuten am Montagabend zusammengeoverlockt. Und stellte sich dann bei der ersten Anprobe als tragbare Kuscheldecke heraus. Tatsächlich hat das ganze mit einem Cardigan weniger Ähnlichkeit als mit einem komfortablen Schultertuch – nicht gerade meine ansonsten präferierte Silhouette aber momentan doch dann irgendwie genau richtig.

IMG_20160203_093244874

Eigentlich sieht der Schnitt noch ein umlaufendes Bündchen und Ärmelbündchen vor – das würde vermutlich den Kuscheldecken-Eindruck etwas abmildern. Allerdings hatte ich dafür nicht genug von diesem wirklich tollen rauchlilanen Strickstoff von dem ich in irgendeiner Umnachtung nämlich nur 1,2m gekauft hatte. Ich habe ihn vor 2 Jahren im Alfatex-Winter-SSV erworben, da kaufte ich ca. 70m Stoff um mich für die Durststrecke nach der Elternzeit zu bevorraten, von denen ich heute noch zehre. Möglicherweise war er ein Reststück, konkrete Pläne hatte ich länger nicht. Für einen Nina-Cardigan reichte er nicht und so beschloss ich, es mal mit Hope zu versuchen. Ich musste bei der Armlänge etwas Kompromisse machen und Bündchen wären definitiv sowas von nicht mehr aus dem Stoff zu quetschen gewesen. Ich hatte dann zunächst Ärmelbündchen und Belege aus einem ebenfalls lilanen Crashjersey zugeschnitten, der auch schon länger lagerte. Als ich dann aber die großen Teile zusammengenäht hatte, fand ich die Farbe und pure Anmutung des ganzen so schön, dass ich einfach nur alle Kanten schmal umgeschlagen und abgesteppt habe.

IMG_20160203_093158767

Aus den wirklich mickrigen Resten des Strickstoffs konnte ich noch genau Armstulpen zuschneiden, die ich nun bei Bedarf noch als zusätzliche Eskalationsstufe ergänzen kann, falls mir die halben Ärmel zu frostig sind.

IMG_20160203_093432570

Sollte mir im Laufe des Tages warm genug sein – zum Beispiel nach adrenalingeladener Vorlesung – kann ich dann die Decke abwerfen und darunter versteckt sich ein weiteres #projektbrotundbutter-Teil, nämlich ein Shirt (!) im Paisleymuster (!), das blau, lila und türkis ist. Quasi quietschebunt also und kompatibel mit ca 50% meiner Röcke. Heureka. Der Jersey ist ein edler Markenjersey von Polytex aus Viskose, Baumwolle und Elasthan. Es handelte sich um ein Reststück von 63cm, das ich jetzt ein halbes Jahr lang jedes Mal aus der Restekiste meines lokalen Herzens-Stoffgeschäfts zog und ob des immernoch stolzen Preises zurücklegte. Für #projektbrotundbutter habe ich es dann jetzt doch gekauft und in ein Shirt vernäht. Der Schnitt ist Plaintain von Deer and Doe, allerdings nähe ich den stets abgewandelt: Ich nehme die Weite in der Hüfte und die Länge weg, das habe ich einfach von einem Kaufshirt, das gut saß abgenommen, auch das Armloch verkleinere ich leicht. Ich nähe 34 in den Schultern, 38 in der Brustweite und 36 an Ärmeln und Rücken. Aus Stoffmangel habe ich für dieses Shirt zudem die Arme etwas verschmälert und das Armloch weiter verkleinert, das ging weil der Stoff sehr dehnbar ist.

IMG_20160203_093513022

Ich bin mit Shirt und Jacke sehr zufrieden und finde auch die für mich gewagte Kombi von drei (!) Farben durchaus stimmig. Vermutlich werde ich den Cardigan zuhause ständig tragen, weil er so schön flauschig ist. Unter dem Mantel ist er eher nicht ideal und zu weiten Röcken passt er auch nur mäßig – aber gut, was soll’s – hauptsachen warm!

Die wundervolle Karin zeigt heute meinen Liebling Anna in Lieblingsfarbe blau und mit einer Jacke, die im Gegensatz zu meiner kein unförmiger Sack ist. Wie schön!

IMG_20160203_093455084

Der Vollständigkeit halber: Der Rock ist ein alter Bekannter. Der Blaurock, nach Knipmode 11/2012. Inzwischen mit neuem Bund und neuem Reißverschluss und ohne Bindeband.

Sonntagsbilder #3/2016

image

Einen Plan für Projekt Brot und Butter fotografiert. Täglich grüßt das Murmeltier: Knöpfe angenäht. Geschenke eingepackt und los gefahren zu leckerem Frühstück in gemütlicher Runde. Brav den Reißverschluss auf Telisabie getrennt. Viel Wäsche gefaltet. Tiere gestapelt. Immer mal wieder das Linkup gecheckt. Mit eifrigem Helfer Kartoffeln geschält.

#projektbrotundbutter: Zweites Treffen – Der Plan

Hallo in die Runde. Ich bin vollkommen geflasht, wieviele sich beim ersten Treffen verlinkt haben und mitmachen wollen bei “Projekt Brot und Butter”. Es war auch ganz toll, dass ich bei der AnNÄHerung live bei der Umsetzung einiger Brot-und-Butterteile dabei war und dass zwischendurch viele von euch schon Teile für die Aktion gezeigt haben. Ich freue mich sehr.

Heute soll es nun konkret werden. Welche Schnitte und welche Stoffe habt ihr euch rausgesucht? Habt ihr schon alles da, oder müsst ihr noch shoppen gehen, abpausen und passende Knöpfe finden? Braucht ihr Rat oder einen kleinen Schubs? Habt ihr schon angefangen zu nähen oder gar schon was fertig?
image

Ich habe meinen Plan nun fast komplett fertig und kann auch die meisten Teile aus meinem Vorrat bestreiten, so dass ich, wann immer ich Zeit finde, direkt ein Teil anfangen kann. Das plane ich:

  1. Oberteile

Ich habe vor mindestens 5 Oberteile zu nähen. Dabei sollen möglichst gute Kombiteile entstehen, das heißt farblich sollte lila, petrol, rot, beere, blau, grau, schwarz vertreten sein. Schön wäre, wenn es ein paar Musterteile gäbe, außerdem sollte mindestens eins eine Bluse sein, einfach weil das schon solang auf meiner Wunschliste steht, mal von den immer gleichen Shirts wegzukommen.

Schon fest geplant sind:

2 klein gemusterte Shirts nach meinem bewährten Oberteilschnitt, das Plaintain-Top von Deer and Doe. Einmal Paisleymuster in blau, den Viskose-Jersey habe ich aus der Restekiste meines lokalen Stoffladens und es waren nur 63cm Stoff. Einmal sehr feine Blümchen in petrol-braun, auch Viskosejersey, den ich in Bielefeld vom Tauschtisch genommen habe.

Mindestens 2 schwarze Shirts, eins aus sehr feinem Merinojersey, eins aus normalem Viskosejersey. Beides ist vorhanden. Vermutlich nehme ich da auch Plaintain.

Eine Bluse nach dem Schnitt Oakridge oder dem Schnitt Alma von Sewaholic. Hier hätte ich dreimal Stretch-Popeline von fashion for designers in rot, lila und beere. Alma habe ich bereits mit kurzen Ärmeln genäht und würde ich jetzt mit langen Ärmeln fertigen. Oakridge reizt mich wegen der Knopfleiste OHNE Hemdkragen, wäre aber mehr Anpassungsarbeit und ich habe keine passenden Knöpfe- hier muss ich mich noch entscheiden.

IMG_6299 IMG_6300

Jersey für mindestens 3 weitere Shirts hätte ich hier in petrol, lila und blau. Da würde ich vielleicht mal das Cabarita Knit Top probieren wollen, aber da müsste ich Ärmel ansetzen. Mal schauen, wieviel Luft für Experimente mir bleibt.

2. Röcke

Ich möchte gern drei Röcke im Rahmen der Aktion nähen.

Fest geplant ist:

Ginger Skirt von Colette aus diagonal gestreiftem dickerem Hosen/Rockstoff in schwarz mit grauen Streifen. Zwar habe ich mit meinem Probe-Ginger einen Reinfall erlitten, denke aber, dass das ein Zuschnittfehler war und bin daher optimistisch, dass das ein einfaches und schnelles Projekt ist.

IMG_6296

Faltenrock aus Flanell in Bordeauxrot. Das ist ein Versuch, den schwarzen Faltenrock zu klonen, den ich zu meinem Blazer vorletzten Mittwoch trug. Ich habe den Rock genau vermessen und einen Schnitt konstruiert. Als möglichst tragbare Probe würde ich diesen Salt-and-Pepper-Flanell nehmen, der ein Rest-Stück von meinem letztjährigen Wintermantel ist, das ich weinrot gefärbt habe. Der Stoff reicht gerade so, aber ein Reinfall würde nicht schmerzen und der Fall passt gut.

IMG_6295

Weitere Rockstoffe sind vorhanden, bspw. dieser Wollstoff in lila-schwarzem Muster. Auch graue und blaue Woll- und Baumwollstoffe mit festem Fall gibt es reichlich. Bei den Schnitten bin ich noch nicht 100% entschieden. Einen Simplicity 2451 könnte ich zum Beispiel auf jeden Fall noch integrieren. Auch der Bahnenrock aus der Burda, den ich schon in lila zur Probe genäht hab, böte sich an. Beide Schnitte sind kopiert und angepasst, das werde ich wohl nach Laune entscheiden.

IMG_6297

Ein Rock zum Blazer fehlt auch noch, da werde ich vermutlich einen Tellerrock und einen Simplicity 2451, schmale Variante, das muss aber nicht beides in den nächsten zwei Monaten sein.

3. Kleider

Eigentlich hatte ich nur ein Trägerkleid und ein Jerseykleid geplant. Allerdings hat mir das Trägerkleid, das ich am Mittwoch gezeigt habe, so gut gefallen, dass ich es wohl klonen werde. Es scheint mir sehr alltagstauglich und war nicht kompliziert zu nähen. Beim nächsten Mal lasse ich den Reißverschluss hinten einfach weg, dann geht es noch schneller. Als Stoff habe ich diesen sehr weich fallenden aber sehr schweren grau-schwarzen Stoff ins Auge gefasst, den ich von meiner Schwiegermutter bekam und von dem ich vermute, dass er zum Großteil aus Viskose ist.

IMG_6301

Außerdem ein Anna-Dress aus Jersey. Der Schnitt ist bekannt und geliebt, allerdings ist es natürlich ein Experiment, ihn aus Jersey umzusetzen.

4. Jacken

Ein Blazer stand schon lang auf meiner Wunschliste. Den habe ich jetzt schon fertig und kann ihn als Erfolg verbuchen.

Zusätzlich werde ich einen Cardigan nach dem Schnitt “Hope” aus der La Maison Victor Herbstausgabe 2015 nähen. Aus einem rauchlilanen Wollstrick mit langen Ärmelbündchen aus Viskosejersey.

Strick für noch einen Nina-Cardigan ist vorhanden, das wäre ein Bonusprojekt.

Und was habe ich schon geschafft?

Zuerst habe ich den Blazer genäht. Das bot sich an, dieses Mammutprojekt zu Beginn mit dem frischen Schwung des neuen Jahres und auf der AnNÄHerung mit reichlich Unterstützung anzugehen. Der Blazer ist fertig und schon mehrfach getragen, ich bin sehr zufrieden und freue mich, ihn z.B. demnächst mit einem roten Faltenrock kombinieren zu können.

wp-1453318132031.jpeg

Dann habe ich das Trägerkleid Telisabie genäht, das ich auch schon für die AnNÄHerung zugeschnitten hatte. Auch das hat sich schon als Alltagsstück bewährt, ich werde es aber noch etwas enger machen, da der Stoff beim tragen sehr nachgibt und es jetzt in der Taille ziemlich bollert.

wp-1453925312222.jpeg

Da habe ich mir natürlich gleich zu Anfang mal die eigentlichen Außenseiter meines Plans (keine Röcke, keine Oberteile) vorgenommen. Als mir das irgendwann Mitte letzter Woche aufging, habe ich sofort pflichtschuldig drei Kinderunterhosen genäht drei Shirts zugeschnitten und auch bereits eins davon genäht:

IMG_6303

Das Paisleyshirt ist fertig. Es Zuschnitttetris-Profilevel von Nöten, aber ich habe tatsächlich aus 63cm Jersey mit nur einer Dehnrichtung ein langärmeliges Shirt gequetscht. Es sitzt auch gewohnt gut und wird fortan meine blauen Röcke gut ergänzen.

Zugeschnitten außerdem das petrol-braune Blümchenshirt sowie das Merinoshirt.

IMG_6302

Bereits für die AnNÄHerung hatte ich das Anna Dress zugeschnitten und zwar aus diesem roten Baumwolljersey mit Schmetterlingen. Das liegt hier also und wartet drauf, genäht zu werden.

IMG_6304

Auch schon länger zugeschnitten ist der Hope Cardigan.

IMG_6305

Diese Teile werde ich also dann jetzt erstmal wegnähen, bevor die Projektstapel hier überhand nehmen. Danach werde ich mutmaßlich erstmal den Ginger oder den Faltenrock machen, allein schon um mal wieder was aus festem Webstoff zu nähen. Danach werde ich dann die nächsten paar Teile zuschneiden.

Bevor ich an euch weitergebe noch ein kleiner Hinweis, weil die Frage danach aufkam: ihr könnt selbstverständlich die im Rahmen dieser Aktion fabrizierten Dinge auch schon vor den Terminen auf eurem Blog zeigen, zum Beispiel im Rahmen des MMM. Die monatlichen Treffen hier sind ja ohnehin eher Sammel- und Planungsposts und fassen dann ja hoffentlich immer gleich mehrere Teile zusammen.

Und nun bin ich sehr sehr gespannt, was ihr plant und wie weit ihr schon seid! Das Linktool bleibt wieder eine Woche geöffnet, bitte verlinkt zurück auf diesen Post und keine Werbung, bitte!

Me made Mittwoch: Telisabie

Für mein heutiges Kleid bekam ich eben eine Kompliment von meinem Chef. Das passiert nur alle paar hundert Monde mal und ist deshalb ein eindeutiges Qualitätsmerkmal auch was sein Kompatibilität mit meinem Alltag anbelangt. Es ist schön UND passt offenbar gut in mein Arbeitsumfeld, ist bequem und trotzdem “sehr stilsicher” (Zitat Chef). Es ist außerdem petrol und damit hat es eh einen festen Platz in meinem Herzkleiderschrank.
image

Es handelt sich um mein zweites anNÄHerungsprojekt, das ich in Bielefeld nur noch begann und dann zuhause fertigstellte. Der Schnitt ist eine Fusion aus dem Oberteil von Elisalex (by hand London) mit dem Taillenband und den Taschen von Cambie (sewaholic) und einem selbst konstruierten 2/5-Teller (ich habe eigentlich natürlich einen halben Teller konstruiert, aber mich beim Winkel oben ein bisschen verzeichnet, das macht dann im Saum schon satte 20 cm aus und da ich die etlichen damit produzierten Röcke gern trage, bleibt es jetzt halt bei 2/5-Saumweite). Daher Teller-Elisalex-Cambie oder kurz Telisabieimage

 

Der Stoff ist ein Flanell-Köper aus Wollbaumwollmischgewebe von Alfatex, relativ fest und sehr angenehm zu vernähen und zu tragen. Er ist leicht petrol-schwarz changierend weil die Schussfäden schwarz und die Kettfäden petrol sind.image

image

Das Oberteil ist mit dem Rest des mintfarbenen Mantelfutters gefüttert und der Saum ist überhaupt der weltschönste, den ich je nähte: Verstürzt mit wundervollem Blümchenschrägband. Ich bin hellauf begeistert, wie toll das aussiehtimage

Ein ganz kleines bisschen ist das Kleid ein potemkinsches Dorf, denn das Futter flattert innen noch lose herum. Das liegt daran, dass mir bei der Anprobe das Oberteil unter der Brust und im Taillenband etwas weit schien, ich aber erst den Bequemlichkeitstest im Alltag machen wollte. Denn ein Brot-und-Butter-Kleidungsstück soll ja auch genug Platz zum bewegen, atmen, essen und vor allem am Schreibtisch sitzen bieten. Schon auf den Fotos sieht man aber, dass sowohl unter der Brust als auch im Rücken noch Weite weg kann. Nach einem Tag tragen hat sich inzwischen alles nochmal ziemlich geweitet und schlackert jetzt an mir herum. Das Futter allerdings nicht. Ich werde also wohl das Futter noch etwas raus lassen und das Kleid noch etwas enger machen. Im Rücken habe ich auch wiederum ein bisschen viel Länge – obwohl ich schon von vornherein welche rausgenommen hab, aber ich bin da, gerade bei rückwärtigem Reißverschluss wohl immernoch zu zaghaft mit der Hohlkreuzanpassung.

image

Dann wird das Kleid aber tatsächlich ganz Brot und Butter sein, denn es lässt sich mit Shirt oder Bluse drunter tragen. Ich finde solche Träger-Kleider mit Oberteil drunter haben immer eine leichte Uniform-Anmutung und das passt ja auch irgendwie zu dem Gedanken, dass Brot-und-Butter-Kleidung letztlich unsere Alltagsuniform ist.

image

Beim Me made Mittwoch gibt es heute wieder haufenweise Alltagskleidung zu sehen. Unter anderem ganz viele Kleidungsstücke aus dem #projektbrotundbutter. Sehr schön!

Sonntagssachen #2/2016

image

Milchkaffee mit zufälligem Palmwedel. Bücher vorgelesen, sehr viele Bücher. Den Klamottenablagestuhl aufgeräumt. Den Kopfschmerzen einen mit der medizinischen Keule drüber gegeben. Einen Faltenrock konstruiert. Das Zwischenübernachtungszelt zur Probe im Wohnzimmer aufgebaut, zur großen Freude des Minimensch. Auf besonderen Wunsch Apfelunterhosen in Gr. 98 zugeschnitten. Incentives sind alles. Puschen gestrickt. Mit fleißiger Unterstützung Pizza gebacken. Urlaubsplanung.

Me made Mittwoch: Der anNÄHerungs-Blazer

Heute trage ich meinen neuen Blazer, den ich am Wochenende in Bielefeld genäht habe.
image

Man muss vielleicht dazu sagen, dass ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt jemals tatsächlich ein Kostüm brauche. Ich besitze ein schwarzes Kostüm und einen grauen Blazer, die ich zu formellen Anlässen trage und die damit vollkommen ausreichend sind. Ein Blazer oder dann auch später ein Kostüm ist daher für mich eher eine Variante oder Spielerei um der Rock-Oberteil- und Kleid-Uniform noch etwas hinzuzufügen. Ich würde ein Kostüm daher auch eher wie ein Kleid tragen. Entsprechend ist mein Blazer auch aus einem eher unkomplizierten Stoff, einem robusten Baumwollstoff mit leicht flanelliger Rückseite in dunkelgrau mit schwarzem und dunkelrotem Webkaro. Das dunkelrote Karo ist aus einem Lurex-Faden und deshalb kaufte ich den Stoff vor ca. 2 Jahren, dieser dezente Glitzer gefiel mir auf Anhieb. Der Stoff ist von der Haptik etwa wie Jeansstoff, aber nicht Köper- sondern Leinwand-gewebt. Leider hat er in der ersten Wäsche eine enorme Menge Flusen auf sich selbst verteilt und auch ziemlich ausgeblutet, so dass er jetzt mehr ‘used’ aussieht, als eigentlich meine Absicht war. Ich nehme ihn aber wie er ist- jetzt also in used.

IMG_6265

Der Schnitt ist auch schon seit 1,5 Jahren getestet und angepasst gewesen. Aber dann fehlte immer die Zeit ein solches Mammutprojekt anzugehen, vor allem weil ich die Taschen des Originalschnittmusters dringend abwandeln wollte und aber noch nie Paspeltaschen genäht hatte. Da fand ich natürlich auf der anNÄHerung fachkundige und nette Unterstützung, so dass ich nun perfekte Paspeltaschen habe. Ich bin sehr sehr stolz.
image

Ich trage den Blazer heute mit einem alten Faltenrock aus sehr fester schwarzer Gabardine von H&M, weil ich natürlich noch Stoff aber noch keine Zeit hatte, einen passenden Rock zu nähen. Obwohl der Stoff grau mit schwarzem Karo ist, wirkt er neben dem schwarz recht blau. Ich werde wohl auch noch einen dunkelroten und einen grauen Rock nähen, so dass ich dann eine kleine Blazer-Entourage habe. Also irgendwann, wenn ich halt passend grauen und dunkelroten Stoff gefunden habe.

Der Rock ist übrigens der einzige Faltenrock der Welt, der mir gut steht. Alle Versuche einen schönen Faltenrock zu nähen sind bisher gescheitert, ich vermute, dieser lebt von der Kombi aus Keller- und anderen Falten sowie dem sehr festen Stoff. Irgendwann, eines schönen Tages, baue ich ihn aus einem Grundschnitt heraus nach.

wp-1453318132031.jpeg

Praktischerweise habe ich vor ca. 4 Jahren einen Kragen im perfekten Dunkelrot gestrickt, der mir heute ganz hervorragende Dienste leistete und den ich – gemeinsam mit Stulpen – genau perfekt grungig zum etwas abgerockten Stil des Blazers fand.

image

Die Rückenansicht offenbart: Ich könnte noch ein wenig an der Hohlkreuzkorrektur optimieren und ich habe vergessen, die Schulterpolster einzusetzen. Letzteres hole ich noch nach, bei ersterem bin ich noch etwas ratlos und werde mich wohl noch etwas weiterbilden müssen.

image

image

Und nun noch eine kleine Flut von Detailfotos ohne schlechtes Bürolicht und auf dem Bügel:

IMG_6278

Der Schnitt ist aus der Knipmode 3/2011 und ich habe ihn schonmal zur Probe genäht und dabei die Änderungen identifiziert. Ich habe dieses Mal zusätzlich die Ärmel angepasst. Im Original sind weite Ärmel mit Manschette vorgesehen, ich hatte letztes Mal 3/4-Ärmel, dieses Mal habe ich daran gedacht, die Schnittteile entsprechend zu verlängern. Zusätzlich habe ich Falten in der Armbeuge gelegt, die dadurch eine gerundete Ärmelform geben, das macht die Ärmel unendlich bequemer als gerade Ärmel. Der Oberärmel ist 5cm länger als der Unterärmel und diese Mehrlänge steckt in den drei Falten. Das Prinzip habe ich von meinem Kaufblazer abgeguckt und dann mittels heften und probieren am Samstagvormittag nachgebaut.

IMG_6266

Außerdem habe ich Paspeltaschen und -knopflöcher genäht und die aufgesetzten Taschen aus dem Schnitt weggelassen. Die senkrechten Abnäher habe ich nach innen versetzt und deutlich verlängert, die Schultern verschmälert und die Ärmel verschmälert. In der Hüfte habe ich an der Seitennaht etwas zugegeben.

IMG_6268

Dieses Bild gibt die Farbe am besten wieder

IMG_6270

 

Ich bin sehr sehr zufrieden und freue mich schon auf die 1-4 Röcke dazu. Ich besitze sogar eine farblich sehr gut passende Jeans dazu (hört, hört!) und habe mich heute im Büro auch sehr gut angezogen und bequem gefühlt, besonders knautschig ist der Stoff auch nicht und ich werde den Blazer auch waschen. Er ist also tatsächlich auch ein Brot- und Butter-Teil geworden.

 

Dodo zeigt am heutigen MMM einen sehr schönen Mantel und ich habe schon zahlreiche andere anNÄHerungs-Produkte entdeckt!

 

Details:

Schnitt: Jasje 4, Knipmode 3/2011 (Danke Katharina und Sarah fürs leihen), Größe 40

Änderungen:

  • Ärmel verlängert, verschmälert, Bewegungsfalten zugegeben und keine Manschette angenäht.
  • Aufgesetzte Taschen durch Paspeltaschen ersetzt
  • Schultern schmäler, Abnäher nach innen versetzt und verlängert, Hüfte etwas rausgelassen
  • Futter komplett mit der Maschine verstürzt, Paspelknopflöcher genäht

Stoff und Material: Karierte feste Baumwolle von Alfatex (5,90/m), Futter von fashion for designers (Coupon, vermutlich teurer als der Oberstoff), Knöpfe aus dem lokalen Stoffladen, Gewebeeinlage

anNÄHerung in Bielefeld 2016

Am letzten Wochenende war ich mit meinen Nähmaschinen und der Bügelpresse mal wieder auf Reisen. Es ging nach Bielefeld, wo sich ja nun schon traditionell im Januar die Creme de la Creme der Nähnerdszene versammelt um ungestört und nach Lust und Laune mal bis zu 42 Stunden durchzunähen. Wie immer noch großen Treffen mit nähnerds bin ich angefüllt mit Eindrücken, die vermutlich den Rahmen eines einzelnen Posts sprengen und die zum Teil auch noch in mir nachreifen müssen. Aber ich beginne einfach mal mit einem “Reisebericht” und hebe mir die weitergehenden Gedanken dann für später auf. Kommt Zeit, kommt Post, gewissermaßen.
wp-1453234308531

Ich hatte das Glück, schon auf der Fahrt beste Gesellschaft der Pott-nähnerds Frau Fantipanti und Ella Mara zu haben. Das Auto aber ächzte ziemlich unter der Last von 5 Nähmaschinen, 1 Bügelpresse, 1 Bügelstation und diverser Taschen. Ein bisschen spät waren wir auch, aber alle bekamen noch einen Platz und das Abendessen kriegten wir auch noch mit. Bei der Vorstellungsrunde waren mir tatsächlich die allermeisten bekannt, es ist ja irgendwie auch wie nach Hause kommen, so ein nähnerd-Treffen. Die Nervosität, die ich bei meinen ersten Bloggerinnentreffen hatte ist längst einer kribbeligen Vorfreude gewichen. Spannend auch, dass locker 1/3 bis die Hälfte der Teilnehmerinnen sich – heimlich oder öffentlich – als #projektbrotundbutter-Mitstreiterinnen entpuppten und ich so schon einen ersten Eindruck von einigen der geplanten Stücke bekommen konnte. Wie schön das war!

Ich hatte mir für das Wochenende vorgenommen, endlich meinen schon lang geplanten Blazer zu nähen und war wegen dieses Projektes ordentlich nervös. Im Vorfeld hatte ich schon mit dem Stoff und fehlenden Schnittteilen gekämpft und meine Notizen zu den notwendigen Änderungen waren auch recht unvollständig. Zum Glück hatte ich auch einiges hier im Blog notiert.

Am Freitagabend stellte ich den Korpus fertig, am Samstagmorgen beschäftigte ich mich lange mit Passform-Optimierung der Ärmel, am Nachmittag nähte ich meine allerersten Paspeltaschen und am Abend folgte das Futter. Kurz nach 23 Uhr am Samstag nähte ich die Knöpfe an und platzte fast vor Stolz. Am Sonntagmorgen begann ich noch ein Trägerkleid, schaffte aber nur das Oberteil fertig.

Es ist für mich etwas ganz besonderes, wirklich lang am Stück nähen zu können. Ich nähe oft in Häppchen von halben Stunden am Abend. Da schleichen sich Fehler ein und es stellt sich nicht so richtig ein “Flow” ein. So wundervoll lang am Stück nähen zu können, ist sehr motivierend. Zusätzlich habe ich dieses Mal auch sehr von der Expertise der vielen Nähnerdettes profitieren können. Immer war eine da, um etwas zu stecken, einen Passformrat zu geben, das Händchen zu halten vor dem entscheidenden Schnitt in die Paspeltasche. Ich habe viel gelernt, das ist auch sehr gut.

Und natürlich blieb Zeit für spannende Gespräche, wühlen auf dem Tauschtisch, Sekt und Knabberkram, fachsimpeln, lachen und ernst sein. Es ergab sich die Möglichkeit in Büchern zu blättern, Schnitte anzugucken, Kleidungsstücke anzuprobieren und Nähgadgets zu testen. Taktisch geschickt saßen Frau Crafteln, die eine wundervolle Sitznachbarin ist, und ich in der Nähe der Bügelbretter, so dass wir stets guten Nachschub an Gesprächspartner innen hatten, die sich während des Wartens kurz zu uns gesellten. Auch die schwarz gefädelte Overlock war da ein guter Magnet für Besuch.

Auch wenn ich früher als andere ins Bett gegangen bin (und  mich dann jeweils noch lang mit meinen <3-Zimmerkolleginnen verquatscht habe), war ich doch am Sonntag unendlich müde, vollkommen gesättigt mit Eindrücken und doch motiviert, direkt weiterzunähen. Und natürlich noch tagelang bezaubert von der wundervollen Atmosphäre und den vielen tollen Frauen dort.

Mit vielen hätte ich gern noch länger geredet, wie immer bleibt auch der Eindruck, nicht jede lang und breit genug gesprochen zu haben. Aber was soll’s, es wird weitere Gelegenheiten geben und das ist doch auch eine wundervolle Aussicht.

 

Sonntagsbilder #1/2016

image

Sonntagfrühstück. Einige länger notwendige Reparaturen, Knöpfe, Haken, Futter, Säume. Immer wieder aufgeregt #projektbrotundbutter checken. Sooo viele Teilnehmerinnen, das ist toll! Waldspaziergang mit ganz viel Matschspaß. Und lästiges Übertragen von schludrig notierten Änderungen auf die Blazer-Schnittteile.

Projekt Brot und Butter – Erstes Treffen: Bestandsaufnahme

Ich freue mich sehr, dass offenbar einige Lust haben, mit mir zusammen das Projekt “Brot und Butter” anzugehen. Seid herzlich willkommen und auf geht’s!

wp-1451817513533.jpeg

Das Sewalong-Logo dürft ihr gern verwenden.

Heute wollen wir erstmal den Bedarf analysieren und uns einen groben Plan machen, was wir in den nächsten drei Monaten von diesem Bedarf wohl decken können, ohne dabei in allzuviel Stress zu verfallen. (Denn Stress finde ich ja an Sew-Alongs meistens doof, und ein Hobby, das Stress macht will ja auch keine.)

Also stellen wir uns mal die Frage, was wir denn tatsächlich bei normalem Ganzjahreswetter – Frübst – und normalen Gegebenheiten so tragen? Welche unserer Kleidungsstücke werden ständig direkt von der Leine wieder angezogen, sind schon ganz fadenscheinig und brauchen Kollegen? Gibt es eine Gemeinsamkeit? Ein “Standardoutfit” – das wir vielleicht bisher verleugnen, das aber de facto zu uns gehört? Ziehen sich Farben durch? Das Projekt “Brot und Butter” will aufgreifen, was da ist und dort auffüllen, wo Lücken sind. Also suchen wir den roten Faden in unserer Alltagsgarderobe stilistisch, farblich, vom Material und orientieren uns daran.

Bei mir heißt Alltag: In ein Büro gehen, das im Winter überheizt und sobald die Sonne scheint, dank Südfenster tropisch ist, aber auch von einem Frischluft-fanatischen Kollegen bewohnt, der gern mal über Nacht das Fenster offen lässt. Alltag heißt aber auch auf den Spielplatz, in den Sandkasten, einkaufen und spazieren gehen – zu Fuß und auf dem Fahrrad unterwegs sein genauso wie im Auto. Und auf dem Boden spielen, auf dem Sofa kuscheln, den Haushalt mit-erledigen. Ich ziehe mich dabei selten untertags um. Das heißt meine Garderobe muss modular funktionieren. Ich muss einen Schal oder eine Strickjacke überziehen können, ich muss auch mal ein Teil, das Flecken abbekommen hat, austauschen können und ich muss mich in meiner Kleidung bewegen können. Dafür habe ich selten Bedarf für förmlichere Kleidung, ich fühle mich aber dennoch gern hübsch angezogen und das bedeutet, dass ich fast in jedem Kontext vermutlich als “chic” wahrgenommen würde.

Eine riguros ehrliche Betrachtung meiner Bekleidung in den letzten Monaten hat ergeben, dass meine Outfits zu mindestens 80% aus Tellerrock und Shirt bestehen. Das ist nicht unbedingt, wie ich es mir wünsche. Ich mag sehr gern Kleider und würde sie gern mehr tragen. Aber einerseits ist ein Kleid halt schnell mal als ganzes dreckig und kann nicht teilweise ausgetauscht werden, ich habe aber andererseits auch zu wenig kombinations-schlaue Kleider. Meine Kleider sind fast durchweg gemustert, haben oft Puffärmel und sind farblich weder auf meine Shirts, noch auf meine Strickjacken abgestimmt. Dadurch sind sie für meine Bedürfnisse zu unflexibel.

Was trage ich also genau?

Ich trage im Wesentlichen derzeit 5 Röcke: 1 roter, 1 petrol-karierter, 1 lilaner, 1 blauer. Ergänzt durch einen Jeansrock, der aber unbequem ist und den Probeträgerrock. Jetzt wo die Temperaturen unter 5 Grad waren, trug ich zudem einen Wollrock in rot, einen Wollrock in grau und den wollenen Trägerrock.

 

Dazu trage ich einfach Shirts aus Baumwoll- oder Viskosejersey in schwarz, dunkelblau, petrol und rot oder Feinstrickpullis in blau, grau, schwarz. Ich besitze derzeit 2 tragbare schwarze, 1 petrolfarbenes, 1 rotes, 1 braunes, 1 blaues mit Punkten und ein türkis-gestreiftes. 2 schwarze, 1 blauer, 1 grauer Feinstrickpulli. Außerdem einen blau-weiß-gestreiften und einen petrolfarbenen Cardi und 3 ungeliebte und ausgewaschene längere Baumwollstrickjacken. Die meisten meiner Shirts sind viele Jahre alt und ich flicke sie nach so gut wie jeder Wäsche, z.T. haben sie Löcher…

Falls ich Kleider trage, dann kurzärmelige mit Strickjacke drüber oder Shirt drunter. Z.b. das Stoffwechsel I-Kleid oder eins meiner beiden Anna-Dresses.

Ich trage außerdem natürlich auch Unterwäsche und Schlafanzüge und um die ist es ebenfalls katastrophal bestellt.

Das ist alles in allem gar nicht so wenig, allerdings habe ich mich an vielen dieser Kleidungsstücke auch erheblich satt gesehen, sie sind z.T. Jahre alt und ich trage sie in eingespielten Kombinationen.

Bereits für “Brot und Butter beta” genäht habe ich: 1 geraden Rock, 1 lila Tellerrock, 1 beerenfarbenen Cardi und 2 der genannten Shirts. Der Cardi löst sich leider schon etwas auf und der gerade Rock ist etwas weit. Außerdem habe ich einen Pullunder fertig gestrickt und einen Walk-Cardigan genäht. Ich habe dabei festgestellt, dass ein neues Teil oft ausreicht, um alte Teile reaktivieren und dem aktiven Bestand hinzufügen zu können. So hat z.B. der beerenfarbenene Cardigan das Stoffwechsel I-Kleid winterfähig gemacht und der Walk-Cardigan nimmt dem Stoffwechsel III-Kleid genug seiner gemusterten sommerlichen Festlichkeit, dass ich es auf einmal häufig trage und nicht zu hell für den Winter finde. Der Pullunder macht viele Outfits weniger grau-schwarz und ich trage ihn sehr oft.

Meine Farbpalette ist klar, und da rüttel ich auch nicht dran: blau, petrol, lila, rot, beere. Ergänzt durch grau und schwarz. Ich kombiniere allerdings nach etwas anfänglicher Befangenheit nun lila und rot und petrol und beere oder petrol und lila – was auch wieder erheblich die Vielfalt erhöht.

Ein großes Kopfzerbrechen bereiten mir Muster. Ich  bin sehr zurückhaltend mit Mustermix, mag aber eigentlich auch nicht “ganz in uni” rumlaufen. Ich nähe also meist gemusterte Röcke und uni-farbene Shirts (weil Muster-Jersey so schwer in schön aufzutreiben ist) und stehe dann aber oft da und es gibt nur noch Uni-Rock und Uni-Shirt und das finde ich langweilig. Mehr kombinierfreudige Muster wären schon schön. Auch müssten es gar nicht zwangsläufig Shirts sein. Ich mag auch Blusen. Unter der Bedingung, das sie keinen Hemdkragen haben und Elasthan im Stoff ist.

Ich werde im Rahmen des Brot-und-Butter-Nähens etwas zweigleisig fahren. Einerseits fülle ich auf, was ich bis dato viel trage, nähe also Röcke und Shirts. Andererseits nähe ich Ergänzungsteile, die mir erlauben auch mal wieder öfter ein Kleid/was gemustertes zu tragen – auch hier wären das dann Shirts, Cardigans, Blazer oder Pullunder aber auch mal Blusen. Vorzugsweise werde ich dabei Stoffe verarbeiten, die ich schon habe und da kann ich in meinem Schrank ganz bequem im Bereich lila, petrol, beere, grau und schwarz was finden. Blau ist derzeit eher dünn besetzt, aber an blau hängt mein Herz auch nicht so wirklich.

Hätte ich unendlich viel Zeit, würde ich mir eine komplette Batterie von 12-14 Oberteilen, 4-5 Röcken, 2-3 Kleidern und 5 Jacken sowie mehrere Schlafshirts und sehr viele Unterhosen nähen. Konkret plane ich für diesen Sew-Along, also für knapp 3 Monate aber nur folgendes:

  • 5 Oberteile in mindestens 3 Farben und mindestens eins davon eine Bluse
  • 2 Röcke, davon keiner ein halber Teller
  • 1 Trägerkleid, das mit Shirt drunter getragen werden kann
  • 1 Blazer
  • 1 Cardigan
  • 2 Schlafshirts
  • Bonus: ein Jerseykleid

Hui, das klingt viel. Aber ich kalkuliere ein, dass ich zur AnNÄHerung fahre und mindestens ein Nähkränzchen in die Zeit fallen wird, außerdem werde ich präferiert auf bereits abgepauste und angepasste Schnitte zurückgreifen.

Welche Schnitte und Stoffe ich umsetze werde ich dann beim nächsten Treffen in drei Wochen berichten und dann kann ich auch sicher schon erzählen, was ich in der Zwischenzeit so genäht haben werde.

Und nun ihr! Was tragt ihr viel, was braucht ihr dringend, was nehmt ihr euch vor?

Das Linktool öffnet sich bei Klick auf den Button in einem neuen Fenster – das erlaubt wordpress mir nicht anders. Das “Projekt Brot und Butter” ist ein offener Sewalong, jede ist herzlich eingeladen mitzumachen egal wieviele Teile ihr euch vornehmt, ob gehäkelt, gestrickt oder genäht, solang es sich um Alltagskleidung für euch selbst handelt. Ich bitte allerdings darum, keine Werbung zu verlinken und im verlinkten Blogpost auf die Aktion zu verweisen und einen Backlink zu diesem Post zu setzen. Das Linktool bleibt jeweils eine Woche geöffnet.